Klinik für Visceralchirurgie • Robotic Surgery • Bergstraße 26 • 44791 Bochum • Tel.: 0234-517 2500

Unsere häufigsten Operationen im Überblick

Diese Eingriffe werden in der Chirurgie an den Augusta Kliniken mit höchster Expertise operiert – 2500 mal pro Jahr.

Appendizitis (Blinddarmentzündung)

Grundlagen

  • In den westlichen Industrienationen treten Blinddarmentzündungen durchschnittlich bei 100 Personen/ 100.000 Einwohner/ Jahr und somit sehr häufig auf
  • Häufigkeitsgipfel: Zwischen 5 und 19 Jahren, aber prinzipiell ist jedes Alter möglich
  • Die akute Appendizitis gehört zu den häufigsten Ursachen unklarer Bauchschmerzen

Beschwerden
Die Appendizitis ist ein Chamäleon unter den Krankheitsbildern

Typische Beschwerden:

  • Wandernder Schmerzcharakter, beginnend meist im Oberbauch/Mittelbauchgegend, später in Richtung rechter Unterbauch ziehend
  • Druckschmerz im rechten Unterbauch, oft mit Abwehrspannung
  • Loslassschmerz
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit/ Erbrechen
  • Fieber
  • Es müssen keinesfalls alle angegebenen Beschwerden vorhanden sein

Untersuchungen
Wenn bei Ihnen eine akute Appendizitis vermutet wird, sollten folgende Untersuchungen erfolgen:

  • Körperliche Untersuchung und gründliche Erhebung der Krankengeschichte
  • Bestimmung der Entzündungsparameter im Blut
  • Ultraschalluntersuchung des gesamten Bauchbereiches

Mit diesen 3 Punkten ist in den meisten Fällen die Diagnose einer akuten Blinddarmentzündung zu stellen.

In sehr seltenen Fällen kann als letzte Option bei unklaren, schweren Beschwerden im Bauchbereich eine Computertomographie (CT) durchgeführt werden.

Wichtigste Differenzialdiagnosen:

  • Gastroenteritis (Magen-Darmentzündung)
  • Gynäkologische Erkrankungen
  • Urologische Erkrankungen
  • Entzündung von Darmdivertikeln

Ablauf der Operation
Die akute Appendizitis sollte zeitnah nach Eintreten der Schmerzen operiert werden. Sobald die Diagnose gestellt werden kann, wird daher die Operation eingeleitet.

In unserer Klinik wird die Appendizitis minimal invasiv (Schlüsselloch-Technik) operiert. Dazu werden drei kleinste Einstiche am Bauch gesetzt und mit speziellen Instrumenten wird dann videoassistiert der Blinddarm entfernt. Diese Vorgehensweise gelingt auch in schweren Fällen mit Bauchfellentzündung fast immer.

Bei fortgeschrittenen Entzündungen des Wurmfortsatzes kann für wenige Tage die Einlage einer weichen Drainage in den Bauchraum notwendig sein.


Alternative / ergänzende Behandlung
Bei fortgeschrittener Entzündung im Bauchraum ist nach der Operation für drei bis fünf Tage eine antibiotische Therapie notwendig.

Es gibt Daten, die darauf hinweisen, dass eine unkomplizierte Form der Appendizitis auch konservativ nur durch Antibiotika behandelt werden kann. Allerdings ist es sehr schwer verlässlich einen unkomplizierten von einem komplizierten Verlauf zu unterscheiden. Darüber hinaus müssen im weiteren Verlauf viele Patienten, die primär nur mit Antibiotika behandelt worden sind, doch noch am Blinddarm operiert werden.


Nach der Operation
Nach einer Operation des Wurmfortsatzes treten kurzfristig Wundschmerzen auf, die wir durch Schmerzmittel sicher verhindern. Sie können am Abend der Operation wieder trinken und essen. Je nach Ausprägung des entzündlichen Befundes im Bauchraum verbleiben sie zwischen 2 und 5 Tagen in der Klinik. Wir verwenden Nahtmaterial, das nicht entfernt werden muss.

Nach der Entlassung stellen Sie sich bei Ihrem Hausarzt vor, damit er sich weiter um Sie kümmern kann.

In fast allen Fällen erholen Sie sich schnell und folgenlos von der Operation. Der Verlust des Wurmfortsatzes bedeutet für Sie keinerlei Einschränkungen. Sobald Sie keine Schmerzen mehr haben, und das ist gerade nach der minimal invasiven Operationsmethode nach wenigen Tagen der Fall, können Sie sich wieder uneingeschränkt belasten. Arbeitsunfähigkeit besteht in der Regel für etwa 7-10 Tage.


Organisatorischer Ablauf einer Blinddarmoperation
Da die Blinddarmentzündung ein akutes Krankheitsbild darstellt, kommen fast alle Fälle als Notfall in unsere Klinik. Sie helfen uns sehr, wenn Sie sich kurz telefonisch anmelden, bevor Sie sich auf den Weg in unsere Zentrale Notaufnahme machen (0234-5172000, 7 Tage die Woche, rund um die Uhr). Sie werden dann bereits vom diensthabenden Chirurgen dort erwartet.

Sollten sie sich initial beim Hausarzt vorgestellt haben, erhalten Sie dort eine Einweisung zur stationären Behandlung, welche sie bitte ins Krankenhaus mitbringen.

Bauchdeckenbrüche (Narbenhernien u.a.)

Grundlagen

  • Unter einer Hernie versteht man den Vorfall von Eingeweideanteilen (Bruchinhalt, meist Darminhalt) durch eine Lücke in der Bauchwand (Bruchpforte).Der Bruchinhalt ist von dem Bauchfell, dem sogenannten Bruchsack umgeben.
  • Die häufigsten Hernien nach Leistenbrüchen sind heutzutage Narbenhernien. Ursächlich für eine Hernie kann eine angeborene Bindegewebsschwäche sein. Eine weitere Ursache ist die Erhöhung des inneren Bauchdrucks, durch körperliche Anstrengung oder eine Schwangerschaft. Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, Tumorpatienten, sowie Patienten, die unter starken Übergewicht leiden, haben ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Bauchwandbrüchen.
  • Die Versorgung von Hernien zählt zu den am häufigsten in Deutschland durchgeführten operativen Eingriffen.

Beschwerden

  • In den meisten Fällen ist die Beschwerdesymptomatik gering.
  • Schmerzen treten am ehesten unter Belastung, bei Anspannung der Bauchmuskulatur auf, z. B.  Heben schwerer Lasten, aber auch beim Husten.
  • Störend ist in den meisten Fällen eine Vorwölbung der Bauchdecke.
  • Zwingend behandlungsbedürftig ist ein eingeklemmter Bauchdeckenbruch, dieser entsteht wenn sich der Bruchsack mit dem Bruchinhalt (meist Darmschlingen) durch die Bruchpforte drückt und nicht wieder zurückgleitet. Dies ist äußerst schmerzhaft und kann unbehandelt zu einem Absterben der Darmschlingen führen, da die Blutzufuhr abgeklemmt werden kann. Häufig ist eine Einklemmung mit einer Unterbrechung der Darmpassage vergesellschaftet. Eine Einklemmung erfordert eine dringliche ärztliche Vorstellung und ggf. eine sofortige operative Therapie!

Untersuchungen

  • In den meisten Fällen lässt sich die Diagnose eines Bauchwandbruches durch die Beschwerdesymptomatik und die klinische Untersuchung stellen.
  • In einigen Fällen (z. B. bei sehr kleinen Brüchen) ist eine Ultraschalluntersuchung notwendig. Bei Einklemmungen mit Darmpassagestörungen / Stuhlverhalt wird in den meisten Fällen eine Röntgenuntersuchung des Bauches durchgeführt.

Ablauf der OperationEine operative Therapie ist die einzige Möglichkeit einen Bauchdeckenbruch zu heilen. Die Indikation zur Operation ist prinzipiell bei allen Bauchwandbrüchen gegeben. Ein Verzicht auf die notwendige Operation kommt nur sehr selten in Betracht, wenn das Operationsrisiko als zu hoch eingestuft werden muss.

Bei der operativen Versorgung von Bauchdeckenbrüchen kommen heute ausnahmslos Verfahren zur Anwendung, bei denen Kunststoffnetze eingelegt werden. Nur diese spannungsfreien Operationstechniken haben niedrige Rückfallraten. Je nach Art der ursprünglichen Bauchoperation und der Bruchgröße wird die Bruchlücke mittels Bauchschnitt als offene Operation oder mittels minimal-invasiver Bauchspiegelung (Schlüsselloch-Narbenhernie-OP) als geschlossene Operation durchgeführt.


NabelbruchHierbei handelt es sich um eine meist kleine Lücke, die sich normalerweise spätestens zwei Jahre nach der Geburt von selbst verschließt, weshalb Kinder unter dem zweiten Lebensjahr nur in Ausnahmefällen operiert werden sollten. Bleibt im Nabel eine Bruchlücke bestehen, so wird diese bei uns durch einen sehr kleinen Schnitt am Nabel mit einem Kunststoffnetz versorgt. Bei übergewichtigen Patienten kann sich auch eine minimal invasive Versorgung anbieten (sogenannte IPOM oder PUMP Technik).


Epigastrischer Bruch
Diese Hernien befinden sich im Oberbauch in der Mitte der Bauchdecke. Diese Hernien werden in ganz ähnlicher Weise wie die Nabelhernien entweder offen chirurgisch oder minimal invasiv versorgt.


Narbenbruch
Diese entstehen als Folge vorangegangenen Operation und treten in etwa 15 % der Fälle auf. Aber auch nach Anlage eines künstlichen Darmausganges kann es zu einem Narbenbruch kommen (parastomale Hernie).

Narbenhernien und parastomale Hernien sollten ausschließlich durch spannungsfreie Techniken mit Einlage eines Kunststoffnetzes versorgt werden, da nur so gute Ergebnisse zu erzielen sind. Auch bei diesen Hernien besteht die Möglichkeit einer minimal invasiven Technik (IPOM) oder eines offenes Bruchverschlusses mit Kunststoffnetzverstärkung ( sublay Technik).


Alternative/ergänzende Behandlungsmethoden
Es gibt keine nicht operative Behandlung von Bauchwandhernien. Das Tragen von Bruchbändern oder Stützkorsagen kann einen Bruch niemals heilen und auch sein Wachstum nicht verhindern.


Nach der Operation

  • Bereits am Abend des Operationstages beginnt die Mobilisation unter einer angepassten Schmerztherapie.
  • Essen dürfen Sie ebenfalls am Abend des Operationstages.
  • Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel 2 – 5 Tage.
  • Eine Fädenentfernung ist auf Grund von resorbierbarem Nahtmaterial nicht erforderlich. Nach 3 Tagen entfernen wir das OP-Pflaster, ab dann ist auch das Duschen möglich.
  • Prinzipiell wird nach Netzimplantation eine normale körperliche Aktivität (auch Sport) nach etwa 14 Tagen erreicht, sobald die Wundschmerzen verschwunden sind. Diese schnelle Rekonvaleszenz ist ein weiterer großer Vorteil der Operationsverfahren mit Kunststoffnetz. Nichts zuletzt aus diesem Grund gibt es von den chirurgischen Fachgesellschaften eine klare Empfehlung für den Einsatz von Kunststoffnetzen bei Bauchwandbrüchen.

Organisatorischer Ablauf einer Bauchwandhernienoperation
Möchten Sie sich über eine Bauchwandhernienoperation in unserer Klinik informieren? Dann rufen Sie uns bitte an (Tel 0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail und Sie erhalten umgehend einen Termin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im ZAM mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem Hausarzt / Facharzt
  • Ergebnisse ambulant durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Medikamentenliste und Allergiepass (falls vorhanden)

Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Grundlagen
In Deutschland erkranken jährlich ungefähr 35 von 100 000 Einwohnern an Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom). Die Erkrankung tritt meistens jenseits des 50. Lebensjahres auf. Risikofaktoren sind u. a. Rauchen, ein übermäßiger Alkoholkonsum und chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse.

Neben dem klassischen Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt es eine Reihe weiterer Tumoren, die in der Bauchspeicheldrüse entstehen können. Hier sind neben den Tumoren der endokrinen Pankreaszellen (neuroendokrine Pankreastumoren) vor allen Dingen auch die zystischen Pankreastumoren (IPMNs) zu nennen. Die beiden zuletzt genannten Tumore haben eine deutlich bessere Prognose als das Pankreaskarzinom. Trotzdem müssen auch diese Veränderungen operiert werden, da sie unbehandelt ebenfalls zu einer bedrohlichen Erkrankung werden.


Beschwerden
Die Symptome eines Bauchspeicheldrüsenkrebses sind unspezifisch. Häufig fallen diese Erkrankungen erst durch Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit oder eine gelbe Hautverfärbung auf. Frühsymtpome können eine neu aufgetretene Zuckerkrankheit oder eine Veränderung der Stuhlgewohnheiten (Durchfälle) sein.


Untersuchungen
Wenn der Verdacht auf eine tumoröse Erkrankung der Bauchspeicheldrüse geäußert wird, sollte umgehend eine hochauflösende Computertomografie durchgeführt werden. Diese Untersuchung hat die höchste Aussagekraft über krankhafte Veränderungen in der Bauchspeicheldrüse. Ergänzt wird dieses Schnittbildverfahren durch Laboruntersuchungen, eine Ultraschalluntersuchung durch den Magen (Endosonographie) und nicht selten durch eine Endoskopie des Magens und der oberen Dünndarmabschnitte.

Die besten Chancen auf eine dauerhafte Heilung bestehen, wenn zu einem frühen Zeitpunkt operiert wird. Daher ist es entscheidend, dass auch beim leisesten Verdacht auf das Vorliegen einer Tumorerkrankung im Pankreas konsequent operiert wird. Häufig gelingt es im Gegensatz zu anderen Organsystemen nicht, vor der Operation die bösartige Diagnose durch den Pathologen sichern zu lassen. Eine abwartende Haltung ist in diesen Situation aber nicht empfehlenswert, da die Erkrankung in der Regel rasch voranschreitet.


Ablauf der Operation
Die Behandlung von Patienten mit Pankreastumoren stellt einen der Schwerpunkte des Onkologischen Zentrums unseres Krankenhauses dar. Jeder Patient mit einem Bauchspeicheldrüsenkrebs wird vor Beginn der Therapie in der Interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt. Hier kommen Onkologen, Gastroenterologen, Visceralchirurgen und Strahlentherapeuten zusammen und erarbeiten ein maßgeschneidertes Therapiekonzept für jeden Patienten.

Nur die vollständige chirurgische Entfernung des Pankreaskarzinoms ermöglicht die Heilung der Erkrankung. In der überwiegenden Anzahl der Fälle ist der Kopf der Bauchspeicheldrüse betroffen. In dieser Situation muss neben der rechten Hälfte der Bauchspeicheldrüse auch der Zwölffingerdarm und die Gallenblase mit entfernt werden. Ein wichtiger Bestandteil dieser Operationen ist die Rekonstruktion der Speispassage und die Einleitung der Galle- und Pankreasflüssigkeiten in den Dünndarm.

Seltener liegen die Tumoren im Schwanz oder Körper des Pankreas. In diesen Fällen wird die linke Seite der Bauchspeicheldrüse entfernt. Häufig aber nicht immer muss die Milz in dieser Situation mit entfernt werden. Im Gegensatz zur Pankreaskopfresektion entfällt bei der Pankreaslinksresektion die aufwendige Rekonstruktion, da der Gallengang und der Zwölffingerdarm nicht mit entfernt werden müssen.

All diese komplexen Operationen führen wir in unserer Klinik minimal invasiv unter Einsatz des Da Vinci® Systems durch (Robotic Surgery).  Durch den Einsatz dieses Assistenzsystems gelingen die Operationen besonders schonend, genau und blutarm. Das sind die besten Voraussetzungen für ein schnelle Erholung und ein sehr gutes Operationsergebnis in Hinblick auf Ihre Tumorerkrankung. Wir gehören zu den ganz wenigen Zentren in Deutschland und Europa, die komplexe Bauchspeicheldrüsenoperationen in dieser minimal invasiven und schonenden Vorgehensweise anbieten können.


Alternative /  ergänzende Therapie
Es gibt für Bauchspeicheldrüsentumoren keine alternativ Heilungsmethode. Standard ist beim klassischen Pankreaskarzinom eine zusätzliche Chemotherapie, die sich über 6 Monate nach der Operation erstreckt. In Studien wird untersucht, ob durch eine Chemotherapie und/oder Strahlentherapie vor der Operation, die Aussichten auf eine dauerhafte Heilung verbessert werden können. Bisher ist die etablierte und evidenzbasierte beste Therapieoption aber die vollständige chirurgische Entfernung des Pankreastumors.


Nach der Operation (postoperativer Verlauf)
Unmittelbar nach der Operation ist vor allen Dingen eine optimale Schmerztherapie wichtig. Schmerzfreiheit führt zu einer schnelleren Wundheilung und Rekonvaleszenz. Dazu nutzen wir für die ersten Tage nach der Operation den „PDK“ (Periduralkatheter). Die Ernährung erfolgt ab dem ersten Tag über einen Ernährungskatheter, der für einige Tage nach der Operation im Dünndarm verbleibt. Der Körper muss sich zunächst auf die neue Situation umstellen. Prinzipiell darf alles gegessen werden; anfangs sollten kleine und leichte Mahlzeiten pro Tag eingenommen werden. In der ersten Zeit kann es zu einem Gewichtsverlust kommen, der später in der Regel wieder ausgeglichen wird.

Wichtig ist, dass Sie als Patient Ihre Ängste und Sorgen sowie Ihre Erwartungen offen ansprechen. Dabei unterstützen wir Sie engagiert und verständnisvoll mit unserem Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Ernährungsberatern, Psychologen, Sozialarbeitern, Seelsorgern und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Auch für Fragen der Angehörigen steht unser Team gerne zur Verfügung.

Nach der Operation verbleiben Sie in der Regel zwei Wochen stationär bei uns.  Vor der Entlassung erfolgt ein Abschlussgespräch, in dem alle Fragen der Patienten besprochen werden. Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs steht eine Anschlussheilbehandlung zu, die wir vor der Entlassung für sie organisieren.

Besteht die Notwendigkeit einer zusätzlichen Chemotherapie besprechen wir mit Ihnen und Ihrem Hausarzt wann und wo diese Therapie erfolgen soll und kann.

Zur Entlassung erhalten Sie aus dem onkologischen Zentrum unserer Klinik einen Tumornachsorgepass, aus dem zu ersehen ist, in welchen Zeitabständen welche Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden sollen.

Alle weiteren Schritte werden natürlich auch ausführlich mit Ihrem Hausarzt besprochen.


Organisatorischer Ablauf einer Pankreasoperation
Möchten Sie sich über eine Bauchspeicheldrüsenoperation in unserer Klinik informieren? Dann rufen Sie uns bitte an (Tel 0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail und Sie erhalten umgehend einen Termin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Notwendige Untersuchungen, die nicht ambulant erfolgen können, werden bereits zu diesem Zeitpunkt so terminiert, dass die Operation zeitnah nach der stationären Aufnahme erfolgen kann. Bei dringlichen Gründen ist natürlich auch eine sofortige Aufnahme möglich. Alle weiteren notwendigen Schritte werden dann im stationären Rahmen durchgeführt.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)

Grundlagen
Die Bauchspeicheldrüse befindet sich im Oberbauch, unter dem Magen. Sie ist für den Zucker Haushalt verantwortlich und produziert Verdauungsenzyme. Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse können zu verschiedenen Erkrankungen führen so wie z.B. die „Zucker Krankheit“ (Diabetes mellitus).

Ebenso können Entzündungen in der Bauchspeicheldrüse entstehen, diese z.B. durch Gallensteine (rund 45 % der akuten Entzündungen) oder durch übermäßigen Alkoholkonsum (etwa 35 % der Fälle). Bei etwa 15 % der Entzündungen lässt sich keine Ursache feststellen.

Man Unterscheidet die akute (plötzlich einsetzende) und die chronische (dauerhaft verlaufende) Form der Pankreatitis.


Beschwerden
Bei der akuten Pankreatitis verspürt man plötzlich einsetzende heftige Oberbauchschmerzen welche in den Rücken ausstrahlen können. Weitere Beschwerden können Blähungen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall sein.

Bei der Chronischen Entzündung kommt es vor allen Dingen zu chronischen Oberbauchschmerzen, zu einer Störung der Blutzuckerregulation und zur Gewichtsabnahme.


Untersuchungen
Zunächst erfolgt die Klinische Untersuchung sowie eine Labor Untersuchung. Im Weiteren folgt ein Ultraschall des Bauchraumes. Danach wird meistens ein Schnittbildverfahren angeschlossen (MRT / CT) um dem Arzt ein genaues Ausmaß der Entzündung zu zeigen.

In der Regel werden noch weiter Umfelduntersuchungen notwendig (Spiegelung des Magens, des Darmes und des Gallenganges).


Ablauf der Operation

Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung
Häufig kann eine akute Bauchspeicheldrüsen Entzündung mittels Nahrungsverzicht sowie Flüssigkeitsgabe über die Vene und Schmerzmitteln behandelt werden.

Falls sich große Flüssigkeit Ansammlungen / Abszesse im Bauchraum befinden müssen diese entlastet werden. Dies kann zunächst endoskopisch (durch den Magen) versucht werden. Häufig muss bei diesen schweren Verläufen auch operativ der Entzündungsherd entlastet werden. Diese Eingriffe erfolgen in unserer Klinik fast immer minimal invasiv.


Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung
Neben der Beseitigung der Ursachen (z.B. Entfernung von Gallensteinen) gilt es bei der chronischen Pankreatitis den richtigen Zeitpunkt für eine Operation nicht zu versäumen. Die häufigsten Indikationen zur Operationen sind hier:

  • Schwer einstellbare chronische Schmerzen
  • Neu aufgetretenen Diabetes mellitus
  • Verdacht auf Entwicklung eines bösartigen Tumors
  • Drohender Verschluss der Pfortader

Die häufig notwendige Entfernung von Anteilen der Bauchspeicheldrüse erfolgt in unserer Klinik sehr häufig minimal invasiv unter Einsatz des Da Vinci® Systems. Diese schonende Vorgehensweise in der Pankreaschirurgie bieten neben uns nur zwei weitere Zentren in Deutschland an.

Patienten mit Entzündungen der Bauchspeicheldrüse werden in unserer Klinik immer gemeinsam mit den gastroenterologischen Kollegen gemeinsam betreut. Häufig bringt nur die Kombination aus endoskopischen und operativen Maßnahmen den gewünschten Erfolg. Operationsindikationen werden gemeinsam sorgfältig abgewogen und besprochen.


Alternative / ergänzende Behandlung
Die primäre Therapie der akuten und chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse ist immer konservativ. Wie oben bereits aufgeführt ist die Operation aber ein fester Bestandteil im Behandlungsverlauf dieser schwerwiegenden Erkrankungen.

In unserer Klinik steht Ihnen ein interdisziplinäres erfahrenes Team zur Verfügung, um Ihnen eine erfolgreiche Therapie dieser Erkrankung anzubieten.


Nach der Operation (postoperativer Verlauf)
Durch die minimal invasive Vorgehensweise erholen Sie sich von dem Eingriff signifikant schneller und es kommt deutlich seltener zu Komplikationen im Heilungsverlauf. Trotzdem sind Sie nach diesem großen Eingriff für einen oder zwei Tage auf die Intensivstation. Hier ist vor allen Dingen eine optimale Schmerztherapie wichtig. Schmerzfreiheit führt zu einer schnelleren Wundheilung und Rekonvaleszenz. Dazu nutzen wir in den ersten Tagen nach der Operation „PDK“ (Periduralkatheter). Die Ernährung erfolgt direkt ab dem ersten Tag über einen Ernährungskatheter. Sehr schnell darf dann wieder alles gegessen werden.

Wichtig ist, dass Patienten ihre Ängste und Sorgen sowie Ihre Erwartungen offen ansprechen. Dabei unterstützen wir Sie engagiert und verständnisvoll mit unserem Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Ernährungsberatern, Psychologen, Sozialarbeitern, Seelsorgern und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Auch für Fragen der Angehörigen steht unser Team gerne zur Verfügung.

Nach der Operation verbleiben sie in der Regel zwei Wochen stationär bei uns.

Vor der Entlassung erfolgt ein Abschlussgespräch, in dem alle Ihre Fragen  besprochen werden. Nach Bauchspeicheldrüsenoperation wegen Pankreatitis muss Ihre Medikation häufig neu eingestellt werden. Diese weiteren Schritte werden vor allen Dingen auch mit Ihrem Hausarzt abgesprochen.


Organisatorischer Ablauf einer Bauchspeicheldrüsenoperation
Wenn Sie sich über eine Bauchspeicheldrüsenoperation in unserer Klinik informieren möchten, rufen Sie uns einfach an (0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail. Sie erhalten dann umgehend einen ersten Beratungstermin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Notwendige Untersuchungen, die nicht ambulant erfolgen können, werden bereits zu diesem Zeitpunkt so terminiert, dass die Operation zeitnah nach der stationären Aufnahme erfolgen kann. Bei dringlichen Gründen ist natürlich auch eine sofortige Aufnahme möglich. Alle weiteren notwendigen Schritte werden dann im stationären Rahmen durchgeführt.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Chronische Verstopfung (Obstipation)

Grundlagen und Beschwerden
Bei der Obstipation handelt es sich um ein Symptom, das in sehr unterschiedlicher Art und Weise als störend bis hin zu quälend empfunden wird. Es gibt keine allgemeingültige Häufigkeit, wie oft man Stuhlgang absetzen muss, da die individuelle Häufigkeit sehr unterschiedlich ist. Der Begriff der Verstopfung beschreibt die Unfähigkeit, in subjektiv ausreichender Menge und Häufigkeit, Stuhlgang abzusetzen. Es gibt jedoch Kriterien, die für eine krankhafte Verstopfung sprechen:

Innerhalb der letzen 12 Monate treten in drei Monaten mindestens zwei oder mehr der folgenden Kriterien auf:

  • Weniger als 3 x pro Woche Stuhlgang
  • Starkes Pressen beim Stuhlgang
  • Sehr harter Stuhl
  • Gefühl der unvollständigen Entleerung trotz stattgehabtem Stuhlgang
  • Gefühl der Blockierung im Analkanal/Mastdarm
  • Unterstützung des Stuhlganges mit der Hand (Druck auf den Damm oder Ausräumen des Enddarmes)

Die Auswirkungen auf das körperliche und seelische Befinden können erheblich sein. Es kann zu Völlegefühl und Unwohlsein kommen. Viele betroffene Patienten stellen sich leider nicht bei einem erfahrenen Arzt vor. Das Symptom der Verstopfung ist bei uns weit verbreitet (ca. 20 % der Bevölkerung). Häufig lässt sich das Problem allein durch eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten (ballaststoffreiche Ernährung) bereits beheben. Es gibt eine Vielzahl nichtoperativer (=konservativer) und operativer Behandlungsmöglichkeiten. Grundlage hierfür ist jedoch ein ausführliches Gespräch über die Beschwerdesymptomatik (Anamnese), eine sorgfältige körperliche und auch apparative Untersuchung.

Es gibt eine große Anzahl von Ursachen für die Entwicklung einer Obstipation:

A) „Funktionelle“ Verstopfung (Ursache außerhalb des Dick- und Mastdarmes)

  • Medikamente
  • Ballaststoffarme Ernährung
  • Mangelnde körperliche Bewegung
  • Erkrankungen des Nervensystems
  • Diabetes mellitus
  • Unterfunktion der Schilddrüse, andere hormonelle Erkrankungen

B) Gestörte Transportfunktion des Darmes durch fehlerhafte nervliche Versorgung des Darmes

C) Entleerungsstörungen ( Ursachen im Beckenboden, Dickdarm oder Mastdarm)

  • Einstülpung des Mastdarmes (=Intussuszeption)
  • Aussackung des Mastdarmes (=Rektozele) als Folge einer gestörten Entleerung des Mastdarmes (=Obstruktives Defäkationssyndrom=ODS)
  • Analfissur
  • Muskuläre Erkrankungen im Beckenbodenbereich
  • Tumoren

Um die Verstopfung effektiv zu behandeln, ist es sehr wichtig die Ursache der Verstopfung genau zu eruieren.


Untersuchungen

  • An erster Stelle steht das ausführliche Gespräch über den Symptomverlauf und die Lebensgewohnheiten (Anamnese). In Abhängigkeit davon sollten folgende diagnostische Verfahren durchgeführt werden:
  • Spiegelung des Analkanals (Proktoskopie) und des Enddarmes (Rektoskopie)
  • Dickdarmspiegelung (Koloskopie)
  • Untersuchung der Stuhlentleerung mit Kontrastmittel mittels Röntgen oder Kernspintomographie (Defäkographie oder MRT-Defäkographie)
  • Bestimmung der Dickdarm-Passagezeit (Kolontransit Bestimmung, Hinton-Test)
  • Gegebenenfalls gynäkologische / urologische Untersuchung

Wir möchten betonen, dass es durchaus Geduld und Zeit erfordern kann, die Ursache für eine krankhafte Verstopfung herauszufinden. Patienten mit Obstipation werden interdisziplinär mit den Kolleginnen und Kollegen unserer gynäkologischen und urologischen Klinik in unserer wöchentlichen „Beckenbodenkonferenz“ besprochen.


Ablauf der Operation
Es gibt eine ganze Reihe von Ursachen der Verstopfung, die sehr effektiv durch eine Operation beseitigt werden kann.

Dabei kommt eine ganze Reihe von Möglichkeiten zum Tragen:

  • Überschüssige Mastdarmanteile können durch den Analkanal entfernt werden (STARR oder Trans STARR Operation)
  • Der Beckenboden kann bei einer Muskelschwäche mit einem Netz angehoben werden. Bei dieser Operation wird der Mastdarm begradigt (Rektopexie) und selten können auch überschüssige Darmanteile entfernt werden. Diese Operation erfolgt immer ohne Bauchschnitt und wir setzen für diese Eingriffe regelmäßig das Da Vinci® System ein.
  • In sehr seltenen Fällen müssen größere Anteile des Dickdarms entfernt werden, wenn eine Erkrankung dieser Darmabschnitte die Ursache für die Verstopfung ist. Auch diese Eingriffe erfolgen in unserer Klinik minimal invasiv ohne Bauchschnitt.

Alternative / ergänzende Therapieverfahren
Einige Ursachen der chronischen Verstopfung können ohne Operation konservsativ behandelt werden.

  • Einweichen des Stuhles
  • Körperliche Betätigung
  • Änderung / Ergänzung vorbestehender Medikament
  • Biofeedback-Training

Nach der Operation
Nach der Operation steht eine suffiziente Schmerztherapie in den ersten Tagen im Vordergrund. Sie können bereits am Abend der Operation wieder trinken und essen. Die Darmfunktion kommt nach den minimal invasiven Eingriffen in der Regel schnell in Gang. Zugänge (Venenzugänge, Urinkatheter) werden so schnell wie möglich entfernt, damit Sie sich wieder frei bewegen können. Der stationäre Aufenthalt dauert in der Regel nicht länger als eine Woche nach der Operation.

Vor der Entlassung wird ein ausführliches Gespräch mit Ihnen geführt, in dem geklärt wird, ob noch irgendwelche begleitenden Maßnahmen für Sie notwendig und sinnvoll sind (Medikamente, Physiotherapie etc.). Die weitere Vorgehensweise wird natürlich auch mit Ihrem behandelnden Hausarzt besprochen.


Organisatorischer Ablauf
Wenn Sie sich über eine Therapie bei chronischer Verstopfung in unserer Klinik informieren möchten, rufen Sie uns einfach an (0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail. Sie erhalten dann umgehend einen ersten Beratungstermin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der koloproktologischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Ein großer Teil der notwendigen Untersuchungen findet in unserer koloproktologischen Sprechstunde vor der stationären Aufnahme statt. Zwei Mitglieder des koloproktologischen Ärzteteams sind Kolleginnen und daher können wir Ihnen bei entsprechendem Wunsch eine koloproktologische Sprechstunde von Frauen für Frauen anbieten.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Colitis ulcerosa (Chronisch entzündliche Darmerkrankung)

Grundlagen
Die Colitis ulcerosa (CU) gehört zusammen mit dem Morbus Crohn zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Bei der CU beginnt die Erkrankung immer im Mastdarm und breitet sich von dort aus in den Dickdarm aus. Der Dünndarm oder der Magen sind im Gegensatz zum Morbus Crohn nie von der Erkrankung betroffen.

Die CU ist eine sogenannte Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass der Körper die Zellen der betroffenen Darmabschnitte als „fremd“ einstuft und daher versucht, dieses Gewebe mit den körpereigenen Abwehrkräften zu zerstören.

Menschen, die über Jahrzehnte an einer CU leiden, haben ein vielfach erhöhtes Risiko an Darmkrebs zu erkranken.


Beschwerden
Das Leitsymptom der CU sind meist blutige oder schleimige Durchfälle. Die Erkrankung verläuft typischerweise in Schüben, die oft mit Fieber und schwerem Krankheitsgefühl einhergehen.


Untersuchungen
Zunächst erfolgt eine gründliche körperliche Untersuchung und Erhebung der Krankheitsgeschichte. Anhand der Laborparameter kann eingeschätzt werden, ob ein akuter entzündlicher Schub der Erkrankung vorliegt.

Falls bei Ihnen der Verdacht auf eine CU geäußert wird, muss zunächst immer eine Spiegelung des Mast- und Dickdarms erfolgen (Koloskopie). Bei dieser Untersuchung werden Gewebeproben entnommen und an diesen Proben kann die Diagnose einer CU unter dem Mikroskop gesichert werden.

Bei schweren akuten Krankheitsverläufen wird häufig eine Schichtaufnahme des Bauchraumes in Form einer Computertomografie oder eine Kernspintomografie notwendig.

Im weiteren Krankheitsverlauf muss der Darm regelmäßig (mindestens einmal im Jahr) gespiegelt werden, um Zellveränderungen zu erkennen, bevor ein Dickdarmkrebs entsteht (Vorsorge Untersuchung).


Ablauf der Operation
Wenn bei der CU geplant die Indikation gestellt wird, besteht die Operation aus der vollständigen Entfernung der potentiell betroffenen Darmabschnitte und somit des gesamten Mast- und Dickdarmes. Diese Operationen führen wir ausschließlich minimal invasiv durch und wir verwend für die komplexen Eingriffe das Da Vinci Robotik System. Dadurch gelingt die Operation besonders schonend und Ihre Lebensqualität nach der Operation ist deutlich besser als nach alternativen Operationsmethoden. Nach der Entfernung des Dickdarmes wird aus dem  letzten Stück des Dünndarms ein Ersatzreservoir als Ersatz für den entfernten Darm geschaffen.

In seltenen Notfallsituationen (dem sogenannten toxischen Megakolon) muss die Operation am schwer entzündeten Darm erfolgen. In diesen seltenen Fällen gelingt die Operation nur über einen Bauchschnitt und es ist zunächst die Anlage eines künstlichen Darmausganges notwendig.


Alternative / ergänzende Behandlung
Initial wird die CU immer mit Medikamenten behandelt. Ziel der Therapie ist die Autoimmun Entzündung im Darm zu beseitigen. Hierfür werden Medikamente eingesetzt, die die fehlgeleitete Abwehrreaktion des Körpers hemmen: Cortison, Azathioprim und vorübergehend auch Antibiotika. In fast allen Fällen gelingt es die Entzündung zunächst mit den Medikamenten zurückzudrängen. Anschließend wird versucht, mit einer Dauermedikation (meist Azathioprim) erneute Entzündungsschübe zu verhindern oder seltener zu machen.

Nach einer Krankheitsdauer von etwa 20 Jahren ist die Gefahr einer Krebsentstehung im Darm so hoch, dass zu diesem Zeitpunkt die operative Heilung der Erkrankung eingeplant werden sollte.


Nach der Operation
Unmittelbar nach der Operation steht eine adäquate Schmerzausschaltung im Vordergrund. Die Patienten dürfen am Abend des Operationstages wieder trinken und essen. Der Aufenthalt in der Klinik dauert bei geplanten Eingriffen in der Regel 10-14 Tage. In dieser Zeit kümmert sich unser gesamtes Team (neben dem chirurgischen Team auch Gastroenterologen, Psychologen, Sozialarbeiter, Ernährungsberater und Physiotherapeuten) umfassend um Sie.

Vor der Entlassung erfolgt ein Abschlussgespräch, in dem alle Fragen besprochen werden. Sie erhalten einen ausführlichen Entlassungsbrief für Ihren Hausarzt aus dem zu ersehen ist welche Medikamente Sie weiter nehmen sollten und in welchen Zeitabständen welche Untersuchungen sinnvoll sind.


Organisation der Behandlung in unserer Klinik
Möchten Sie sich über eine Operation bei Colitis ulcerosa in unserer Klinik informieren? Dann rufen Sie uns bitte an (Tel 0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail und Sie erhalten umgehend einen Termin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Notwendige Untersuchungen, die nicht ambulant erfolgen können, werden bereits zu diesem Zeitpunkt so terminiert, dass die Operation zeitnah nach der stationären Aufnahme erfolgen kann. Bei dringlichen Gründen ist natürlich auch eine sofortige Aufnahme möglich. Alle weiteren notwendigen Schritte werden dann im stationären Rahmen durchgeführt.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im ZAM mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem Hausarzt / Facharzt
  • Ergebnisse ambulant durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Medikamentenliste und Allergiepass (falls vorhanden)

Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom)

Grundlagen
In Deutschland erkranken jährlich ungefähr 55 von 100.000 Einwohnern an einem kolorektalen Karzinom. Es ist das zweithäufigste Krebsleiden in der Bundesrepublik.

Die Erkrankung tritt meistens zwischen dem 50. und 80. Lebensjahr auf. Risikofaktoren sind Darmpolypen ( Adenome ), genetische Faktoren, entzündliche Darmerkrankungen ( Colitis ulcerosa, M.Crohn ), Übergewicht, fettreiche und ballaststoffarme Ernährung und Bewegungsmangel.


Beschwerden
Jede Änderung der Stuhlgewohnheiten sowie Blut- oder Schleimbeimengungen oder -auflagerungen sind sehr verdächtig und sollten abgeklärt werden. Des Weiteren können Müdigkeit, ein ungewollter Gewichtsverlust, Blutarmut und bei größeren Tumoren auch Bauchbeschwerden auftreten.


Untersuchungen
Zunächst wir eine gründliche Erhebung der Vorgeschichte und eine umfassende körperliche Untersuchung durchgeführt. Als nächstes erfolgt eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie ). Hierbei können Proben aus dem Darm gewonnen werden oder Polypen abgetragen werden.

Wird bei den o.g. Untersuchungen ein Kolonkarzinom festgestellt, sind weitere Untersuchung zur Bestimmung der Ausdehnung der Erkrankung erforderlich:

  • Röntgenuntersuchung der Lunge
  • Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes (Leber)
  • Computertomographie des Bauchraumes
  • Blutentnahme mit Tumormarkern (CEA und CA19/9)

Bei erblich bedingten Kolonkarzinom wird eine genetische Beratung und die Untersuchung des Erbguts empfohlen.


Ablauf der Operation
Nahezu alle Formen des Dickdarmkrebses können und sollen operiert werden. Die Therapie ist abhängig von der Lokalisation und der Ausdehnung des Tumors. Jeder Patient mit einem Dickdarmkrebs wird im Darmzentrum unseres Hauses vor Therapiebeginn in der interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt. Hier kommen Onkologen, Gastroenterologen, Strahlentherapeuten und Visceralchirurgen zusammen und erarbeiten ein maßgeschneidertes Konzept für jeden Patienten.

Tumoroperation am Dickdarm erfolgen in unserer Klinik ausnahmslos minimal invasiv. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, setzen wir dabei das Robotik Da Vinci® System ein.  Der Dickdarm und sein Lymphabflussgebiet werden vollständig unter Erhalt einer dünnen Hüllschicht entfernt (totale mesokolische Exzision oder CME). Dies gelingt durch den Einsatz der Robotic Surgery besonders sicher und verlässlich. Je nach Lokalisation des Tumors wird das rechte Hemikolon, der Querdarm, oder das linke Hemikolon reseziert. Bei all diesen Operationen ist kein künstlicher Darmausgang notwendig. Die abgesetzten Darmenden werden am Ende der Operation wieder miteinander verbunden.


Alternative / ergänzende Behandlung
Falls der Pathologie bei der Aufarbeitung des entfernten Darmabschnittes Metastasen in den Lymphdrüsen findet, wird eine zusätzliche Chemotherapie durchgeführt.

Finden sich während der Operation Absiedlungen des Tumors in der Leber oder in der Bauchhöhle, können diese Manifestationen in manchen Fällen direkt mit entfernt werden. Auch in diesen Fällen kommt eine zusätzliche Chemotherapie entweder als Infusionsbehandlung oder als HIPEC in Betracht.


Nach der Operation (postoperativer Verlauf)
Unmittelbar nach der Operation ist eine optimale Schmerztherapie wichtig. Die Patienten dürfen am Abend des Operationstages wieder trinken und mit dem Essen beginnen. Der Krankenhausaufenthalt beträgt im Mittel 10 Tage.

Eine Anschlussheilbehandlung ist sinnvoll, steht Ihnen zu und wird von uns organisiert. Wurde der Tumor frühzeitig erkannt und radikal entfernt, bestehen sehr gute dauerhafte Heilungschancen. Bei ausgedehnten Tumorstadien und dem Vorhandensein von Metastasen ist die Prognose schlechter, aber auch hier kann durch die multimodale Therapie Heilung erreicht werden. Neben unserem Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten und Ernährungsberatern werden Sie und Ihre Angehörigen von Psychologen, Seelsorgern und Sozialarbeiten kontinuierlich unterstützt.

Vor der Entlassung erfolgt ein Abschlussgespräch, in dem alle Fragen besprochen werden. Sie erhalten einen ausführlichen Entlassungsbrief und ein Tumornachsorgeschema, aus dem zu ersehen ist in welchen Zeitabständen welche Untersuchungen durchgeführt werden sollen.

Alle Unterlagen und Termine Ihrer Therapie halten wir für Sie sehr übersichtlich und informativ in dem speziell für Sie erarbeiteten Patientenordner „Darmkrebs“ bereit.


Organisatorischer Ablauf einer Dickdarmoperation
Wenn Sie sich über eine Darmkrebsbehandlung in unserer Klinik informieren möchten, rufen Sie uns einfach an (0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail. Sie erhalten dann umgehend einen ersten Beratungstermin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Bereits bei Ihrem ersten Termin erhalten Sie unseren Patientenordner „Darmkrebs“ in dem alle Termine, Unterlagen und Ansprechpartner sowie weiter wichtige Informationen zu dieser Erkrankung übersichtlich und informativ zusammengestellt sind.

Notwendige Untersuchungen, die nicht ambulant erfolgen können, werden bereits zu diesem Zeitpunkt so terminiert, dass die Operation zeitnah nach der stationären Aufnahme erfolgen kann. Bei dringlichen Gründen ist natürlich auch eine sofortige Aufnahme möglich. Alle weiteren notwendigen Schritte werden dann im stationären Rahmen durchgeführt.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Divertikulitis

Grundlagen
Divertikel des Dickdarms sind in westlichen Industrieländern häufig und nehmen mit dem Alter zu. Bei jedem  dritten  60-jährigen in Deutschland finden sich Divertikel am Dickdarm. Dabei handelt es sich um erworbene Ausstülpungen der Schleimhaut durch Gefäßlücken in der Darmwandmuskulatur. Zu 85-95% ist das Kolon sigmoideum (Sigma / S-Darm) der befallene Darmabschnitt. 80% der Divertikelträger bleiben zeitlebens ohne Beschwerden, man spricht von einer (asymptomatischen) Divertikulose.

Als Divertikelkrankheit bezeichnet man die Divertikelentzündung (Divertikulitis) mit Ihren möglichen Komplikationen:

  • Divertikeldurchbruch (Perforation)
  • Eiteransammlungen um den Dickdarm (Abszeß)
  • divertikulitische Stenose (Enge)
  • divertikulitische Fistel
  • Divertikelblutung

Komplikationen werden bei ca. 10% der Divertikelträger beobachtet und können lebensbedrohlich sein.


Beschwerden
Die Divertikulitis hat folgende charakteristische Beschwerden:

  • Linksseitige Unterbauchschmerzen
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit

Bei einer Bauchfellentzündung als Folge der seltenen freien Divertikelperforation kann es zu starken Schmerzen des gesamten Bauches und deutlicher Verschlechterung des Allgemeinzustandes kommen.

Nach wiederholten Entzündungen, die teilweise auch unerkannt ablaufen können, kann sich durch narbige Veränderungen der Darmwand mit entsprechender Einengung des Darmrohres ein drohender Darmverschluss einstellen, Verstopfung (zum Teil im Wechsel mit Durchfällen) und Bauchkrämpfe sind die typischen Symptome.

Bei einer Divertikelblutung kommt es zu mehr oder weniger starken Blutabgängen durch den After, zumeist ohne sonstige Beschwerden.


Untersuchungen
Wenn Ihre Vorgeschichte oder die klinische Untersuchung den Verdacht auf eine akute Divertikelentzündung / Divertikulitis nahe legen, sollten prinzipiell folgende Untersuchungen erfolgen:

  • Entzündungswerte im Blut (Blutbild, CRP)
  • Ultraschalluntersuchung des Bauches
  • Ggf. Computertomographie (CT) des Bauchraumes
  • Darmspiegelung (Koloskopie)

Ablauf der Operation
Nur die komplizierten Fälle einer Divertikulitis müssen operiert werden. Die Operation wird in unserer Klinik als endoskopischer / minimalinvasiver Eingriff durchgeführt. Hierzu werden über kleine Hautschnitte (Schlüsselloch-Chirurgie) CO2-Gas in die Bauchhöhle eingeleitet und Arbeitsgeräte, Kamera, Licht etc. eingebracht. Hierüber wird der S-Darm mobilisiert und dann über einen kleinen Bergeschnitt über dem Schambein entfernt. Die Darmneuverbindung der entstandenen Darmenden erfolgt sicher und standardisiert mit einer Klammernahtmaschine. Das Da Vinci®-Systems verbessert in besonders schwierigen Situationen die Operationsbedingungen.


Alternative / ergänzende Behandlung
Die Divertikulose ohne Entzündung ist nicht behandlungsbedürftig. Es empfiehlt sich aber, auf eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Trinkmenge und körperliche Bewegung zu achten.

Die Therapieform der Divertikulitis ist abhängig von der Ausprägung der Entzündung, die sich im CT darstellt sowie dem Auftreten der anderen oben genannten Komplikationen.

Die unkomplizierte Divertikulitis – häufig nur mit mäßigen Schmerzen ohne Fieber / Krankheitsgefühl – lässt sich in den meisten Fällen durch eine Antibiotika-Gabe über wenige Tage und Schonkost zur Ausheilung bringen. Die Beschwerden gehen dann rasch zurück und Sie erholen sich schnell.

Ob und wann eine erneute Entzündung auftritt (Rezidiv), wie schwer diese verläuft oder ob sich Komplikationen einstellen, kann jedoch nicht vorhergesagt werden.
Eine Operation im Sinne einer Entfernung des erkrankten Darmabschnittes – also in aller Regel eine Entfernung des S-Darmes – sollte durchgeführt werden bei:

  • anhaltenden Beschwerden unter der konservativen Behandlung einer akuten Divertikulitis
  • Auftreten einer akuten komplizierten Divertikulitis, d. h. bei Ausbildung eines Eiterherdes (Abszess) und bei Auftreten einer Perforation oder Fistel.
  • symptomatischer narbiger Engstellung (Stenose) nach wiederholten Divertikulitiden

Nach der Operation (postoperativer Verlauf
Alle Bemühungen nach der Operation zielen auf eine möglichst rasche Rekonvaleszenz. Nach der Operation bekommen Sie eine standardisierte und schonende Schmerztherapie. Der Kostaufbau erfolgt zügig. Am Operationstag dürfen Sie trinken und schon wieder leicht essen. Alle Zugänge wie z.B. Venenzugänge werden bereits in den ersten Tagen nach der Operation wieder entfernt. Bereits am OP-Tag dürfen und sollen Sie wieder aufstehen.

Einen normalen Verlauf vorausgesetzt, liegt die Dauer des Krankenhausaufenthaltes nach der Operation bei ca. 7 Tagen. Bei Entlassung sollten sich Ihre Wundschmerzen auf ein Minimum reduziert haben. Die vollständige Normalisierung Ihrer Darmtätigkeit und Stuhlgewohnheiten können in Einzelfällen mehrere Wochen dauern, anhaltende Einschränkungen sind aber nicht zu erwarten. Die Arbeitsunfähigkeit nach Ihrem Klinikaufenthalt dauert in der Regel ein bis zwei Wochen.


Organisation der Behandlung in unserer Klinik
Möchten Sie sich über eine Operation bei Divertikulitis in unserer Klinik informieren? Dann rufen Sie uns bitte an (Tel 0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail und Sie erhalten umgehend einen Termin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Notwendige Untersuchungen, die nicht ambulant erfolgen können, werden bereits zu diesem Zeitpunkt so terminiert, dass die Operation zeitnah nach der stationären Aufnahme erfolgen kann.

Viele Patienten kommen mit den oben aufgeführten Beschwerden notfallmäßig / auf dringliche Einweisung durch den Hausarzt zur stationären Aufnahme und bleiben direkt im Krankenhaus.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im ZAM mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem Hausarzt / Facharzt
  • Ergebnisse ambulant durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Medikamentenliste und Allergiepass (falls vorhanden)

Enddarmerkrankungen (Proktologie)

Grundlagen
Zu den häufigsten Erkrankungen, die in unserer koloproktologischen Sprechstunde untersucht und in unserer Klinik behandelt werden gehören:

  • Periproktitische Abszesse
    ein sehr häufiges Krankheitsbild infolge verstopfter Drüsen im Enddarmbereich
  • Analfisteln
    Folge eines periproktitisches Abszesse, wenn dieser vom Darm bis zur Haut durchbricht.
  • Analfissuren
    Ein tiefer Einriss der Haut im Analkanal, wahrscheinlich als Folge eines sehr hohen Druckes im Schließmuskelbereich
  • PiIonidalsinus
    Entzündung, die sich von der Steißbeinspitze bis zur Haut erstreckt
  • Periananvenenthrombosen
    Akute Gefäßthrombosen in Gefäßen des Analkanals, die nicht mit Hämorrhoiden zu verwechseln sind.

Beschwerden

  • Periproktitische Abszesse
    akutes, schmerzhaftes Krankheitsbild häufig in Kombination mit Fieber und Abgeschlagenheit. Eine Operation ist dringend geboten.
  • Analfisteln
    es entleert sich Flüssigkeit und manchmal sogar Stuhl über eine Öffnung der Haut in der Nähe des Anus.
  • Analfissuren
    sehr schmerzhaft bei jeder Stuhlentleerung. Führt daher häufig zur Verstopfung.
  • PiIonidalsinus
    schmerzhafte Rötung über der Steißbeinspitze, die häufig spontan zur Haut durchbricht.
  • Periananvenenthrombosen
    schmerzhafte akut auftretende Schwellung (dunkelblau) direkt am Darmausgang

Untersuchungen
Um schnell die richtige proktologische Diagnose zu stellen bedarf es in erster Linie Erfahrung. Aufwendige apparative Untersuchungen sind selten notwendig. Da es sich bei dem Großteil der Krankheitsbilder um sehr schmerzhaft akute Erkrankungen handelt, steht die zügige operative Versorgung ohne unnötige Zeitverzögerung im Vordergrund.

Folgende Untersuchungen führen fast immer zur sicheren Diagnose:

  • Erhebung der Krankheitsgeschichte
  • Körperliche, proktologische Untersuchung
  • Spiegelung des Enddarms (Proktoskopie)
  • Spiegelung des Mastdarms (Rektoskopie)

Nur vor der Therapie von chronischen Analfisteln kommen weitere Untersuchungen sinnvollerweise zum Einsatz:

  • Endosonografie des Enddarms (Ultraschall von innen)
  • Kernspintomografie des Beckens

Ablauf der Operation

  • Periproktitische Abszesse
    der Abszess muß in einer kurzen Narkose entfernt werden. Häufig kann erst unter diesen schmerzfreien Bedingungen untersucht werden, ob sich bereits eine Analfistel ausgebildet hat. Falls ja, wird diese im Rahmen der Operation primär entfernt oder mit einer Fadenmarkierung versorgt.
  • Analfisteln
    hier ist entscheidend, wie der Fistelverlauf sich zu den Anteilen des Schließmuskels verhält:
    Unkomplizierte Fisteln können einfach vollständig entfernt werden.
    Komplizierte Fisteln müssen aufwendig verschlossen werden, um das Schließmuskelorgan zu schonen. Wir verwenden hier bevorzugt das sogenannte LIFT Verfahren oder den Fistel-Plug.
  • Analfissuren
    Chronische Analfissuren, die unter medikamentöser Therpaie nicht ausheilen müssen im Sinne einer „Fissurektomie“ operativ entfernt werden.
  • PiIonidalsinus
    In der akuten Phase wird der Pilonidalsinus lediglich ausreichend entlastet. Nach Ausheilung der akuten Entzündung (in der Regel nach 6 Wochen) wird dann die zugrundeliegende Fistel vom Steißbein zur Haut sparsam ausgeschnitten (pit pricking)
  • Periananvenenthrombosen
    Das schmezrhafte Blutgerinnsel wird in einer kurzen Narkose über einen sehr kleinen Schnitt entfernt

Alternative/ergänzende Behandlungen

  • Periproktitische Abszesse
    gibt es für diese Erkrankung nicht. Eine antibiotische Therapie ist weder vor noch nach der Operation notwendig.
  • Analfisteln
    eine medikamentöse Therapie von Analfisteln gibt es ausschließlich bei den sehr seltenen Fisteln, die im Rahmen eines Morbus Crohn auftreten. Hier ist nach der Entlastung eines potentiellen Abszesses die Behandlung mit anti-TNFalpha Antikörpern (z.B. Infliximab®) sinnvoll.
  • Analfissuren
    akute Analfissuren sollten zunächst konservativ über 6 Wochen mit Salben (Diltiazemsalbe) behandelt werden. Der Wirkstoff in der Salbe entspannt den Schließmuskel und führt so häufig zum Abheilen der Fissur.
  • PiIonidalsinus
    ist eine klare Indikation zur Operation. Es gibt keine vernünftige konservative Behandlung dieser Erkrankung.
  • Periananvenenthrombosen
    auch diese Erkrankung sollte zügig der erleichterenden und heilenden Operation zugeführt werden.

Nach der Operation
Nach proktologischen Operationen steht zunächst die Schmerztherapie ganz im Vordergrund. Wir infiltrieren bereits am Ende der Operation die sehr schmerzempfindliche Analregion mit einem lang wirksamen lokalen Betäubungsmittel. Obwohl bei fast allen genannten Operationen in unmittelbarer Nähe zum Darmausgang operiert wird, ist es besonders wichtig, dass Sie zügig nach dem Eingriff wieder normal Ihren Darm entleeren können. Neben der effektiven Schmerztherapie kommen hier aus Medikamente zum Einsatz, die den Stuhl vorübergehend weich halten.

Vor der Entlassung wird ein ausführliches Gespräch mit Ihnen geführt, in dem Sie vor allen Dingen über die Besonderheiten der Analhygiene in der postoperativen Phase aufgeklärt werden.

Fast alle Patienten können das Krankenhaus nach 2 oder 3 Tagen verlassen. Sie erhalten immer einen Kontrolltermin in unserer proktologischen Sprechstunde im weiteren Verlauf.


Organisatorischer Ablauf
Möchten Sie sich über eine Proktologischen Therapie in unserer Klinik informieren? Dann rufen Sie uns bitte an (Tel 0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail und Sie erhalten umgehend einen Termin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der koloproktologischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Ein großer Teil der notwendigen Untersuchungen findet in unserer koloproktologischen Sprechstunde vor der stationären Aufnahme statt. Zwei Mitglieder des koloproktologischen Ärzteteams sind Kolleginnen und daher können wir Ihnen bei entsprechendem Wunsch eine koloproktologische Sprechstunde von Frauen für Frauen anbieten.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Gallensteinleiden (Cholezystolithiasis)

Grundlagen
Die Galleflüssigkeit entsteht in der Leber und fließt von dort über den Gallengang in den Dünndarm. Die Gallenblase ist über einen kleinen Abzweig mit dem Gallengang verbunden.  Die Steinbildung im Bereich der Gallenblase entsteht durch ein Ungleichgewicht der Bestandteile der Galle.

Frauen über 40 Jahren sind ca. zu 32 % betroffen, Männer ca. zu 16 %. Weitere Faktoren, die neben dem Geschlecht bei der Entstehung von Gallensteinen eine Rolle spielen sind Übergewicht, das Alter, ein familiäres Auftreten von Gallensteinen, ein heller Hauttyp sowie mehrfache Schwangerschaften. Nur etwa die Hälfte der Gallensteinträger entwickelt durch Gallensteine bedingte Beschwerden.


Beschwerden
Die typischen Beschwerden sind krampfartige rechtsseitige Oberbauchschmerzen, die häufig nach den Mahlzeiten auftreten. Es können allerdings auch weniger charakteristische Schmerzen im Oberbauch auftreten, die in den Rücken ausstrahlen können.

Im Verlauf einer Gallensteinerkrankung können schwerwiegende Komplikationen, wie eine Gallenblasenentzündung, eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder eine Entzündung der Gallenwege auftreten.


Untersuchungen
Zunächst finden ein Anamnesegespräch sowie eine körperliche Untersuchung statt.

Besteht der Verdacht auf ein Gallensteinleiden sollten initial folgende Untersuchungen durchgeführt werden:

  • Laborwertbestimmung
  • Ultraschalluntersuchung des Abdomens

In den meisten Fällen kann mit diesen beiden Untersuchungen die Diagnose bereits gestellt werden und die Therapie festgelegt werden. Gegebenenfalls müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

  • Magenspiegelung (Gastroskopie) bei nicht eindeutiger klinischer Symptomatik
  • Endoskopische Darstellung der Gallenwege (ERCP) beim Nachweis von Gallengangssteinen

Ablauf der Operation
Sobald Gallenblasensteine symptomatisch werden, soll die Indikation zur Entfernung der Gallenblase gestellt werden, weil die Komplikationen des Gallensteinleidens dann häufiger auftreten.

Gallenblasen werden ausschließlich minimal invasiv (= laparoskopisch) operiert. Beim unkomplizierten Gallensteinleiden wird ein kleiner Schnitt am Nabel gesetzt, zwei weitere kleinste Stichinzisionen platzieren wir im rechten Mittelbauch. Dies ermöglicht eine schonende und sichere Entfernung der Gallenblase. Die kleinen Einstiche sind in aller Regel nach abgeschlossener Wundheilung kaum zu sehen.

Bei akuten Gallenblasenentzündungen sollte innerhalb der ersten 24 Stunden nach Symptombeginn operiert werden. Dann gelingt die Operation auch in minimal invasiver Technik. Falls dieses günstige Zeitfenster bei der akuten Entzündnung versäumt wird, kann versucht werden, die Operation erst nach 6 Wochen im Intervall durchzuführen.


Alternative / ergänzende Behandlungsformen
Es gibt keine konservative Behandlung des Gallensteinleidens. Bei einer akuten Gallenblasenentzündung ist eine kurzfristige Behandlung mit Antibiotika um die Operation herum notwendig.

Sind bereits Gallensteine aus der Gallenblase in den Gallengang gewandert, müssen diese entfernt werden. Dies geschieht in der Regel im Rahmen einer endoskopischen Untersuchung (sogenannte ERCP).


Nach der Operation

  • Bereits am Abend des Operationstages beginnt die Mobilisation unter einer angepassten Schmerztherapie.
  • Essen und Trinken dürfen Sie ebenfalls am Abend des Operationstages.
  • Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel 2-3 Tage.
  • Eine Fädenentfernung ist auf Grund von resorbierbarem Nahtmaterial nicht erforderlich. Nach 3 Tagen entfernen wir das OP-Pflaster und Sie können wieder duschen.
  • Nach Abklingen der Schmerzen im Wundbereich können Sie sich wieder belasten. Die Einschränkung dauert in der Regel eine Woche bis 10 Tage. Nach dieser Zeit sind Sie wieder uneingeschränkt belastbar und arbeitsfähig.

Sie können sich auch ohne Gallenblase ganz normal ernähren und alle Speisen werden normal verdaut. Sie müssen nach der Entfernung der Gallenblase keine speziellen Medikamente einnehmen. Nachsorgeuntersuchungen sind nach dieser Operation nicht notwendig


Organisatorischer Ablauf einer Gallenblasenoperation
Möchten Sie sich über eine Gallenblasenoperation in unserer Klinik informieren? Dann rufen Sie uns bitte an (Tel 0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail und Sie erhalten umgehend einen Termin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im ZAM mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem Hausarzt / Facharzt
  • Ergebnisse ambulant durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Medikamentenliste und Allergiepass (falls vorhanden)

Hämorrhoiden

Grundlagen
Hämorrhoiden sind ein Schwellkörper am unteren Anteil des Mastdarmes (Rektum) im Übergangsbereich zum Enddarm (Anus). Es gibt sie bei jedem Menschen und sie sind Teil des analen Verschlusssystems (= Kontinenzorgan). Chronische Verstopfung und / oder eine Veranlagung führen zu einer Vergrößerung der Hämorrhoiden, die dann relevante Beschwerden verursachen können.


Beschwerden
Die häufigsten Beschwerden sind:

  • Jucken
  • Nässen
  • Blutungen
  • Vorfall der Knoten
  • Inkontinenz

Untersuchungen
Weisen die von Ihnen geäußerten Beschwerden auf ein Hämorrhoidalleiden hin, sollten folgende Untersuchungen durchgeführt werden:

  • Gründliche Erhebung der Krankengeschichte
  • Sorgfältige körperliche Untersuchung
  • Spiegelung des Enddarms (= Proktoskopie)
  • Dickdarmspiegelung (= Koloskopie)

Auch wenn bei der körperlichen Untersuchung und bei der Spiegelung des Enddarms Hämorrhoiden als mögliche Blutungsquelle erkannt worden sind, sollte immer einmal ein vollständige Darmspiegelung erfolgen, um andere Blutungsquellen auszuschließen.


Ablauf der Operation
In seltenen Fällen (bei sehr fortgeschrittenen Befunden) kann diese schonende Methode nicht mehr angewandt werden. Dann muss der Hämorrhoidalbefund in der herkömmlichen Methode ausgeschnitten werden (Methode nach Milligan-Morgan).Sobald es zu einem Vorfall der Hämorrhoiden kommt, hilft nur noch eine Operation. Wir führen in den meisten Fällen eine sogenannte Hämorrhoidopexie in der Technik nach Longo durch. Diese minimal invasive Methode hinterlässt keine äußerlichen Wunden. Dadurch ist sie besonders schmerzarm. Mittels eines Klammernaht- und Schneidegerätes wird ein Ring der Mastdarmschleimhaut unmittelbar oberhalb der Hämorrhoiden entfernt. Dadurch werden die Hämorrhoiden wieder nach innen gezogen und verkleinern sich in der Folge.


Alternative / ergänzende Behandlung
Bei weniger ausgeprägten Hämorrhoiden, die nicht bluten und keine Schmerzen verursachen, gibt es auch konservative Behandlungen, die zum Erfolg führen können:

  • Umstellung der Lebensgewohnheiten (ballaststoffreicher Ernährung, viel Trinken)
  • Verödungsbehandlung (Sklerosierung)
  • Gummibandligatur

Auch diese Behandlungsformen bieten wir unseren Patienten in unserem Enddarmzentrum an.


Nach der Operation
Sollten Sie mittels der Methode nach Longo operiert werden, können Sie damit rechnen, am 2. Tag nach dem Operationstag entlassen zu werden. Schmerzen bestehen in den allermeisten Fällen nicht. Sie sollten auf regelmäßigen Stuhlgang achten, den sie durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Bewegung und ballaststoffreiche Kost erreichen können. Spezifische Nachsorgeuntersuchungen sind nicht notwendig.

Nach der herkömmlichen Operation (Milligan-Morgan) sollten Sie mit einem stationären Aufenthalt von 2 bis 3 Tagen nach der Operation rechnen. Es können ca. 3 Wochen lang Schmerzen bestehen, die effektiv behandelt werden müssen. Die Wunde im Analbereich muss regelmäßig ausgeduscht werden. Vor der Entlassung bekommen sie einen einmaligen Nachschautermin in unserer Enddarmsprechstunde. Die weitere Betreuung übernimmt dann wieder ihr Hausarzt.


Organisatorischer Ablauf einer Hämorrhoidenoperation
Möchten Sie sich über eine Hämorrhoidenoperation in unserer Klinik informieren möchten, dann rufen Sie uns einfach an (0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail und Sie erhalten umgehend einen Termin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der koloproktologischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Ein großer Teil der notwendigen Untersuchungen findet in unserer koloproktologischen Sprechstunde vor der stationären Aufnahme statt. Zwei Mitglieder des koloproktologischen Ärzteteams sind Kolleginnen und daher können wir Ihnen bei entsprechendem Wunsch eine koloproktologische Sprechstunde von Frauen für Frauen anbieten.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im ZAM mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem Hausarzt / Facharzt
  • Ergebnisse ambulant durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Medikamentenliste und Allergiepass (falls vorhanden)

HIPEC (Peritonealkarzinose)

Grundlagen
Bei einigen bösartigen Erkrankungen kann es im Verlauf zu einem unterschiedlich starken Befall des Bauchfells (Peritoneum) kommen. Die meisten Patienten mit einer Peritonealkarzinose haben bereits eine lange Vorgeschichte mit operativen Eingriffen, systemischer Chemotherapie und Strahlentherapie durchlaufen. Mit einer operativen Entfernung der Bauchfellmetastasen in Verbindung mit einer Chemotherapie in die Bauchhöhle bei gleichzeitiger Überwärmung (Hyperthermie) der Bauchhöhle auf 42°C besteht für ausgesuchte Patienten eine weitere Behandlungsmöglichkeit, die wir in unserer Klinik seit 2005 zum Einsatz bringen.

Alle Patienten werden nach vollständiger Diagnostik im Rahmen einer interdisziplinären Tumorkonferenz gründlich zwischen Onkologen, Strahlentherapeuten, Radiologen, Anästhesisten und Visceralchirurgen besprochen. Internationale Daten der letzten Jahre zeigen, dass z.B. bei Patienten mit Dickdarmkrebs und Peritonealkarzinose 5-Jahresüberlebensraten von 30-40% erreicht werden können.


Beschwerden
Die Beschwerden einer  Bauchfellmetastasierung sind unspezifisch. Eine Bauchumfangsvermehrung kann auftreten, Bauchschmerzen und Unregelmäßigkeiten des Stuhlgangs. Bei vielen Patienten wird die Diagnose jedoch erst im Rahmen von Tumornachsorgeuntersuchungen gestellt.

Welche Tumoren kommen für eine HIPEC in Frage?

  • Dickdarmkrebs und Mastdarmkrebs (Kolonkarzinom, Rektumzarcinom)
  • Eierstockkrebs (Ovararzinom)
  • Schleimbildende Tumore, die vom Blinddarm oder vom Bauchfell selber ausgehen (Appendixkariznom, Pseudomyxoma peritonei)
  • Magenkrebs

Untersuchungen
Ein stereotyper Untersuchungsablauf existiert nicht, bei den sehr individuellen Krankenvorgeschichten dieser Patienten. Neben der Untersuchung der kardio-pulmonalen Ausgangssituation der Patientin muss großer Wert auf den präoperativen Ernährungszustand gelegt werden. Gelegentlich bedarf es hier einer mehrtägigen überprüften Ernährungstherapie einschließlich einer Immunernährung. Technische Untersuchungen wie CT, Kernspintomografie, Endoskopie, Ultraschall, Endoultraschall werden dem Einzelfall entsprechend eingesetzt und können in unserem Haus vollständig durchgeführt werden. Manchmal ist vor der eigentlichen Operation eine diagnostische Bauchspiegelung nötig, um den Grad der Bauchfellmetastasierung sicher beurteilen zu können.


Ablauf der Operation
Die Operation beginnt mit der  Eröffnung der Bauchhöhle und einer exakten Erfassung des Ausmaßes des Bauchfellbefalls. Das Ziel der chirurgisch erforderlichen Maßnahmen ist es, vollständige makroskopische Tumorfreiheit in der Bauchhöhle zu erreichen. Erscheint das Ziel einer Tumorfreiheit in der Bauchhöhle  erreichbar zu sein, schließt sich  die chirurgische Entfernung der befallenen Organe und die Entfernung des Bauchfells an. An den operativen Teil schließt sich die Gabe der Chemotherapie in die Bauchhöhle mit Überwärmung (HIPEC) an, die je nach Krankheitsbild über 30-60 Minuten durchgeführt wird. Die HIPEC kann am selben Tag erfolgen. In anderen Fällen führen wir sie mit einer Verzögerung von einigen Tagen zweizeitig durch.


Alternative / ergänzende Behandlungsmethoden
Die konservative Alternative zur HIPEC ist die systemische Chemotherapie. Dies erreicht aber in den oben genannten Situationen deutlich schlechtere Ergebnisse in Hinblick auf das tumorfreie Überleben. In den letzten Jahren hat es sich allerdings zunehmend durchgesetzt, dass Patienten vor und nach der HIPEC begleitend mit Chemotherapeutika und oder Antikörpern behandelt werden.


Nach der Operation ( postoperativer Verlauf)
Alle Patienten nach diesen z.T. sehr großen operativen Eingriffen werden für 24-48 h auf unserer Intensivstation überwacht. Um eine optimale Schmerztherapie zu gewährleisten erhalten alle Patienten am Vortag der Operation einen rückenmarksnahen Schmerzkatheter, der ca. 5 -7 Tage in der frühen Erholungsphase sehr hilfreich ist. Eine frühzeitige normale Nahrungsaufnahme und eine ebenfalls frühzeitige Mobilisation gehören zum Konzept. Die Dauer des Krankenhausaufenthaltes variiert von Patient zu Patient und beträgt im Mittel 14 Tage.

In der frühen postoperativen Phase begleitet Sie und Ihre Angehörige unser Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Psychologen, Physiotherapeuten, Sozialarbeitern, Ernährungsberatern und Seelsorgern, um alle aufkommenden Probleme zeitnah und kompetent lösen zu können. Ihr vorbehandelnder Onkologe und Ihr Hausarzt werden von Beginn an mit einbezogen und informiert.

Sie haben nach einer solchen Operation  Anspruch auf eine Anschlussheilbehandlung. Diese Reha-Maßnahme wird während Ihres Klinikaufenthaltes auf Wunsch gerne von uns für Sie organisiert.

Ein Abschlussgespräch bei Entlassung mit Festlegung von ambulanten Wiedervorstellungsterminen, Tumornachsorgeschema und Besprechung noch offener Fragen ist selbstverständlich.


Organisatorischer Ablauf
Möchten Sie sich über eine HIPEC Therapie in unserer Klinik informieren? Dann rufen Sie uns bitte an (Tel 0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail und Sie erhalten umgehend einen Termin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Notwendige Untersuchungen, die nicht ambulant erfolgen können, werden bereits zu diesem Zeitpunkt so terminiert, dass die Operation zeitnah nach der stationären Aufnahme erfolgen kann. Bei dringlichen Gründen ist natürlich auch eine sofortige Aufnahme möglich. Alle weiteren notwendigen Schritte werden dann im stationären Rahmen durchgeführt.

Zeigt sich im Rahmen der Diagnostik die Notwendigkeit einer Vorbehandlung, (Chemotherapie), werden für Sie alle anfallenden Termine gemacht und Kontakte hergestellt, so dass der gesamte Behandlungsplan für Sie ersichtlich und organisiert ist.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Operationsberichte und Entlassungsbriefe bisheriger Behandlungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Lebertumore (Lebermetastasen)

Grundlagen
Es gibt eine ganze Reihe von Befunden in der Leber, die operativ entfernt werden können bzw. sollten:

  • Lebermetastasen anderer Karzinome (z.B. Darmkrebs)
  • Primäre Leberzellkarzinome (HCC und CCC)
  • Gutartige Lebertumore (Adenome, FNH)
  • Bestimmte Leberzysten (z.B. Echinokokkuszysten)

Beschwerden
Lebertumoren machen in den meisten Fällen erst sehr spät und dann sehr unspezifische Beschwerden. Hier sind rechtsseitige Oberbauchbeschwerden, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit und Gelbsucht zu nennen.


Untersuchungen
Die Augusta-Kliniken Bochum verfügen über alle hochmodernen Diagnostika und Behandlungsmethoden, die im Rahmen der Leberchirurgie erforderlich sind. Dazu gehört eine gute Endoskopieabteilung und hervorragende, sich ergänzende bildgebende Untersuchungsmethoden wie die Kontrastmittelsonographie, das Kernspintomogramm (MRT) und die hochauflösende Computertomografie (CT).

Um für Sie die optimale Behandlungsstrategie zu entwickeln und sie adäquat und individuell zu beraten, werden vor einer Operation ihre Befunde in einer interdisziplinären Tumorkonferenz bewertet.  Hier diskutieren Spezialisten unterschiedlicher Fachgebiete wie Gastroenterologen, Onkologen, Radiologen, Pathologen und Chirurgen über die bestmögliche Vorgehensweise in Ihrem persönlichen Fall. Dabei werden nicht nur die aktuellen Befunde, sondern auch ihr Lebensalters und ihrer Begleiterkrankungen mit berücksichtig. Anschließend werden die Ergebnisse mit Ihnen ausführlich besprochen, um zu einer gemeinsamen Entscheidung zu kommen.


Ablauf der Operation
Sollte in Ihrem Fall die Möglichkeit der Operation gegeben sein, wird diese durch ein erfahrenes Team geplant. Leberchirurgie stellt hohe Anforderungen an das gesamte behandelnde Team. Operationen an der Leber werden bei uns regelmäßig und in hoher Behandlungsqualität ausgeführt. In vielen Fällen wird die Operation in minimalinvasiver Technik als Robotic Surgery durchgeführt. Durch den Einsatz des Da Vinci® Systems können wir in unserer Klinik auch hochkomplexe Lebereingriffe (z.B. Hemihepatektomien) ohne großen Bauchschnitt durchführen.


Alternative/ergänzende Behandlung
Es gibt eine ganze Reihe von modernen alternativen Behandlungsmethoden von Lebertumoren, wenn eine operative Therapie nicht sinnvoll oder möglich erscheint. Unsere radiologische Abteilung ist in lokal interventionellen Verfahren wie der CT-gesteuerte Leberpunktion, der Chemoembolisation (TACE) und der Radiofrequenzablation (RFA) sehr erfahren. Durch unsere Strahlentherapeuten ist eine stereotaktische Bestrahlung von Lebertumoren ebenfalls möglich. In enger Kooperation werden diese interventionellen Verfahren auch mit der Leberchirurgie kombiniert, um Ihnen die bestmögliche Therapie zu ermöglichen.


Nach der Operation (postoperativer Verlauf)
Nach ausgedehnten Leberresektion werden unserer Patienten zunächst für eine kurze Zeit (oft weniger als ein Tag) auf der Intensivstation I12 überwacht. Unmittelbar nach der Operation ist vor allen Dingen eine optimale Schmerztherapie wichtig. Schmerzfreiheit führt zu einer schnelleren Wundheilung und Rekonvaleszenz. Dazu bekommen die meisten Patienten nach großen Leberresektionen einen Periduralkatheter (PDK). Sie können bereits am OP Tag wieder trinken und mit dem Essen beginnen. Die Mobilisation gelingt gerade nach minimal invasiven Eingriffen bereits am ersten postoperativen Tag. In der Regle bleiben Sie 8-10 Tage in unserer Klinik, nachdem wir Sie an der Leber operiert haben.

Die Bewältigung der Diagnose eines bösartigen Lebertumors und der Therapiefolgen ist anstrengend und schwierig. Wichtig ist, dass Patienten ihre Ängste und Sorgen sowie Ihre Erwartungen offen ansprechen. Dabei unterstützen wir Sie engagiert und verständnisvoll mit unserem Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Ernährungsberatern, Psychologen, Sozialarbeitern, Seelsorgern und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Nicht zuletzt ist die Unterstützung der Familie entscheidend, damit die Patienten postoperativ schnell wieder eine hohe Lebensqualität erlangen. Auch für Fragen der Angehörigen steht unser Team gerne zur Verfügung.

Vor der Entlassung erfolgt ein Abschlussgespräch, in dem alle Fragen der Patienten besprochen werden. Patienten mit Leberresektionen steht eine Anschlussheilbehandlung in einer stationären oder ambulanten Rehabilitationseinrichtung zu, die wir vor der Entlassung für sie organisieren.

Jeder Patient erhält bei der Entlassung einen ausführlichen Entlassungsbrief sowie den Operationsbericht für den einweisenden Arzt. Hier werden alle relevanten Informationen wie z.B. Medikamente, Rehabilitationsmaßnahmen und eine Empfehlung zur Durchführung einer Tumornachsorge aufgeführt. Der Patient erhält aus dem onkologischen Zentrum unserer Klinik einen Tumornachsorgepass, aus dem zu ersehen ist in welchen Zeitabständen welche Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden sollen.


Organisatorischer Ablauf
Möchten Sie sich über einen Lebereingriff in unserer Klinik informieren? Dann rufen Sie uns bitte an (Tel 0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail und Sie erhalten umgehend einen Termin. Fast alle Patienten, die mit einem Lebertumor in unsere Klinik kommen, werden über unser Zentrales-Aufnahme-Management vor der stationären Aufnahme für die Operation vorbereitet. Notwendige Untersuchungen, die nicht ambulant erfolgen können, werden bereits zu diesem Zeitpunkt so terminiert, dass die Operation zeitnah nach der stationären Aufnahme erfolgen kann.

Bei dringlichen Gründen ist natürlich auch eine sofortige Aufnahme möglich. Alle weiteren notwendigen Schritte werden dann im stationären Rahmen durchgeführt.

Folgende Unterlagen sollten sie zu Ihren Terminen in unserer Klinik bitte mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Alle Ergebnisse der ambulant durchgeführten Untersuchungen

Leistenbrüche (Leistenhernie)

Grundlagen
Unter einer Hernie versteht man einen Austritt von Eingeweiden aus der Bauchhöhle durch eine erworbene oder angeborene Öffnung. Die Leistenregion bildet eine natürliche Schwachstelle der Bauchwand, begünstigt dadurch, dass hier im sog. Leistenkanal Strukturen (beim Mann der Samenstrang, bei der Frau ein Aufhängeband für die Gebärmutter) die Bauchdecke durchziehen.

Der Leistenbruch (Hernia inguinalis) gehört mit etwa 110.000 Behandlungsfällen im Jahr in Deutschland zu der häufigsten Form von Hernien (Bauchwandbrüchen). Männer sind von dieser Erkrankung etwa achtmal häufiger betroffen als Frauen. Er tritt in allen Altersgruppen auf.


Beschwerden
Ein Leistenbruch geht nicht zwingend mit Beschwerden einher. Meistens bereitet er Schmerzen in der Leistenregion, insbesondere bei körperlicher Belastung und häufig auch im Sitzen. Die Schmerzintensität hängt nicht mit der Größe des Leistenbruches zusammen. Oft fällt dem Patienten eine Vorwölbung in der Leiste auf, insbesondere bei größeren Brüchen. Im Liegen kann diese Vorwölbung verschwinden, im Stehen und beim Pressen wird sie meist deutlicher. Diese Schwellung entsteht durch die Verlagerung von Eingeweiden aus der Bauchhöhle oder Fettgewebe in den Bruchsack.

Wenn ein Leistenbruch länger besteht, was meistens auch mit einer Größenzunahme einhergeht, kann die Schwellung bis in den Hodensack reichen. Dies kann erhebliche Beschwerden verursachen.

Bei kleinen Brüchen kann eine sichtbare Vorwölbung auch ganz fehlen.

Das Risiko eines Leistenbruches besteht in der Einklemmung, was bedeutet, dass im Bruchsack gefangene Eingeweide (meist Darmanteile) nicht mehr durch Druck oder Massage in die Bauchhöhle zurückgeführt werden können. Zum einen kann es hierdurch zu einer Unterbrechung der Darmpassage mit dem Bild eines Darmverschlusses kommen, zum anderen kann es passieren, dass durch die Einklemmung eine ausreichende Durchblutung der gefangenen Anteile nicht mehr gewährleistet ist (Inkarzeration). Es droht ein Absterben (Nekrose) von Darmanteilen. In dieser Situation muss notfallmäßig operiert werden.


Untersuchungen
Die Diagnose lässt sich in der Regel einfach stellen. Schon die Schilderung der Beschwerden und die Beobachtung einer Schwellung sind wegweisend. Bei der körperlichen Untersuchung im Stehen und im Liegen lässt sich meist durch Austasten der Leistenringe und des Leistenkanals unter Provokation im Sinne von Pressen oder Husten der Bruchsack tasten. Sehr kleine Hernien können gelegentlich etwas schwierig zu tasten sein, insbesondere bei Frauen. Hier kann eine unterstützende Ultraschall-Untersuchung hilfreich sein.


Ablauf der Operation
Grundsätzlich gilt:
die Operation ist die einzige ursächliche Behandlung eines Leistenbruches.

Die operative Versorgung ist allerdings nicht immer umgehend erforderlich. Sie empfiehlt sich jedoch zur Beseitigung der Beschwerden und Vermeidung von Komplikationen wie die Einklemmung und/ oder Größenzunahme in einem absehbaren, planbaren Zeitraum (innerhalb von 3 Monaten). Eine sorgfältige und in Ruhe geplante Operation ist immer risikoärmer als eine Notfalloperation.

Unter Einsatz moderner Narkoseverfahren und einer guten Nachbetreuung bedeutet der Eingriff heutzutage für den Patienten in aller Regel eine sichere und schmerzarme Erfahrung.

Zur Versorgung eines Leistenbruches stehen zahlreiche Operationsverfahren zur Verfügung. Grundsätzlich sind dabei zunächst einmal zwei verschiedene Methoden zu unterscheiden:

  • Konventionell / offen
  • Minimal-invasiv / endoskopisch (Schlüssellochchirurgie)

Bei beiden unterschiedlichen Zugangswegen werden heute Kunststoffnetze eingesetzt. Dies minimiert die Gefahr eines Rezidivs erheblich und ermöglicht eine rasche und schnelle Rückkehr in Ihr normales Leben.

Welche Methode zum Einsatz kommt wird in jedem Fall mit dem Patienten entschieden. Dabei spielen Größe und Beschaffenheit des Bruches, Nebenerkrankungen, individuelle Risikofaktoren und Voroperationen genauso eine Rolle wie der Wunsch des Patienten.

Die konventionelle Vorgehensweise ist die Methode nach Lichtenstein. Über einen kleinen Schnitt in der Leiste wird das Netz zwischen den Muskelschichten der Bauchdecke platziert.

Bei der minimal-invasiven Versorgung stehen zwei Vorgehensweisen zur Verfügung:

Bei der TAPP wird das Netz durch den Bauchraum in der Leistenregion platziert. Bei der TEP wird ein Raum zwischen den Schichten der Bauchdecke präpariert und die Bauchhöhle bleibt verschlossen. Welche Technik sinnvollerweise zur Anwendung kommt hängt von vielen individuellen Faktoren ab (z.B. Voroperationen im Bauchraum). Den beiden endoskopischen Verfahren ist gemeinsam, dass hierfür eine Vollnarkose benötigt wird. Die konventionelle Operation kann auch mit Hilfe einer Rückenmarksnarkose oder in seltenen Fällen auch in lokaler Betäubung durchgeführt werden.

Die operative Versorgung des Leistenbruches ist heutzutage ein absolut risikoarmes Verfahren. Die heute verwendeten Netze werden teilresorbiert und vom Körper sehr gut vertragen. Netzinfekte stellen eine Rarität dar. Das Rezidivrisiko (Wiederholungsbruch) beträgt für die Methoden mit Verwendung eines Netzes unter 3 %.


Alternative / ergänzende Behandlungsformen
Es gibt keine medikamentöse oder konservative Therapie, die einen Leistenbruch beseitigt. Die Gabe von Schmerzmitteln ist rein symptomatisch. Das Tragen eines Bruchbandes, das gelegentlich verordnet wird, soll allein das Hervortreten eines großen Bruches verhindern, erschwert nach längerer Anwendung jedoch unter Umständen eine spätere Operation.


Nach der Operation
Nach einer Operation an der Leiste treten kurzfristig Wundschmerzen auf, die wir prophylaktisch behandeln. Sie können am Abend der Operation wieder trinken und essen. Bei allen Operationsmethoden mit Verwendung eines Netzes erfolgt vom ersten postoperativen Tag an eine Mobilisation für alle normalen Alltagstätigkeiten (Bekleiden, Hygiene, Gehen). Am 3. Tag wird das Wundpflaster entfernt und Sie können wieder duschen. Wir verwenden selbstauflösende Nähte, damit bei Ihnen keine Fäden gezogen werden müssen. Nach Abklingen der Schmerzen im Wundbereich können Sie sich wieder voll belasten. Eine normale körperliche Aktivität, einschließlich Sport wird zumeist nach 2 Wochen wieder erreicht.


Organisatorischer Ablauf einer Leistenhernienoperation
Fast alle Patienten, die zur Operation einer Leistenhernie in unsere Klinik kommen werden über unser Zentrales-Aufnahme-Management (ZAM) vor der stationären Aufnahme ambulant für die Operation vorbereitet. Die Operation findet dann am Aufnahmetag statt. Nach der Operation verbleiben sie in der Regel 2Tage bei uns.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im ZAM mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem Hausarzt / Facharzt
  • Alle Ergebnisse  ambulant durchgeführter Untersuchungen

Im aktuellen Vergütungssystem in Deutschland können wir diese modernen und aufwendigen OP Verfahren nicht ambulant anbieten. Gerade beidseitige Operationen und Eingriffe bei älteren, hinfälligen oder alleinstehenden Menschen sind ohnehin als kurzstationärer Aufenthalt besser versorgt.

Magenkrebs (Magenkarzinom)

Grundlagen
In Deutschland erkranken jährlich ungefähr 20 von 100 000 Einwohnern an Magenkrebs (Magenkarzinom). Die Erkrankung tritt meistens jenseits des 50. Lebensjahres auf. Risikofaktoren sind u. a. Ernährungsgewohnheiten, Rauchen und chronische Entzündungen des Magens.


Beschwerden
Die Symptome eines Magenkarzinoms sind uncharakteristisch. Es kann u. a. zu neu auftretenden Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme kommen. Diese Beschwerden können auch durch viele andere Erkrankungen hervorgerufen werden. Daher sollte bei Oberbauchbeschwerden, die länger als 2 Wochen anhalten, unbedingt eine Magenspiegelung (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie = ÖGD) und Entnahme von Gewebeproben erfolgen. Nur so kann ein Magenkrebs ausgeschlossen bzw. früh erkannt werden.


UntersuchungenDie Magenspiegelung wird durch einen erfahrenen Endoskopiker in einem Kurzschlaf durchgeführt und ist daher nicht unangenehm (bei Ihnen ist die ÖGD vielleicht bereits ambulant durchgeführt worden). Es werden Gewebeproben entnommen und im Pathologischen Institut an den Augusta Kliniken Bochum (Prof. Dr. med. S. Phillippou) untersucht.

Bestätigt sich die Diagnose Adenokarzinom des Magens (Magenkrebs) sind weitere Untersuchungen notwendig, um die Ausdehnung der Erkrankung, das sogenannte Tumorstadium, zu bestimmen:

  • Computertomographie des Bauch- und Brustraumes
  • Ultraschalluntersuchung der Magenwand mit dem Endoskop (Endosonographie)
  • Bauchspiegelung (sogenannte staging Laparoskopie)

Mit diesen Untersuchungen erfahren wir, wie weit sich der Krebs in der Magenwand ausgedehnt hat und ob Absiedlungen in den Lymphknoten oder in entfernten Organen (sogenannte Metastasen) vorliegen. Die Bestimmung des individuellen Tumorstadiums (staging) ist besonders wichtig, da sich daran das Therapiekonzept für jeden einzelnen Patienten orientiert.


Ablauf der Operation
Die Behandlung von Patienten mit Magenkarzinomen stellt einen der Schwerpunkte des Onkologischen Zentrums unseres Krankenhauses dar. Jeder Patient mit einem Magenkrebs wird vor Beginn der Therapie in der Interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt. Hier kommen Onkologen, Gastroenterologen, Chirurgen und Strahlentherapeuten zusammen und erarbeiten ein maßgeschneidertes Therapiekonzept für jeden Patienten.

Nur die vollständige chirurgische Entfernung des Magenkarzinoms ermöglicht die Heilung der Erkrankung. In den meisten Fällen kann ein kleiner Teil des Magens belassen werden. Das macht die Operation deutlich ungefährlicher und verbessert Ihre Lebensqualität nach dem Eingriff. Mit dem Magen müssen vor allen Dingen die umgebenden Lymphknoten vollständig entfernt werden. Bei Magenkrebs im Mageneingang wird auch der untere Teil der Speiseröhre mit entfernt. In den seltenen Fällen, in denen der gesamte Magen entfernt werden muss, bilden wir einen Ersatzmagen aus dem oberen Dünndarm.

All diese komplexen Operationen führen wir in usnerer Klinik minimal invasiv unter Einsatz des Da Vinci® Systems durch (Robotic Surgery).  Durch den Einsatz dieses Assistenzsystems gelingen die Operationen besonders schonend, genau und blutarm. Das sind die besten Voraussetzungen für ein schnelle Erholung und ein sehr gutes Operationsergebnis in Hinblick auf Ihre Tumorerkrankung.

Magenkrebs kann zu Absiedlungen in der gesamten Bauchhöhle führen (sogenannte Peritonealkarzinose). Als eine von wenigen Tumorzentren in Deutschland bietet unsere Klinik hier im interdisziplinär ausdiskutierten Einzelfall und Sondersituationen die Möglichkeit der Bauchfellentfernung (sog. Peritonektomie) in Kombination mit einer Chemotherapie des Bauchraumes während der Operation (sogenannte HIPEC) als Therapiemaßnahme an. Auch diese Kombinationseingriffe sind bei uns als minimal invasiver Eingriff etabliert und standardisiert.


Alternative /  ergänzende Therapie
Mehr als die Hälfte aller Patienten mit Magenkrebs erhält heute vor und nach der Operation eine Chemotherapie. Die Operation verzögert sich durch diese Chemotherapie um einige Wochen und dies beunruhigt verständlicherweise viele Patienten mit Magenkrebs. Trotzdem ist diese Vorgehensweise sinnvoll und richtig, da große Untersuchungen gezeigt haben, dass die Heilungschancen durch diese sogenannte multimodale Therapie erheblich verbessert werden können. Die Strahlentherapie kommt beim Magenkrebs nur in Ausnahmefällen zur Anwendung.


Nach der Operation (postoperativer Verlauf)
Unmittelbar nach der Operation ist vor allen Dingen eine optimale Schmerztherapie wichtig. Schmerzfreiheit führt zu einer schnelleren Wundheilung und Rekonvaleszenz. Dazu nutzen wir auch den „PDK“ (Periduralkatheter). Die Ernährung erfolgt ab dem ersten Tag über einen Ernährungskatheter, der für einige Tage nach der Operation im Dünndarm verbleibt. Der Körper muss sich zunächst auf die neue Situation ohne Magen umstellen. Prinzipiell darf alles gegessen werden; anfangs sollten 6 – 8 kleine Mahlzeiten pro Tag eingenommen werden. In der ersten Zeit kann es zu einem Gewichtsverlust kommen, der später in der Regel wieder ausgeglichen wird.

Wichtig ist, dass Sie als Patient Ihre Ängste und Sorgen sowie Ihre Erwartungen offen ansprechen. Dabei unterstützen wir Sie engagiert und verständnisvoll mit unserem Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Ernährungsberatern, Psychologen, Sozialarbeitern, Seelsorgern und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Auch für Fragen der Angehörigen steht unser Team  gerne zur Verfügung.

Nach der Operation verbleiben Sie in der Regel zwei Wochen stationär bei uns.  Vor der Entlassung erfolgt ein Abschlussgespräch, in dem alle Fragen der Patienten besprochen werden. Patienten mit Magenkrebs steht eine Anschlussheilbehandlung zu, die wir vor der Entlassung für sie organisieren.

Zur Entlassung erhalten Sie aus dem onkologischen Zentrum unserer Klinik einen Tumornachsorgepaß, aus dem zu ersehen ist, in welchen Zeitabständen welche Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden sollen.


Organisatorischer Ablauf einer Magenoperation
Möchten Sie sich über eine Magenoperation in unserer Klinik informieren? Dann rufen Sie uns bitte an (Tel 0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail und Sie erhalten umgehend einen Termin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Notwendige Untersuchungen, die nicht ambulant erfolgen können, werden bereits zu diesem Zeitpunkt so terminiert, dass die Operation zeitnah nach der stationären Aufnahme erfolgen kann. Bei dringlichen Gründen ist natürlich auch eine sofortige Aufnahme möglich. Alle weiteren notwendigen Schritte werden dann im stationären Rahmen durchgeführt.

Zeigt sich im Rahmen der Diagnostik die Notwendigkeit einer Vorbehandlung, (Chemotherapie), werden für Sie alle anfallenden Termine gemacht und Kontakte hergestellt, so dass der gesamte Behandlungsplan für Sie ersichtlich und organisiert ist.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom)

Grundlagen
In Deutschland erkranken jährlich ungefähr 65.000 Menschen an einem kolorektalen Karzinom. Es ist das zweithäufigste Krebsleiden in der Bundesrepublik.

Die Erkrankung tritt meistens zwischen dem 50. und 80. Lebensjahr auf. Risikofaktoren sind Darmpolypen (Adenome), genetische Faktoren, entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, M.Crohn), Übergewicht, fettreiche und ballaststoffarme Ernährung und Bewegungsmangel.


Beschwerden
Jede Änderung der Stuhlgewohnheiten sowie Blut- oder Schleimbeimengungen oder -auflagerungen sind sehr verdächtig und sollten abgeklärt werden. Des Weiteren können Müdigkeit, ein ungewollter Gewichtsverlust, Blutarmut und bei größeren Tumoren auch Bauchbeschwerden  auftreten.


Untersuchungen
Zunächst wir eine gründliche Erhebung der Vorgeschichte durchgeführt. Der Enddarm wird mit dem Finger untersucht. Als nächstes erfolgt eine Darmspiegelung (Koloskopie). Hierbei können Proben aus dem Darm gewonnen werden oder Polypen abgetragen werden.

Wird bei den o.g. Untersuchungen ein Rektumkarzinom festgestellt, sind weitere Untersuchung zur Bestimmung der Ausdehnung der Erkrankung erforderlich:

  • Röntgenuntersuchung der Lunge
  • Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes ( Leber )
  • Endosonographie des Mastdarmes (Ultraschall von innen)
  • Kernspintomographie des Beckens
  • Blutentnahme mit Tumormarkern ( CEA )

Bei erblich bedingten Rektumkarzinom wird eine genetische Beratung und die Untersuchung des Erbguts empfohlen.


Ablauf der Operation
Nahezu alle Formen des Mastdarmkrebses können und sollen operiert werden. Die Therapie ist abhängig von der Lokalisation und der Ausdehnung des Tumors. Jeder Patient mit einem Mastdarmkrebs wird im Darmzentrum unseres Hauses vor Therapiebeginn in der interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt. Hier kommen Onkologen, Gastroenterologen, Strahlentherapeuten und Visceralchirurgen zusammen und erarbeiten ein maßgeschneidertes Konzept für jeden Patienten.

Sehr kleine Tumore können transanal im Sinne einer TEM (transanale endoskopische Mikrochirurgie) vollständig entfernt werden. Alle anderen Rektumkarzinome werden radikal onkologisch reseziert.

Diese Tumoroperation erfolgt in unserer Klinik ausnahmslos minimal invasiv. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, setzen wir dabei das Robotik Da Vinci System ein.  Der Mastdarm und sein Lymphabflussgebiet werden vollständig unter Erhalt einer dünnen Hüllschicht entfernt (totale mesorektale Exzision oder TME). Dies gelingt durch den Einsatz der Robotic Surgery besonders sicher und verlässlich. Die direkt benachbarten Nerven, die für die Blasen- und Sexualfunktion zuständig sind, können perfekt geschont werden.

Nach der Entfernung des Mastdarmes wird der Dickdarm des Patienten knapp oberhalb des Schließmuskelapparates wieder angeschlossen. Diese neue Verbindung sollte für eine kurze Zeit (6 Wochen) durch einen vorübergehenden Darmausgang (Ileostoma) geschützt werden, um unkompliziert abheilen zu können.

Eine Entfernung des Schließmuskelapparates mit der Anlage eines dauerhaften seitlichen Darmausganges ist erfreulicherweise in unseren Händen eine Rarität (nur etwa 5 % aller Patienten mit Mastdarmkrebs).


Alternative / ergänzende Behandlung
In vielen Kliniken werden etwa 70 % der Patienten mit einem Mastdarmkrebs vor der Operation kombiniert bestrahlt und chemotherapiert. Diese Kombinationstherapie führt allerdings häufig zu einer bleibenden deutlichen Einschränkung der Lebensqualität in Hinblick auf Blasen-, Sexual- und Stuhlentleerungsfunktion. Wir versuchen daher möglichst selten vor der Operation zu bestrahlen. Nur Rektumkarzinome, die unmittelbar bis an den Schließmuskel heranreichen, werden auch in unserem onkologischen Zentrum kombiniert behandelt (etwa 20% aller Patienten mit Mastdarmkrebs).

Findet der Pathologe bei der Aufarbeitung des Resektates Lymphknotenmetastasen, empfehlen wir nach der Operation eine Chemotherapie über sechs Monate. Mit dieser Behandlung kann die Wahrscheinlichkeit der dauerhaften Heilung auch in dieser Situation auf fast 80% gesteigert werden.


Nach der Operation (postoperativer Verlauf)
Unmittelbar nach der Operation ist eine optimale Schmerztherapie wichtig. Die Patienten  dürfen am Abend des Operationstages wieder trinken und Essen. Der Krankenhausaufenthalt beträgt im Mittel 12 Tage.

Nach einer perfekten Tumoroperation bestehen sehr gute dauerhafte Heilungschancen. Von den Patienten, die wir mit Robotic Surgery am Rektumkarzinom operieren, bekommen nur etwa 2 % ein lokales Tumorrezidiv, obwohl wir in 80% der Fälle auf eine präoperative Bestrahlung verzichten. Dies ist im nationalen und internationalen Vergleich ein herausragend gutes Ergebnis.

Eine Anschlussheilbehandlung ist sinnvoll, steht Ihnen zu und wird von uns organisiert. Neben unserem Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten und Ernährungsberatern werden Sie und Ihre Angehörigen von Psychologen, Seelsorgern und Sozialarbeiten unterstützt.

Vor der Entlassung erfolgt ein Abschlussgespräch, in dem alle Fragen besprochen werden. Sie erhalten einen ausführlichen Entlassungsbrief und einen Tumornachsorgeschema, aus dem zu ersehen ist in welchen Zeitabständen welche Untersuchungen durchgeführt werden sollen.

Alle Unterlagen und Termine Ihrer Therapie halten wir für Sie sehr übersichtlich und informativ in dem speziell für Sie erarbeiteten Patientenordner „Darmkrebs“ bereit.


Organisatorischer Ablauf einer Mastdarmoperation
Wenn Sie sich über eine Darmkrebsbehandlung in unserer Klinik informieren möchten, rufen Sie uns einfach an (0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail. Sie erhalten dann umgehend einen ersten Beratungstermin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Bereits bei Ihrem ersten Termin erhalten Sie unseren Patientenordner „Darmkrebs“ in dem alle Termine, Unterlagen und Ansprechpartner sowie weiter wichtige Informationen zu dieser Erkrankung übersichtlich und informativ zusammengestellt sind.

Notwendige Untersuchungen, die nicht ambulant erfolgen können, werden bereits zu diesem Zeitpunkt so terminiert, dass die Operation zeitnah nach der stationären Aufnahme erfolgen kann. Bei dringlichen Gründen ist natürlich auch eine sofortige Aufnahme möglich. Alle weiteren notwendigen Schritte werden dann im stationären Rahmen durchgeführt.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Morbus Crohn (chronische entzündliche Darmerkrankung)

Grundlagen
Morbus Crohn ist eine chronisch verlaufende, entzündliche Darmerkrankung, die alle Abschnitte des Verdauungstrakts befallen kann. Mit einer Prävalenz von 5-6 pro 100 000 Einwohner in den westlichen Industrienationen handelt es sich um eine seltene Krankheit.  Bei 10 bis 20 % der Patienten kommt es zusätzlich zu extraintestinalen Manifestationen. Charakteristisch für die Erkrankung ist der Wechsel zwischen akuten Schüben und zum Teil langen symptomfreien Intervallen. Als auslösende Faktoren der Autoimmunkrankheit  werden Umwelteinflüsse, genetische Prädisposition und Ernährungsgewohnheiten diskutiert.


Beschwerden
Die Beschwerden sind sehr unterschiedlich und häufig unspezifisch:

  • Krampfartige Bauchschmerzen
  • blutige oder eitrige Durchfälle
  • Darmfisteln zur Haut, zur Blase oder zum inneren Genitale

Im Durchschnitt vergehen 16 Monate zwischen den ersten Beschwerden und der Sicherung der Diagnose.


Untersuchungen
Zunächst sind eine gründliche und sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte inklusive Familienanamnese und eine körperliche Untersuchung wichtig. Wird anschließend der Verdacht auf eine Crohn-Erkrankung geäußert, schließen sich eine ganze Reihe von Untersuchungen an:

  • Spiegelung des oberen und unteren Magendarm Trakts (Gastroskopie, Koloskopie)
  • Kernspintomographie (MRT) des Bauchraumes
  • gynäkologische bzw. urologische Untersuchungen

Die Diagnose eines Morbus Crohn darf immer erst dann gestellt werden, wenn dies ein erfahrener Pathologe anhand von Gewebeproben nachgewiesen hat.

Menschen mit Morbus Crohn erkranken signifikant häufiger an Darmkrebs als der Rest der Bevölkerung. Nach entsprechend langer Krankheitsdauer (spätestens nach 20 Jahren) muss daher völlig unabhängig von Beschwerden eine regelmäßige endoskopische Überwachung des Darmes erfolgen.


Ablauf der Operation
Die primäre Therapie des Morbus Crohn ist klar konservativ medikamentös. Allerdings müssen 70 % aller Patienten mit dieser chronisch entzündlichen Darmerkrankung mindestens einmal visceralchirurgisch operiert werden. Die Indikationen zur Operation sind die Komplikationen der Erkrankung:

  • Engstellen (Stenosen)
  • Darmfisteln zur Haut, zwischen den Darmabschitten oder ins Urogenitalsystem
  • Eiteransammlungen im Bauch- oder Rückenraum
  • Darmdurchbrüche (Perforationen)
  • Crohn assoziierte Krebserkrankungen

Es wird immer gemeinsam mit den behandelnden Internisten (Gastroenterologen) in unseren Visceralmedizinschen Zentrum besprochen, ob und wann operiert werden muss.

Ziel der Operationen beim Morbus Crohn ist immer, die Komplikation der Erkrankung effektiv zu beheben und dabei so wenig Darm wie möglich zu entfernen. Diese Eingriffe erfolgen bei uns fast ausschließlich minimal invasiv, bei aufwendigen Rekonstruktion mit Hilfe des Da Vinci® OP Roboters.


Alternative / Ergänzende Behandlung
Die medikamentöse Therapie des Morbus Crohn versucht die Autoimmunreaktion des Körpers zu hemmen. In der Akutphase stehen hier unverändert Kortisongaben im Vordergrund. Im Langzeitverlauf werden als Rezidivprophylaxe heute andere Immunsuppressiva wie Imurek® (Azathioprim) mit sehr gutem Erfolg eingesetzt. Seit vielen Jahren kommen ergänzend oder auch alleine Antikörper wie Humira® oder Infliximab® zur Anwendung.


Nach der Operation / postoperativer Verlauf
Früh postoperativ steht die optimale Schmerzbehandlung im Vordergrund. Alle Patienten sollen so schnell wie möglich wieder essen und trinken. Die Liegezeit richtet sich nach dem durchgeführten Eingriff. Sie liegt in unserer Klinik allerdings im Durchschnitt unter acht Tagen.

Die ergänzende medikamentöse Therapie und Rezidivprophylaxe ist entscheidend und wird  gemeinsam mit unseren internistischen Partnern auf unserer gemeinsamen Bettenstation festgelegt und betreut.

Neben unserem Team aus Ärzten, erfahrenem Pfegepersonal, Physiotherapeuten  und Ernährungsberater werden Sie und Ihre Angehörigen von Psychologen, Seelsorgen und Sozialarbeiter entsprechend Ihrer Bedürfnisse und Wünsche betreut.

Vor der Entlassung erfolgt ein Abschlussgespräch, in dem alle Fragen besprochen werden. Sie erhalten einen ausführlichen Entlassungsbrief und ein Nachsorgeschema aus dem zu ersehen ist, in welchen Zeitabständen welche Untersuchungen durchgeführt werden sollten. Die Vorgehensweise wird natürlich mit Ihrem betreuenden Kollegen im ambulanten Bereich abgesprochen und koordiniert.


Organisatorische Ablauf
Wenn Sie sich über eine Morbus Crohn Therapie in unserer Klinik informieren möchten, rufen Sie uns einfach an (0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail. Sie erhalten dann umgehend einen ersten Beratungstermin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Nicht selten stellen sich Patienten mit einem Morbus Crohn notfallmäßig mit Komplikationen ihrer Erkrankung im Krankenhaus vor. In unseren ZNA erwartet Sie immer ein kompetentes interdisziplinäres Team.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Entlassungsbriefe und vorherige Operationsprotokolle (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Nebennierentumore (Nebennierenadenome)

Grundlagen der Erkrankung
Die Nebennieren liegen beidseits oberhalb der Nieren und sind ca. 8 -10 g schwer. Sie bestehen aus dem Nebennierenmark und der Nebennierenrinde und produzieren verschiedene Hormone (Botenstoffe):

  • Katecholamine (Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin ® Stresshormone)
  • Kortison (wichtig für viele Stoffwechselvorgänge, Zuckerstoffwechsel, Immunmodulation, Stresshormon)
  • Aldosteron (reguliert die Salzausscheidung in der Niere und den Blutdruck)
  • Geschlechtshormone (Androgene, Östrogene)

In den Nebennieren können verschiedene gut- oder bösartige Raumforderungen (Tumore) vorkommen:

  • Nebennierenadenome sind mit ca. 50% am häufigsten und sind gutartig.
  • Phäochromozytome im Nebennierenmark produzieren Adrenalin.
  • Nebennierenkarzinome sind bösartig, aber sehr selten.
  • Metastasen (Absiedlungen) von Tumoren aus anderen Organen

Nebennierentumore sind teilweise hormoninaktiv, teilweise produzieren sie aber auch bestimmte Hormone im Überschuss.


Beschwerden (Symptome)
Häufig machen Nebennierentumore gar keine Beschwerden und werden zufällig bei Untersuchungen aus anderen Gründen (z.B. bei der Computertomographie) entdeckt. Diese Zufallsbefunde nennt man Inzidentalome, sie sind meistens gutartig und machen nicht krank.

Sind Nebennierentumore jedoch hormonaktiv, so machen sie sich über Symptome des jeweiligen Hormonüberschusses bemerkbar:

  • Conn-Adenome (primärer Hyperaldosteronismus) produzieren übermäßig Aldosteron. Dadurch kommt es zu einem erhöhten Blutdruck und Störungen des Kaliumhaushalts, was zu Muskelschwäche, Muskelkrämpfen, vorübergehenden Lähmungen, Kopfschmerzen, gesteigertem Durst und gesteigerten Urinmengen führen kann.
  • Cushing-Adenome (adrenales Cushing-Syndrom) produziere im Überschuss Kortison. Folgen können Stammfettsucht, Stiernacken, Mondgesicht, Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, Osteoporose, Depressionen, typische Hautveränderungen, Immunschwäche und Muskelschwäche sein.
  • Tumore, die Östrogen (weibliches Geschlechtshormon) produzieren, können bei Männern zu Hodenschrumpfung, Unfruchtbarkeit, Ausbildung einer weiblichen Brust oder eines weiblichen Behaarungsmusters führen.
  • Tumore, die Androgene (männliches Geschlechtshormon) produzieren, können bei Frauen zu einem männlichen Behaarungsmuster, Akne, Zyklusstörungen, Unfruchtbarkeit etc. führen.
  • Phäochromozytome produzieren Katecholamine, was u.a. einen erhöhten Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, vermehrtes Schwitzen und Gewichts-verlust zur Folge haben kann.

Untersuchungen (Diagnostik)
Bildgebende Diagnostik:

  • Ultraschall
  • Computertomographie (CT)
  • Kernspinntomographie (MRT)

Bestimmung von bestimmten Hormonen und Hormonvorstufen in Blut und Urin sowie Stimulations- bzw. Hemmtests von bestimmten Hormonen


Ablauf der Operation
Abhängig von Größe und Hormonaktivität des Tumors sowie bei Hinweisen, die den Verdacht auf einen bösartigen Tumor nahelegen, wird in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den internistischen ärztlichen Kollegen die Indikation zur Operation gestellt. Wird ein gutartiges Adenom vermutet, so muss meist nur der betroffene Teil der Nebenniere und nicht das ganze Organ entfernt werden. Bei dem seltenen Verdacht auf einen bösartigen Tumor (Karzinom) muss immer die gesamte Nebenniere und ggf. auch benachbarte, mitbetroffene Organe / Lymphknoten entfernt werden.

In den allermeisten Fällen kann die Operation minimalinvasiv / laparoskopisch (Schlüsselloch-Chirurgie) durchgeführt werden. Der Einsatz des Robotik-Systems (DaVinci) kann dabei die Operationsbedingungen und das operative Ergebnis deutlich verbessern. Dieser Eingriff erfolgt ausnahmslos in Vollnarkose, ein Aufenthalt auf der Intensivstation ist in der Regel nicht nötig, ebenso wenig die Platzierung einer Drainage in die Bauchhöhle.

In jedem Fall wird das entfernte Gewebe vom Pathologen feingeweblich untersucht, sodass eine sichere Aussage über die Natur des Tumors gemacht werden kann.


Alternative / ergänzende Behandlungen
Wenn Nebennierentumore nicht hormon-aktiv sind, eine gewisse Größe nicht überschreiten und keine Hinweise auf einen bösartigen Tumor bestehen, so ist keine Operation notwendig und es werden lediglich regelmäßige Verlaufskontrollen empfohlen.

Wenn operiert wurde, so muss die Hormonproduktion des verbliebenen Nebennierengewebes im Verlauf endokrinologisch überwacht werden.

Gegebenenfalls müssen Hormone, wie Kortison oder Geschlechtshormone, in Form von Tabletten substituiert werden. Auch der Blutdruck sollte im Verlauf kontrolliert werden.

Bösartige, fortgeschrittene Nebennierenkarzinome werden ggf. mittels Chemotherapie und lokaler Bestrahlung nachbehandelt.


Nach der Operation
Alle Bemühungen nach der Operation zielen auf eine möglichst rasche Genesung hin. Nach der Operation bekommen Sie eine standardisierte und schonende Schmerztherapie. Sie können noch am Abend des OP-Tags wieder normal essen. Ebenso dürfen und sollen sie bereits am OP-Tag wieder aufstehen. Alle Zugänge – z.B. Venenzugang und Urinkatheter – werden bereits in den ersten Tagen nach der Operation wieder entfernt.

Einen normalen Verlauf vorausgesetzt, liegt die Dauer des Krankenhausaufenthaltes nach der Operation bei ca. 5 Tagen. Bei Entlassung sollten sich Ihre Wundschmerzen auf ein Minimum reduziert haben.


Organisation der Behandlung in unserer Klinik
Wenn Sie sich über eine Nebennierenoperation in unserer Klinik informieren möchten, rufen Sie uns einfach an (0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail. Sie erhalten dann umgehend einen ersten Beratungstermin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Nebenschilddrüsenüberfunktion (HPT)

Grundlagen
Die Nebenschilddrüsen sind vier sehr kleine Organe, die sich direkt hinter der Schilddrüse – weitaus seltener an anderer Stelle im Hals oder Brustbereich – finden. Sie produzieren ein Hormon, dass sogenannte Parathormon, welches für den Calciumspiegel im Blut verantwortlich ist. Calcium wiederum ist entscheidend für den Knochenaufbau und die normale Nerven- und Muskelfunktion. Das Parathormon steuert die Konzentration des Calciums.

Die wesentliche Erkrankung, die von einer oder mehreren Nebenschilddrüsen ausgeht, ist die Überfunktion (Hyperparathyreoidismus). Es handelt sich fast immer um gutartige Erkrankungen. Man unterscheidet im wesentlichen zwei unterschiedliche Formen der Nebenschilddrüsenüberfunktion:


Primärer Hyperparathyreoidmus:
Diese Erkrankung betrifft in aller Regel nur eine Nebenschilddrüse. Dabei kommt es durch eine gutartige Wucherung einer Nebenschilddrüse (= Nebenschilddrüsenadenom) zu einer überschießenden Bildung des Parathormones. Als Folge kommt es zu einem deutlich erhöhten Calciumspiegel im Blut, die Regulation des Calciumhaushaltes gerät außer Kontrolle. In extrem seltenen Fällen kann eine solche Wucherung bösartig sein (=Nebenschilddrüsenkarzinom).


Sekundärer Hyperparathyreoidmus:
Diese Form der Überfunktion findet sich bei Dialysepatienten. Hierbei sind alle 4 Nebenschilddrüsen erkrankt und mehr oder weniger vergrößert.  Dadurch, dass die Nieren, die ebenfalls an der Aufnahme von Calcium beteiligt sind, nicht mehr arbeiten, kommt es zu einer überschießenden Produktion von Parathormon durch alle Nebenschilddrüsen.


Beschwerden
Der durch den Hyperparathyreodismus bedingte Anstieg des Calciumspiegels führt zu einer Vielfalt von Symptomen und Krankheiten, welche wiederum beim primären häufiger sind als beim sekundären Hyperparathyreoidismus:

  • Nieren- und Gallensteinen
  • Magengeschwüre
  • Knochenschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Juckreiz
  • Depressionen

Untersuchungen
Im Wesentlichen sind zwei Untersuchungen notwendig, wenn bei Ihnen der Verdacht auf eine Nebenschilddrüsenerkrankungen besteht:

  1. Ultraschall der Halsregion (=Sonographie)

Hierdurch lässt sich in vielen Fällen, aber nicht immer sicher, eine oder mehrere vergrösserte Nebenschilddrüsen darstellen. Zudem ist es wichtig, gleichzeitig die unmittelbar benachbarte Schilddrüse zu beurteilen.

  1. Laboruntersuchung

Im Blut muß das Parathormon, das Calcium und der Phosphatspiegel bestimmt werden. Ist das Parathormon und der Calciumspiegel erhöht, ist die Diagnose eines primären Hyperparathyreoidismus gesichert. Beim sekundären Hyperparathyreodismus ist das Calcium im Blut meistens normal.

Andere Untersuchungen wie eine Computertomotgraphie, eine Kernspintomographie oder eine Nebenschilddrüsenszintigraphie sind sehr selten notwendig, da sie nur in Ausnahmefällen zusätzliche Informationen liefern.


Therapie

  1. Primärer Hyperparathyreoidismus:

Bei milden Symptomen und wenig ausgeprägten Veränderungen der Blutwerte kann ein abwartendes Vorgehen in Betracht gezogen werden. In aller Regel jedoch sollte eine Operation durchgeführt werden. Prinzipiell kann jede der 4 Nebenschilddrüsen betroffen sein. In ca. 90 % der Fälle lässt sich mittels Ultraschall weitestgehend sicher sagen, welche Nebenschilddrüse vergrößert ist. Die Operation kann minimal invasiv mit einem ca. 1,5 cm großen Schnitt durchgeführt werden. Voraussetzung dafür ist eine mittels Ultraschall sicher identifizierte Nebenschilddrüsenvergrößerung und eine gesunde (d.h. knotenfreie) Schilddrüse.

Bereits während der Operation kann mit einem Hormonschnelltest überprüft werden, ob die Erkrankung durch die Entfernung des Nebenschilddrüsenadenoms tatsächlich geheilt ist.

  1. Sekundärer Hyperparathyreoidismus:

Ob und wann eine Operation durchgeführt werden soll, muss in Absprache mit den behandelnden Nierenfachärzten (Nephrologen) erfolgen. Bei dieser Form der Nebenschilddrüsenüberfunktion wird bei Patienten, bei denen noch eine Nierentransplantation geplant ist, ein minimaler Rest einer Nebenschilddrüse erhalten und ins Fettgewebe des Unterarmes verpflanzt (Autotransplantation). Da diese Erkrankung im Gegensatz zum primären Hyperparathyreoidismus alle 4 Drüsen betrifft, werden alle Nebenschilddrüsen entfernt. Ist keine Nierentransplantation geplant, werden sämtliche Nebenschilddrüsen entfernt und kein Rest belassen.


Nach der Operation
Nach der Operation treten für kurze Zeit leichte Wundschmerzen auf, die wir mit ausreichend Schmerzmitteln behandeln. Am Abend der Operation können sie wieder trinken und essen. Wir verwenden Hautfäden, die sich auflösen, sodass keine Fäden gezogen werden müssen. Ab dem zweiten Tag nach der Operation können Sie wieder duschen. Vor der Entlassung, die meist am zweiten oder dritten Tag nach der Operation erfolgt, werden Sie bei uns nochmals von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt untersucht, der die Funktionstüchtigkeit der Stimmlippen überprüft. Nach Abklingen der Wundschmerzen können Sie sich wieder uneingeschränkt belasten, die Einschränkung dauert in der Regel 7 bis 10 Tage. Anschließend sind Sie wieder voll arbeitsfähig.

Spezifische Nachsorgeuntersuchungen oder eine medikamentöse Therapie sind beim primären Hyperparathyreoidismus nach Entfernung eines  Nebenschilddrüsenadenoms nicht erforderlich.

Nach Operation bei sekundärem Hyperparathyreodismus müssen Calcium-Tabletten und Vitamin-D-Präparate eingenommen werden. In regelmäßigen Abständen sollte das Calcium, Phosphat und der Parathormon-Wert bestimmt werden.


Organisatorischer Ablauf
Wenn Sie sich über eine Nebenschilddrüsenoperation in unserer Klinik informieren möchten, rufen Sie uns einfach an (0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail. Sie erhalten dann umgehend einen ersten Beratungstermin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente
  • Den Untersuchungsbefund eines Hals-Nasen-Ohren-Arztes, der die Funktion der Stimmlippenbeweglichkeit dokumentiert.

Refluxerkrankungen (Sodbrennen)

Grundlagen
Sodbrennen ist ein sehr häufiges Krankheitsbild in Deutschland. Die Ursache ist ausnahmslos ein Rückfluss (Reflux) von Magensäure in die Speiseröhre. Die anatomische Grundlage ist immer ein Zwerchfellbruch. Dadurch rutschen mehr oder weniger große Anteile des Magens in den Brustraum. Infolge dessen dichtet die Speiröhre zum Magen hin nicht mehr ausreichend ab und die Magensäure kann in die Speiseröhre zurücklaufen.


Beschwerden
Sodbrennen bezeichnet einen brennenden Schmerz hinter dem Brustbein. Dieser tritt vor allen Dingen mit einer gewissen Verzögerung nach der Nahrungsaufnahme ein. Verstärkt treten die Beschwerden im Liegen und somit vor allen Dingen in der Nacht auf. Bei ausgeprägten Befunden können die Beschwerden aber auch tagsüber, unabhängig von der Nahrungsaufnahme und ununterbrochen bestehen.


Untersuchungen
An erster Stelle in der Diagnostik bei Patienten mit Sodbrennen steht die Spiegelung (Endoskopie) der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms (ÖGD). Bei dieser Untersuchung sieht man häufig eine Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut und der Befund eines Zwerchfellbruches wird gesichert.

Vor einer Operation sollte das Ausmaß des Säurerückflusses aus dem Magen durch eine weitere Untersuchung, die sogenannte 24h PH-Metrie objektiviert werden.

In seltenen Fällen kann es sinnvoll sein eine Druckmessung in der Speiseröhre (eine Manometrie) durchzuführen, um seltene Differentialdiagnosen wie z.B. eine Achalasie auszuschließen.


Ablauf der Operation
Durch die geeignete chirurgische Maßnahme, die sogenannte Fundoplikation, gelingt es in fast allen Fällen die Krankheit dauerhaft zu heilen. Bei der Operation wird zum einen der Zwerchfellbruch verschlossen (Hiatoplastik). Zum anderen wird der obere Teil des Magens teilweise um den unteren Teil der Speiseröhre gelegt (Semifundoplikatio), um eine sichere Abdichtung zu erreichen und den Reflux der Magensäure in die Speiseröhre zu verhindern.

Dieser Eingriff wird in unserer Klinik ausschließlich in der minimal invasiven Schlüssellochtechnik durchgeführt. In komplizierten Fällen (z.B. nach stattgehabten Voroperationen) kann es sehr hilfreich sein, das Da Vinci® System auch bei diesen Operationen einzusetzen.


Alternative /  ergänzende Therapie
Initial wird das Sodbrennen sinnvollerweise mit Tabletten behandelt. Die Wirkstoffgruppe der Prazole (z.B. Pantoprazol) reduziert die Ausschüttung der Magensäure sehr effektiv und lindert somit effektiv die Beschwerden.

Wie wir heute wissen, dürfen diese Tabletten aber auf keinen Fall dauerhaft über Jahre eingenommen werden. Die langjährige Einnahme kann zu erheblichen und schwerwiegenden Nebenwirkungen führen.

Es kann aber durchaus gelingen, durch Umstellungen der Lebensgewohnheiten (Gewichtsreduktion, Nikotinkonsum beenden, diätetische Umstellungen) die Beschwerden auch ohne eine Operation deutlich zu lindern. Insofern ist es sehr sinnvoll, zunächst die o.g. Tabletten einzusetzen um dann zu versuchen, durch die genannten Maßnahmen die betroffenen Patienten in einen Zustand zu bringen, in dem sie auch nach dem wichtigen Ausschleichen der Medikamente beschwerdefrei bleiben.

Wenn diese konservativen Maßnahmen nicht zu einem dauerhaften Erfolg ohne Medikamenteneinnahme führen, sollte die Indikation zur o.g. Operation unbedingt gestellt werden.


Nach der Operation (postoperativer Verlauf)
Unmittelbar nach der Operation kümmern wir uns darum, dass Sie keine Schmerzen haben. Dies gelingt nach der minimal invasiven Vorgehensweise verlässlich und nebenwirkungsfrei. Sie können am Abend des Operationstages frei trinken und häufig bereits auch schon wieder etwas essen. Katheter oder Drainagen benötigen Sie nach der Operation nicht. Bereits am Tag nach der Operation können Sie sich auf der Station frei bewegen und haben nur noch wenig Einschränkungen. Wir verwenden ausschließlich selbstauflösende Fäden zum Verschluss der kleinen Wunden. Daher entfällt das unangenehme und lästige Fädenziehen in unserer Klinik. Die meisten Patienten verlassen nach drei Tagen unserer Klinik.

Vor der Entlassung erfolgt ein ausführliches Entlassungsgespräch. Eine weiterführende Medikation ist selten notwendig. In der Regel haben Sie 7-10 Tage nach der Operation vollständig erholt und können zu diesem Zeitpunkt wieder arbeiten und Sport treiben.


Organisatorischer Ablauf einer Refluxoperation
Möchten Sie sich über eine Refluxoperation in unserer Klinik informieren? Dann rufen Sie uns bitte an (Tel 0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail und Sie erhalten umgehend einen Termin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Schilddrüsenknoten (Struma nodosa)

Grundlagen
Die Schilddrüse produziert das Schilddrüsenhormon, das eine wichtige Funktion in der Regulation der Stoffwechselaktivität des Körpers hat. Schilddrüsenerkrankungen sind sehr häufig; jeder 6. Mensch in Deutschland hat einen krankhaften Befund der Schilddrüse. In den meisten Fällen ist die Schilddrüse vergrößert und es finden sich Knoten in der Schilddrüse (Knotenstruma). Meistens ist die Hormonproduktion der Schilddrüse dabei nicht gestört.

Seltene Erkrankungen der Schilddrüse sind:

  • Knotenstruma mit Überfunktion (Hyperthyreose)
  • Knotenstruma mit Verdacht auf einen Schilddrüsenkrebs
  • Morbus Basedow (Überfunktion der Schilddrüse, in etwa 30 % mit einer Augenerkrankung vergesellschaftet)
  • Bösartige Schilddrüsenerkrankungen (Schilddrüsenkrebs)

Beschwerden
Bei einer Vergrößerung der Schilddrüse kommt es typischerweise zu lokalen Beschwerden am Hals: Die häufigsten sind Schluckstörungen, Kloßgefühl im Hals, Asymmetrie des Halses und bei sehr großen Schilddrüsen Luftnot.

Bei einer Überfunktion der Schilddrüse kommt es typischerweise zu einer erhöhten Herzfrequenz und Herzrasen, zu vermehrtem Schwitzen, zum Gewichtsverlust, zum Haarausfall und zu neu aufgetretener Nervosität.


Untersuchungen
Wenn ihre Vorgeschichte oder ihre klinische Untersuchung den Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung nahelegen, sollten prinzipiell zwei Untersuchungen erfolgen:

  • Die Bestimmung der Schilddrüsenhormone im Blut
  • Eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse

Mit diesen beiden einfachen und ungefährlichen Untersuchungen kann der überwiegende Teil der Schilddrüsenerkrankungen hinreichend abgeklärt werden. Im Falle einer Schilddrüsenüberfunktion muss zusätzlich eine Schilddrüsenszintigraphie in einer nuklearmedizinischen Praxis durchgeführt werden.

Besteht in einer Knotenstruma der Verdacht auf eine bösartige Schilddrüsenerkrankung, kann eine ultraschallgesteuerte Feinnadelpunktion zur Entnahme von Schilddrüsengewebe erfolgen. Diese Untersuchung sollte durch einen erfahrenen Arzt in dieser Technik, meist einen Endokrinologen, durchgeführt werden.


Ablauf der Operation
Die Indikation zur operativen Therapie von Schilddrüsenerkrankungen wird immer gemeinsam von uns und dem behandelnden niedergelassenen Kollegen gestellt.

Die Indikationen sind:

  • Lokale Probleme bei der Knotenstruma (siehe oben)
  • Eine deutlich vergrößerte Schilddrüse auch ohne lokale Beschwerden.
  • Eine Überfunktion der Schilddrüse bei Versagen der konservativen Therapieoptionen (siehe unten)
  • Der Verdacht oder Nachweis einer bösartigen Schilddrüsenerkrankung.

Die Operationsstrategie unterscheidet sich bei den unterschiedlichen Erkrankungen wie folgt:

  • Knotenstruma
    Hier müssen alle Knoten in der Schilddrüse entfernt werden. Da die Indikation meist nur bei ausgiebiger knotiger Durchsetzung der Schilddrüse gestellt wird, wird in den meisten Fällen mindestens eine Schilddrüsenseite vollständig entfernt. Die vollständige Entfernung der gesamten Schilddrüse ist hier mittlerweile ein Regeleingriff.
  • Morbus Basedow
    Bei dieser Erkrankung sind sämtliche Zellen der Schilddrüse gleichmäßig erkrankt. Daher ist auch bei dieser Erkrankung die sinnvollste Therapie die voll
    ständige Entfernung des Schilddrüsengewebes.
  • Bösartige Erkrankung der Schilddrüse
    Neben der Entfernung der gesamten Schilddrüse sollten hier zusätzlich die umgebenden Lymphknoten vollständig entfernt werden.

Während der Operation müssen zwei Strukturen, die der Schilddrüse unmittelbar benachbart sind, unbedingt geschont werden:

Zum einen die Stimmbandnerven (Nervus recurrens), die unmittelbar hinter der Schilddrüse liegen und die für die Stimmbildung verantwortlich sind. Entscheidend für die Schonung des Nervens ist die frühe Darstellung und die Sichtschonung durch einen erfahrenen endokrinen Chirurgen. Die Häufigkeit an vorübergehenden Irritationen des Stimmbandnerven liegt in erfahrenen Kliniken bei unter 4 %. Die Rate an dauerhaften Stimmbandnervenlähmungen liegt unter 0,5 %.

Darüber hinaus müssen die Nebenschilddrüsen, die unmittelbar hinter der Schilddrüse liegen, bei der Operation geschont werden. Sind diese Nebenschilddrüsen nach der Operation minderdurchblutet, kann es zu Störungen des Kalziumstoffwechsels im Blut kommen. Der Patient bemerkt dies durch ein Kribbeln, insbesondere an den Händen, gegebenenfalls im Mundbereich und an den Füßen. Ein solcher, fast immer vorübergehender Kalziummangel kann durch die Gabe von Kalziumbrause-Tabletten gut behandelt werden.


Alternative / ergänzende Behandlung
Kleine Knotenstrumen, die keine subjektiven Beschwerden machen und ohne Verdacht auf Bösartigkeit können durch eine jährliche Ultraschall- und Laborkontrolle verlaufsbeobachtet werden.

Sollte sich in einer Knotenstruma ein stoffwechselaktiver Knoten finden und sonst keine Operationsindikation bestehen, so kann dieser stoffwechselaktive Knoten sehr gut mit der sogenannten Radio-Jodtherapie behandelt werden. Bei dieser Therapie wird dem Körper radioaktiv markiertes Jod injiziert. Dies reichert sich dann sehr spezifisch im Schilddrüsengewebe an und zerstört diesen stoffwechselaktiven Knoten.

Der Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung, die primär immer 18 Monate konservativ mit Medikamenten behandelt wird. Der Grund dafür ist, dass in etwa 50 % der Fälle eine spontane Ausheilung der Erkrankung in dieser Phase eintritt. Nur bei Patienten, die nach 18-monatiger konservativer Therapie ein Rezidiv ihrer Schilddrüsenüberfunktion haben, muss die Schilddrüse abladiert werden. Hier kommen zwei Alternativen in Betracht: bei großer Schilddrüse und bei Augenbeteiligung sollte eine Schilddrüsenoperation erfolgen. Alternativ können auch Patienten mit einem Morbus Basedow sehr gut mittels Radio-Jodtherapie behandelt werden.

Bei einem Teil der bösartigen Schilddrüsenerkrankungen ist nach der Operation eine zusätzliche Radio-Jodtherapie notwendig. Diese erfolgt in der Regel 6 Wochen nach der Operation. Nach dieser kombinierten Therapie des Schilddrüsenkrebses ist die Prognose der Patienten mit Schilddrüsenkrebs hervorragend. Fast alle Menschen können dauerhaft geheilt werden.


Nach der Operation
Nach einer Operation der Schilddrüse treten kurzfristig Wundschmerzen auf, die wir prophylaktisch behandeln. Sie können am Abend der Operation wieder trinken und essen. Wir verwenden Hautfäden, die sich auflösen, somit muss nach Schilddrüsenoperationen kein Fadenmaterial am Hals entfernt werden. Am 2. Tag wird das Wundpflaster entfernt und Sie können wieder duschen. Vor der Entlassung werden Sie nochmals von einem HNO-Arzt untersucht, der die Funktionstüchtigkeit der Stimmbänder überprüft. Nach Abklingen der Schmerzen im Wundbereich können Sie sich wieder uneingeschränkt belasten. Die Einschränkung dauert in der Regel eine Woche bis 10 Tage. Nach dieser Zeit sind Sie auch wieder arbeitsfähig.

Eine ausreichende Menge von Schilddrüsenhormonen ist für den menschlichen Organismus wichtig. Bei der ganz überwiegenden Anzahl der von uns durchgeführten Schilddrüsenoperationen verbleibt so wenig Schilddrüsengewebe im Körper, dass dauerhaft Schilddrüsenhormon ersetzt werden muss. Einmal am Tag müssen Sie daher die angegebene Menge an Schilddrüsenhormon einnehmen. 4 bis 6 Wochen nach der Operation wird durch den Hausarzt die Stoffwechsellage der Schilddrüse durch eine Blutentnahme überprüft. Dann muss gegebenenfalls die Dosis des Schilddrüsenhormons angepasst werden. Eine darüber hinaus gehende regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenhormone sollte einmal im Jahr erfolgen.

Unter der Voraussetzung, dass Sie Ihr Schilddrüsenhormon regelmäßig einnehmen, haben Sie mit keiner Einschränkung nach der Entfernung der Schilddrüse zu rechnen und Sie können genauso weiterleben wie vor der Operation.

Nach Operationen von Schilddrüsenkrebs erfolgt wie bei allen bösartigen Erkrankungen eine regelmäßige Tumornachsorge. Sie erhalten von uns hierzu einen Nachsorgepass. Zunächst wird halbjährlich eine Ultraschalluntersuchung des Halses und eine Laboruntersuchung notwendig. Nach zwei Jahren reichen jährliche Nachuntersuchungen aus. Nach fünf Jahren ist die Tumornachsorge abgeschlossen.


Organisatorischer Ablauf einer Schilddrüsenoperation
Wenn Sie sich über eine Schilddrüsenoperation in unserer Klinik informieren möchten, rufen Sie uns einfach an (0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail. Sie erhalten dann umgehend einen ersten Beratungstermin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente
  • Den Untersuchungsbefund eines HNO-Arztes, der die Funktion der Stimmbänder dokumentiert

Schilddrüsenüberfunktion

Grundlagen
Die Schilddrüse produziert das Schilddrüsenhormon, das eine wichtige Funktion in der Regulation der Stoffwechselaktivität des Körpers hat. Schilddrüsenerkrankungen sind sehr häufig; jeder 6. Mensch in Deutschland hat einen krankhaften Befund der Schilddrüse. In den meisten Fällen ist die Schilddrüse vergrößert und es finden sich Knoten in der Schilddrüse (Knotenstruma). Meistens ist die Hormonproduktion der Schilddrüse dabei nicht gestört.

Seltene Erkrankungen der Schilddrüse sind:

  • Knotenstruma mit Überfunktion (Hyperthyreose)
  • Knotenstruma mit Verdacht auf einen Schilddrüsenkrebs
  • Morbus Basedow (Überfunktion der Schilddrüse, in etwa 30 % mit einer Augenerkrankung vergesellschaftet)
  • Bösartige Schilddrüsenerkrankungen (Schilddrüsenkrebs)

Beschwerden
Bei einer Vergrößerung der Schilddrüse kommt es typischerweise zu lokalen Beschwerden am Hals: Die häufigsten sind Schluckstörungen, Kloßgefühl im Hals, Asymmetrie des Halses und bei sehr großen Schilddrüsen Luftnot.

Bei einer Überfunktion der Schilddrüse kommt es typischerweise zu einer erhöhten Herzfrequenz und Herzrasen, zu vermehrtem Schwitzen, zum Gewichtsverlust, zum Haarausfall und zu neu aufgetretener Nervosität.


Untersuchungen
Wenn ihre Vorgeschichte oder ihre klinische Untersuchung den Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung nahelegen, sollten prinzipiell zwei Untersuchungen erfolgen:

  • Die Bestimmung der Schilddrüsenhormone im Blut
  • Eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse

Mit diesen beiden einfachen und ungefährlichen Untersuchungen kann der überwiegende Teil der Schilddrüsenerkrankungen hinreichend abgeklärt werden. Im Falle einer Schilddrüsenüberfunktion muss zusätzlich eine Schilddrüsenszintigraphie in einer nuklearmedizinischen Praxis durchgeführt werden.

Besteht in einer Knotenstruma der Verdacht auf eine bösartige Schilddrüsenerkrankung, kann eine ultraschallgesteuerte Feinnadelpunktion zur Entnahme von Schilddrüsengewebe erfolgen. Diese Untersuchung sollte durch einen erfahrenen Arzt in dieser Technik, meist einen Endokrinologen, durchgeführt werden.


Ablauf der Operation
Die Indikation zur operativen Therapie von Schilddrüsenerkrankungen wird immer gemeinsam von uns und dem behandelnden niedergelassenen Kollegen gestellt.

Die Indikationen sind:

  • Lokale Probleme bei der Knotenstruma (siehe oben)
  • Eine deutlich vergrößerte Schilddrüse auch ohne lokale Beschwerden.
  • Eine Überfunktion der Schilddrüse bei Versagen der konservativen Therapieoptionen (siehe unten)
  • Der Verdacht oder Nachweis einer bösartigen Schilddrüsenerkrankung.

Die Operationsstrategie unterscheidet sich bei den unterschiedlichen Erkrankungen wie folgt:

  • Knotenstruma
    Hier müssen alle Knoten in der Schilddrüse entfernt werden. Da die Indikation meist nur bei ausgiebiger knotiger Durchsetzung der Schilddrüse gestellt wird, wird in den meisten Fällen mindestens eine Schilddrüsenseite vollständig entfernt. Die vollständige Entfernung der gesamten Schilddrüse ist hier mittlerweile ein Regeleingriff.
  • Morbus Basedow
    Bei dieser Erkrankung sind sämtliche Zellen der Schilddrüse gleichmäßig erkrankt. Daher ist auch bei dieser Erkrankung die sinnvollste Therapie die voll
    ständige Entfernung des Schilddrüsengewebes.
  • Bösartige Erkrankung der Schilddrüse
    Neben der Entfernung der gesamten Schilddrüse sollten hier zusätzlich die umgebenden Lymphknoten vollständig entfernt werden.

Während der Operation müssen zwei Strukturen, die der Schilddrüse unmittelbar benachbart sind, unbedingt geschont werden:

Zum einen die Stimmbandnerven (Nervus recurrens), die unmittelbar hinter der Schilddrüse liegen und die für die Stimmbildung verantwortlich sind. Entscheidend für die Schonung des Nervens ist die frühe Darstellung und die Sichtschonung durch einen erfahrenen endokrinen Chirurgen. Die Häufigkeit an vorübergehenden Irritationen des Stimmbandnerven liegt in erfahrenen Kliniken bei unter 4 %. Die Rate an dauerhaften Stimmbandnervenlähmungen liegt unter 0,5 %.

Darüber hinaus müssen die Nebenschilddrüsen, die unmittelbar hinter der Schilddrüse liegen, bei der Operation geschont werden. Sind diese Nebenschilddrüsen nach der Operation minderdurchblutet, kann es zu Störungen des Kalziumstoffwechsels im Blut kommen. Der Patient bemerkt dies durch ein Kribbeln, insbesondere an den Händen, gegebenenfalls im Mundbereich und an den Füßen. Ein solcher, fast immer vorübergehender Kalziummangel kann durch die Gabe von Kalziumbrause-Tabletten gut behandelt werden.


Alternative / ergänzende Behandlung
Kleine Knotenstrumen, die keine subjektiven Beschwerden machen und ohne Verdacht auf Bösartigkeit können durch eine jährliche Ultraschall- und Laborkontrolle verlaufsbeobachtet werden.

Sollte sich in einer Knotenstruma ein stoffwechselaktiver Knoten finden und sonst keine Operationsindikation bestehen, so kann dieser stoffwechselaktive Knoten sehr gut mit der sogenannten Radio-Jodtherapie behandelt werden. Bei dieser Therapie wird dem Körper radioaktiv markiertes Jod injiziert. Dies reichert sich dann sehr spezifisch im Schilddrüsengewebe an und zerstört diesen stoffwechselaktiven Knoten.

Der Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung, die primär immer 18 Monate konservativ mit Medikamenten behandelt wird. Der Grund dafür ist, dass in etwa 50 % der Fälle eine spontane Ausheilung der Erkrankung in dieser Phase eintritt. Nur bei Patienten, die nach 18-monatiger konservativer Therapie ein Rezidiv ihrer Schilddrüsenüberfunktion haben, muss die Schilddrüse abladiert werden. Hier kommen zwei Alternativen in Betracht: bei großer Schilddrüse und bei Augenbeteiligung sollte eine Schilddrüsenoperation erfolgen. Alternativ können auch Patienten mit einem Morbus Basedow sehr gut mittels Radio-Jodtherapie behandelt werden.

Bei einem Teil der bösartigen Schilddrüsenerkrankungen ist nach der Operation eine zusätzliche Radio-Jodtherapie notwendig. Diese erfolgt in der Regel 6 Wochen nach der Operation. Nach dieser kombinierten Therapie des Schilddrüsenkrebses ist die Prognose der Patienten mit Schilddrüsenkrebs hervorragend. Fast alle Menschen können dauerhaft geheilt werden.


Nach der Operation
Nach einer Operation der Schilddrüse treten kurzfristig Wundschmerzen auf, die wir prophylaktisch behandeln. Sie können am Abend der Operation wieder trinken und essen. Wir verwenden Hautfäden, die sich auflösen, somit muss nach Schilddrüsenoperationen kein Fadenmaterial am Hals entfernt werden. Am 2. Tag wird das Wundpflaster entfernt und Sie können wieder duschen. Vor der Entlassung werden Sie nochmals von einem HNO-Arzt untersucht, der die Funktionstüchtigkeit der Stimmbänder überprüft. Nach Abklingen der Schmerzen im Wundbereich können Sie sich wieder uneingeschränkt belasten. Die Einschränkung dauert in der Regel eine Woche bis 10 Tage. Nach dieser Zeit sind Sie auch wieder arbeitsfähig.

Eine ausreichende Menge von Schilddrüsenhormonen ist für den menschlichen Organismus wichtig. Bei der ganz überwiegenden Anzahl der von uns durchgeführten Schilddrüsenoperationen verbleibt so wenig Schilddrüsengewebe im Körper, dass dauerhaft Schilddrüsenhormon ersetzt werden muss. Einmal am Tag müssen Sie daher die angegebene Menge an Schilddrüsenhormon einnehmen. 4 bis 6 Wochen nach der Operation wird durch den Hausarzt die Stoffwechsellage der Schilddrüse durch eine Blutentnahme überprüft. Dann muss gegebenenfalls die Dosis des Schilddrüsenhormons angepasst werden. Eine darüber hinaus gehende regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenhormone sollte einmal im Jahr erfolgen.

Unter der Voraussetzung, dass Sie Ihr Schilddrüsenhormon regelmäßig einnehmen, haben Sie mit keiner Einschränkung nach der Entfernung der Schilddrüse zu rechnen und Sie können genauso weiterleben wie vor der Operation.

Nach Operationen von Schilddrüsenkrebs erfolgt wie bei allen bösartigen Erkrankungen eine regelmäßige Tumornachsorge. Sie erhalten von uns hierzu einen Nachsorgepass. Zunächst wird halbjährlich eine Ultraschalluntersuchung des Halses und eine Laboruntersuchung notwendig. Nach zwei Jahren reichen jährliche Nachuntersuchungen aus. Nach fünf Jahren ist die Tumornachsorge abgeschlossen.


Organisatorischer Ablauf einer Schilddrüsenoperation
Wenn Sie sich über eine Schilddrüsenoperation in unserer Klinik informieren möchten, rufen Sie uns einfach an (0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail. Sie erhalten dann umgehend einen ersten Beratungstermin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente
  • Den Untersuchungsbefund eines HNO-Arztes, der die Funktion der Stimmbänder dokumentiert

Schilddrüsenkrebs

Grundlagen
Die Schilddrüse produziert das Schilddrüsenhormon, das eine wichtige Funktion in der Regulation der Stoffwechselaktivität des Körpers hat. Schilddrüsenerkrankungen sind sehr häufig; jeder 6. Mensch in Deutschland hat einen krankhaften Befund der Schilddrüse. In den meisten Fällen ist die Schilddrüse vergrößert und es finden sich Knoten in der Schilddrüse (Knotenstruma). Meistens ist die Hormonproduktion der Schilddrüse dabei nicht gestört.

Seltene Erkrankungen der Schilddrüse sind:

  • Knotenstruma mit Überfunktion (Hyperthyreose)
  • Knotenstruma mit Verdacht auf einen Schilddrüsenkrebs
  • Morbus Basedow (Überfunktion der Schilddrüse, in etwa 30 % mit einer Augenerkrankung vergesellschaftet)
  • Bösartige Schilddrüsenerkrankungen (Schilddrüsenkrebs)

Beschwerden
Bei einer Vergrößerung der Schilddrüse kommt es typischerweise zu lokalen Beschwerden am Hals: Die häufigsten sind Schluckstörungen, Kloßgefühl im Hals, Asymmetrie des Halses und bei sehr großen Schilddrüsen Luftnot.

Bei einer Überfunktion der Schilddrüse kommt es typischerweise zu einer erhöhten Herzfrequenz und Herzrasen, zu vermehrtem Schwitzen, zum Gewichtsverlust, zum Haarausfall und zu neu aufgetretener Nervosität.


Untersuchungen
Wenn ihre Vorgeschichte oder ihre klinische Untersuchung den Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung nahelegen, sollten prinzipiell zwei Untersuchungen erfolgen:

  • Die Bestimmung der Schilddrüsenhormone im Blut
  • Eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse

Mit diesen beiden einfachen und ungefährlichen Untersuchungen kann der überwiegende Teil der Schilddrüsenerkrankungen hinreichend abgeklärt werden. Im Falle einer Schilddrüsenüberfunktion muss zusätzlich eine Schilddrüsenszintigraphie in einer nuklearmedizinischen Praxis durchgeführt werden.

Besteht in einer Knotenstruma der Verdacht auf eine bösartige Schilddrüsenerkrankung, kann eine ultraschallgesteuerte Feinnadelpunktion zur Entnahme von Schilddrüsengewebe erfolgen. Diese Untersuchung sollte durch einen erfahrenen Arzt in dieser Technik, meist einen Endokrinologen, durchgeführt werden.


Ablauf der Operation
Die Indikation zur operativen Therapie von Schilddrüsenerkrankungen wird immer gemeinsam von uns und dem behandelnden niedergelassenen Kollegen gestellt.

Die Indikationen sind:

  • Lokale Probleme bei der Knotenstruma (siehe oben)
  • Eine deutlich vergrößerte Schilddrüse auch ohne lokale Beschwerden.
  • Eine Überfunktion der Schilddrüse bei Versagen der konservativen Therapieoptionen (siehe unten)
  • Der Verdacht oder Nachweis einer bösartigen Schilddrüsenerkrankung.

Die Operationsstrategie unterscheidet sich bei den unterschiedlichen Erkrankungen wie folgt:

  • Knotenstruma
    Hier müssen alle Knoten in der Schilddrüse entfernt werden. Da die Indikation meist nur bei ausgiebiger knotiger Durchsetzung der Schilddrüse gestellt wird, wird in den meisten Fällen mindestens eine Schilddrüsenseite vollständig entfernt. Die vollständige Entfernung der gesamten Schilddrüse ist hier mittlerweile ein Regeleingriff.
  • Morbus Basedow
    Bei dieser Erkrankung sind sämtliche Zellen der Schilddrüse gleichmäßig erkrankt. Daher ist auch bei dieser Erkrankung die sinnvollste Therapie die voll
    ständige Entfernung des Schilddrüsengewebes.
  • Bösartige Erkrankung der Schilddrüse
    Neben der Entfernung der gesamten Schilddrüse sollten hier zusätzlich die umgebenden Lymphknoten vollständig entfernt werden.

Während der Operation müssen zwei Strukturen, die der Schilddrüse unmittelbar benachbart sind, unbedingt geschont werden:

Zum einen die Stimmbandnerven (Nervus recurrens), die unmittelbar hinter der Schilddrüse liegen und die für die Stimmbildung verantwortlich sind. Entscheidend für die Schonung des Nervens ist die frühe Darstellung und die Sichtschonung durch einen erfahrenen endokrinen Chirurgen. Die Häufigkeit an vorübergehenden Irritationen des Stimmbandnerven liegt in erfahrenen Kliniken bei unter 4 %. Die Rate an dauerhaften Stimmbandnervenlähmungen liegt unter 0,5 %.

Darüber hinaus müssen die Nebenschilddrüsen, die unmittelbar hinter der Schilddrüse liegen, bei der Operation geschont werden. Sind diese Nebenschilddrüsen nach der Operation minderdurchblutet, kann es zu Störungen des Kalziumstoffwechsels im Blut kommen. Der Patient bemerkt dies durch ein Kribbeln, insbesondere an den Händen, gegebenenfalls im Mundbereich und an den Füßen. Ein solcher, fast immer vorübergehender Kalziummangel kann durch die Gabe von Kalziumbrause-Tabletten gut behandelt werden.


Alternative / ergänzende Behandlung
Kleine Knotenstrumen, die keine subjektiven Beschwerden machen und ohne Verdacht auf Bösartigkeit können durch eine jährliche Ultraschall- und Laborkontrolle verlaufsbeobachtet werden.

Sollte sich in einer Knotenstruma ein stoffwechselaktiver Knoten finden und sonst keine Operationsindikation bestehen, so kann dieser stoffwechselaktive Knoten sehr gut mit der sogenannten Radio-Jodtherapie behandelt werden. Bei dieser Therapie wird dem Körper radioaktiv markiertes Jod injiziert. Dies reichert sich dann sehr spezifisch im Schilddrüsengewebe an und zerstört diesen stoffwechselaktiven Knoten.

Der Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung, die primär immer 18 Monate konservativ mit Medikamenten behandelt wird. Der Grund dafür ist, dass in etwa 50 % der Fälle eine spontane Ausheilung der Erkrankung in dieser Phase eintritt. Nur bei Patienten, die nach 18-monatiger konservativer Therapie ein Rezidiv ihrer Schilddrüsenüberfunktion haben, muss die Schilddrüse abladiert werden. Hier kommen zwei Alternativen in Betracht: bei großer Schilddrüse und bei Augenbeteiligung sollte eine Schilddrüsenoperation erfolgen. Alternativ können auch Patienten mit einem Morbus Basedow sehr gut mittels Radio-Jodtherapie behandelt werden.

Bei einem Teil der bösartigen Schilddrüsenerkrankungen ist nach der Operation eine zusätzliche Radio-Jodtherapie notwendig. Diese erfolgt in der Regel 6 Wochen nach der Operation. Nach dieser kombinierten Therapie des Schilddrüsenkrebses ist die Prognose der Patienten mit Schilddrüsenkrebs hervorragend. Fast alle Menschen können dauerhaft geheilt werden.


Nach der Operation
Nach einer Operation der Schilddrüse treten kurzfristig Wundschmerzen auf, die wir prophylaktisch behandeln. Sie können am Abend der Operation wieder trinken und essen. Wir verwenden Hautfäden, die sich auflösen, somit muss nach Schilddrüsenoperationen kein Fadenmaterial am Hals entfernt werden. Am 2. Tag wird das Wundpflaster entfernt und Sie können wieder duschen. Vor der Entlassung werden Sie nochmals von einem HNO-Arzt untersucht, der die Funktionstüchtigkeit der Stimmbänder überprüft. Nach Abklingen der Schmerzen im Wundbereich können Sie sich wieder uneingeschränkt belasten. Die Einschränkung dauert in der Regel eine Woche bis 10 Tage. Nach dieser Zeit sind Sie auch wieder arbeitsfähig.

Eine ausreichende Menge von Schilddrüsenhormonen ist für den menschlichen Organismus wichtig. Bei der ganz überwiegenden Anzahl der von uns durchgeführten Schilddrüsenoperationen verbleibt so wenig Schilddrüsengewebe im Körper, dass dauerhaft Schilddrüsenhormon ersetzt werden muss. Einmal am Tag müssen Sie daher die angegebene Menge an Schilddrüsenhormon einnehmen. 4 bis 6 Wochen nach der Operation wird durch den Hausarzt die Stoffwechsellage der Schilddrüse durch eine Blutentnahme überprüft. Dann muss gegebenenfalls die Dosis des Schilddrüsenhormons angepasst werden. Eine darüber hinaus gehende regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenhormone sollte einmal im Jahr erfolgen.

Unter der Voraussetzung, dass Sie Ihr Schilddrüsenhormon regelmäßig einnehmen, haben Sie mit keiner Einschränkung nach der Entfernung der Schilddrüse zu rechnen und Sie können genauso weiterleben wie vor der Operation.

Nach Operationen von Schilddrüsenkrebs erfolgt wie bei allen bösartigen Erkrankungen eine regelmäßige Tumornachsorge. Sie erhalten von uns hierzu einen Nachsorgepass. Zunächst wird halbjährlich eine Ultraschalluntersuchung des Halses und eine Laboruntersuchung notwendig. Nach zwei Jahren reichen jährliche Nachuntersuchungen aus. Nach fünf Jahren ist die Tumornachsorge abgeschlossen.


Organisatorischer Ablauf einer Schilddrüsenoperation
Wenn Sie sich über eine Schilddrüsenoperation in unserer Klinik informieren möchten, rufen Sie uns einfach an (0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail. Sie erhalten dann umgehend einen ersten Beratungstermin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente
  • Den Untersuchungsbefund eines HNO-Arztes, der die Funktion der Stimmbänder dokumentiert

Speiseröhrenkrebs (Oesophaguskarzinom)

Grundlagen
In Europa erkranken jährlich 10 von 100.000 Einwohnern an Speiseröhrenkrebs. Männer (vor allem >55 Jahre) sind etwa 4-mal häufige betroffen als Frauen. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Formen:

  • das Plattenepithelkarzinom (ca. 40% der Karzinome) entsteht aus dem Deckgewebe
  • das Adenokarzinom (ca. 60%), das aus dem  Drüsengewebe entsteht.

Die genauen Ursachen für Speiseröhrenkrebs sind bis jetzt nicht geklärt. Die häufigsten Risikofaktoren des Plattenepithelkarzinoms sind übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen, beim Adenokarzinom – Übergewicht und gastroösophageale Refluxkrankheit (chronisches Sodbrennen).


Beschwerden
Die Symptome treten oft erst spät auf und sind unspezifisch. Die häufigsten Beschwerden sind Schluckstörung (Dysphagie) – meistens zunächst bei festen Speisen, später auch bei breiigen und bei flüssigen Speisen. Dazu können Schmerzen oder Druckgefühl hinter dem Brustbein, Gewichtsverlust, allgemeine Schwäche und Blutarmut kommen.


Untersuchungen
Bei den oben genannten Beschwerden und insbesondere bei gleichzeitigem Vorliegen der entsprechenden Risikofaktoren sollte man die folgenden Untersuchungen zur weiteren Abklärung und Ausschluss einer bösartigen Erkrankung der Speiseröhre durchführen:

  • Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD, „Magenspiegelung“). Mit einem flexiblen Instrument (Endoskop) wird die Speiseröhre von Innen untersucht. Tumoren können sicher erkannt und durch Probeentnahmen gesichert werden. Beim Nachweis des Ösophaguskarzinoms werden weitere Untersuchungen zur Bestimmung der Tumorausbreitung durchgeführt, um die individuelle Behandlungsmethode festlegen zu können.
  • Endosonographie. Die Untersuchung ist einer ÖGD ähnlich. Am Ende des Endoskopes sitzt dabei eine Ultraschallsonde. Die Endosonographie ermöglicht sehr präzise die lokale Tumorausbreitung in die Tiefe der Speiseröhrenwand zu bestimmen und kann auch lokale Lymphknotenauffälligkeiten detektieren. Ggfs. ist auch eine Probeentnahme gesteuert über die Endosonographie (Feinnadel-Punktion) sinnvoll.
  • Computertomographie des Brust- und Bauchraumes (CT).  Mit Hilfe der Computertomographie kann man die lokale Tumorausdehnung und auch mögliche Tumorabsiedlungen in anderen Organen (Metastasen) sehen.
  • Bauchspiegelung (sogenannte Staging – Laparoskopie). Durch eine Spiegelung der Bauchhöhle in Narkose kann die exakte Tumorausbreitung im Bauchraum (Bauchfell, Leber, Lymphknoten) sicher erkannt werden. Auch dabei können im Bedarfsfall Gewebeproben entnommen werden.

Je nach Tumorlokalisation und –Ausdehnung können auch weitere Untersuchungen notwendig sein, z. B. Bronchoskopie (Spiegelung der Luftröhre und Lunge) zum Ausschluss des Luftröhrenbefalls durch den Speiseröhrenkrebs.


Ablauf der Operation
Die Behandlung von Patienten mit Speiseröhrenkrebs stellt einen der Schwerpunkte des Onkologischen Zentrums unseres Krankenhauses dar. Jeder Patient mit einem Speiseröhrenkrebs wird vor Beginn der Therapie in der Interdisziplinären Tumorkonferenz. Hier kommen Onkologen, Gastroenterologen, Viszeralchirurgen und Strahlentherapeuten zusammen und erarbeiten ein maßgeschneidertes Therapiekonzept für jeden Patienten.

In unserer Klinik ist diese große und anspruchsvolle Operation ein Routineeingriff, sodass alle Beteiligten (Chirurgen, Anästhesisten, Pflege- und OP-Personal) mit den prä-, intra- und postoperativen Abläufen gut vertraut sind.

Während der Operation wird ein Teil der Speiseröhre mit dem Tumor und den umgebenden Lymphknoten entfernt und das fehlende Stück der Speiseröhre in der Regel durch den hochgezogenen Magen ersetzt. Selten muss ein Stück des Dickdarmes die entfernte Speiseröhre ersetzen (z.B. bei voroperiertem Magen).

Routinemäßig erfolgt die Operation – bei welcher sowohl im Bauchraum, als auch in der Brusthöhle operiert werden muss – in unserer Klinik minimalinvasiv (Schlüsselloch-Methode) mit  dem Robotik Da Vinci® System. D.h. es muss weder der Bauch- noch der Brustraum über einen großen Schnitt eröffnet werden. Die vollständige Entfernung des Tumors gelingt mit der Robotic Surgery besonders sicher und schonend.


Alternative / ergänzende Therapie
Viele Patienten mit Speisröhrenkrebs werden vor der Operation kombiniert strahlen- und chemotherapiert (Adeno-  und Plattenepithelkarzinom). Die notwendige Operation verschiebt sich dadurch um mehrere Wochen. Allerdings verbessern sich durch diese kombinierte aufwendige Therapie die Heilungschancen deutlich.


Nach der Operation (postoperativer Verlauf)
Durch die minimal invasive Vorgehensweise erholen Sie sich von dem Eingriff signifikant schneller und es kommt deutlich seltener zu Komplikationen im Heilungsverlauf. Trotzdem sind Sie nach diesem großen Eingriff für einen oder zwei Tage auf die Intensivstation. Hier ist vor allen Dingen eine optimale Schmerztherapie wichtig. Schmerzfreiheit führt zu einer schnelleren Wundheilung und Rekonvaleszenz. Dazu nutzen wir in den ersten Tagen nach der Operation „PDK“ (Periduralkatheter). Die Ernährung erfolgt direkt ab dem ersten Tag über einen Ernährungskatheter. Sehr schnell darf dann wieder alles gegessen werden, allerdings sollten zunächst 6 – 8 kleine Mahlzeiten pro Tag eingenommen werden.

Wichtig ist, dass Patienten ihre Ängste und Sorgen sowie Ihre Erwartungen offen ansprechen. Dabei unterstützen wir Sie engagiert und verständnisvoll mit unserem Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Ernährungsberatern, Psychologen, Sozialarbeitern, Seelsorgern und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Auch für Fragen der Angehörigen steht unser Team gerne zur Verfügung.

Nach der Operation verbleiben sie in der Regel zwei Wochen stationär bei uns.

Vor der Entlassung erfolgt ein Abschlussgespräch, in dem alle Ihre Fragen  besprochen werden. Patienten mit Speiseröhrenkrebs steht eine Anschlussheilbehandlung zu, die wir für sie organisieren.

Sie erhalten von uns einen Tumornachsorgepass, aus dem zu ersehen ist in welchen Zeitabständen welche Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden sollen.

Die weiteren Schritte werden vor allen Dingen auch mit Ihrem Hausarzt abgesprochen.


Organisatorischer Ablauf einer Speiseröhrenoperation
Wenn Sie sich über eine Speiseröhrenoperation in unserer Klinik informieren möchten, rufen Sie uns einfach an (0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail. Sie erhalten dann umgehend einen ersten Beratungstermin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Notwendige Untersuchungen, die nicht ambulant erfolgen können, werden bereits zu diesem Zeitpunkt so terminiert, dass die Operation zeitnah nach der stationären Aufnahme erfolgen kann. Bei dringlichen Gründen ist natürlich auch eine sofortige Aufnahme möglich. Alle weiteren notwendigen Schritte werden dann im stationären Rahmen durchgeführt.

Zeigt sich im Rahmen der Diagnostik die Notwendigkeit einer Vorbehandlung (z.B. Strahlen-Chemotherapie) werden wir für Sie alle anfallenden Termine vereinbaren und Kontakte herstellen, so dass der gesamte Behandlungsplan für Sie ersichtlich und organisiert ist!

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Stuhlinkontinenz

Grundlagen
Die Unfähigkeit, willentlich Darmgase, flüssigen oder geformten Stuhl voneinander zu unterscheiden, zu halten oder unter Kontrolle willkürlich abzusetzen, bezeichnet man als Stuhlinkontinenz.

Es gibt eine große Anzahl von Ursachen für die Entwicklung einer Stuhlinkontinenz. Die Fähigkeit, den Stuhl zu halten und bei Bedarf kontrolliert zu entleeren ist multifaktoriell und sehr komplex:

  • gesundes Schließmuskelsystem
  • gesunder Beckenboden
  • gesundes Nervensystem
  • gesunder Mastdarm und Dickdarm

Tritt in einem oder mehreren dieser Systeme eine Störung auf, kann dies zur Inkontinenz führen. Diese Störungen können wiederum vielfältiger Natur sein:

  • Medikamente
  • Zuckererkrankung (Diabetes mellitus)
  • Vorausgegangener Schlaganfall
  • Multiple Sklerose
  • Vorausgegangene Operationen im Afterbereich, Dammbereich, am Enddarm oder an der Prostata
  • Vorausgegangene Bestrahlungen im Beckenbereich
  • Geschwulst
  • Entzündungen im Enddarm-/Afterbereich
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z. B. M. Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Hämorrhoiden
  • Mastdarmvorfall
  • Schließmuskelverletzungen (v. a. nach Entbindung)

Beschwerden
Es werden drei Schweregrade der Stuhlinkontinenz unterschieden

I°          unwillkürlicher Abgang von Luft oder Schleim

II°        Unfähigkeit, flüssigen Stuhl willentlich zu halten

III°       Unfähigkeit, festen Stuhl willentlich zu halten

Die Auswirkungen der Stuhlinkontinenz können das gesellschaftliche und berufliche Leben erheblich einschränken und zu einer schlechten Lebensqualität führen, je nach Ausprägung und persönlichem Empfinden. Problematisch dabei ist, dass viele Patienten Hemmungen haben, sich einer ärztlichen Behandlung zu unterziehen, da ihnen ihr Problem ausgesprochen peinlich ist.  Dabei ist dieses Problem häufig (ca. 20% der Erwachsenen!) und keineswegs betrifft es nur alte Menschen. Es ist besonders bedauerlich, wenn Menschen mit diesem Leiden oft jahrelang nicht behandelt werden, da es gute Behandlungsmöglichkeiten gibt. Grundlage hierfür ist jedoch ein ausführliches Gespräch über die Beschwerdesymptomatik (Anamnese), eine sorgfältige körperliche und auch apparative Untersuchung.


Untersuchungen
Weisen die von Ihnen geäußerten Beschwerden auf eine Stuhlinkontinenz hin, sollten folgende Untersuchungen durchgeführt werden:

  • Sorgfältige körperliche Untersuchung und gründlich Erhebung Ihrer Krankheitsgeschichte
  • Spiegelung des Analkanals (Proktoskopie) und des Enddarmes (Rektoskopie)
  • Dickdarmspiegelung (Koloskopie)

Die Spiegelung des Analkanals, des Enddarms und des gesamten Dickdarms gehören dabei zu den grundlegenden gerätetechnischen Untersuchungsverfahren bei Stuhlinkontinenz. Eine Vorbereitung ist vor einer Proktoskopie nicht notwendig. Vor einer Spiegelung des Mastdarmes muss ein Klistier (kurz vor der Untersuchung) gegeben werden. Vor einer Spiegelung des gesamten Darmes muss eine Reinigung des gesamten Dick- und Enddarmes am Vortag der Untersuchung durch Trinken von Spülflüssigkeit erfolgen.

  • Ultraschalluntersuchung des Schließmuskels (Endosonographie)

Diese Untersuchung ist schmerzlos, nicht belastend und bedarf keiner speziellen Vorbereitung.

Mit diesen Untersuchungen können in den meisten Fällen die Ursachen der Stuhlinkontinenz gefunden werden, manchmal allerdings bleibt die Ursache auch unklar.

Wichtig ist dabei zu betonen, dass die Durchführung der Untersuchungen in mehreren Schritten erfolgt. Ob und wann welche Untersuchung durchgeführt werden sollte, muss nach und nach entschieden werden. Sollten zudem gynäkologische oder urologische Probleme bestehen, werden die Krankheitsfälle interdisziplinär mit den Kolleginnen und Kollegen unserer gynäkologischen und urologischen Klinik in unserer wöchentlichen Beckenbodenkonferenz besprochen. Sowohl Patient als auch Arzt brauchen manchmal Geduld zum Herausfiltern der Ursache und des besten Behandlungskonzeptes bei der Stuhlinkontinenz.


Ablauf der Operation
Findet sich eine für die Stuhlinkontinenz verantwortliche Ursache, die mittels einer Operation mit großer Wahrscheinlichkeit beseitigt werden kann, sollte diese auch durchgeführt werden.

Dabei kommt eine ganze Reihe von Möglichkeiten zum Tragen:

  • Reparatur von Schäden des Schließmuskels, v. a. bei Schließmuskelschäden nach Dammschnitt
  • Raffung /Entfernung von Mastdarmanteilen bei einem Mastdarmvorfall (minimal invasiv durch die Bauchhöhle (anteriore Rektopexie) oder nur durch den Analkanal (STARR Operation, Operation nach Altemeyer)
  • Hämorrhoidenoperation
  • Entfernung von Dickdarmanteilen durch Bauchspiegelung (Laparoskopie)
  • Sakrale Nervenstimulation (Nervenschrittmacher für den Schließmuskel): elektrische Impulse regen Nerven an, die zu der Beckenbodenmuskulatur und zu den Schließmuskeln laufen.
  • Einsetzen eines künstlichen Schließmuskels (Artificial bowel sphincter)

Ob und welche operative Methode bei Ihnen durchgeführt werden muss, ergibt sich im Verlauf der Diagnosefindung und ausführlichen Besprechung mit Ihnen und Ihren gegebenenfalls weiteren betreuenden Ärzten. Zusammenfassend soll hier noch einmal festgehalten werden, dass wir fast 90% der Patienten mit der adäquaten Operationsmethode helfen können.


Alternative / ergänzende Behandlungsformen
Initial wird fast immer ein konservativer Behandlungsversuch gerechtfertigt sein.

  • Eindicken des Stuhles

Hier spielen Maßnahmen in der Ernährungsumstellung eine wesentliche Rolle. Ziel ist es, den Stuhlgang einzudicken und dadurch den ungewollten Abgang von flüssigem Stuhl und Gasen zu vermeiden, bzw. zu verringern. Wesentlich dabei ist unter anderem die Nahrungszufuhr in Form von ballaststoffarmer, faserreichen Kost und von Quellmitteln.

  • Änderung / Ergänzung vorbestehender Medikamente

Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Internisten, Neurologen, ggfls. auch Gynäkologen und Urologen.

  • Beckenbodentraining

Ziel ist die Verbesserung des muskulären Verschlusssystems durch gezielte Gymnastik.

  • Biofeedback-Training

Ziel des sogenannten Biofeedback-Trainings ist es, durch apparative Rückkoppelung zu erlernen, den Schließmuskel gezielt und richtig anzuwenden. Dies erfolgt mittels einer technischen Vorrichtung, in die sie sorgfältig eingewiesen werden und die einfach zu Hause anzuwenden ist.


Nach der Operation
Wir versuchen alle Eingriffe so schonend wie möglich durchzuführen. Daher ist die Erholungsphase nach den o.g. Eingriffen erfreulich kurz. In der Regel können Sie nach wenigen Tagen die Klinik wieder verlassen. Essen und Trinken können Sie bereits am Abend der Operation. Auf eine gute Schmerztherapie wird selbstverständlich durchgehend geachtet. Nach allen o.g. Eingriffen können Sie Ihren Darm in den ersten Tagen nach der Operation problemlos entleeren.

Vor der Entlassung findet ein ausführliches Abschlussgespräch statt. Sollten weitere ergänzende Maßnahmen notwendig sein, wird das mit Ihnen und Ihrem Hausarzt geplant und in die Wege geleitet.

Wir freuen uns, wenn wir alle Patienten, die wir wegen einer Stuhlinkontinenz operiert haben, nach drei Monaten und nach einem Jahr in unserer proktologischen Sprechstunde nochmals zur Kontrolle sehen dürfen.


Organisatorischer Ablauf
Möchten Sie sich über eine Inkontinenz Therapie in unserer Klinik informieren? Dann rufen Sie uns bitte an (Tel 0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail und Sie erhalten umgehend einen Termin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der koloproktologischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Ein großer Teil der notwendigen Untersuchungen findet in unserer koloproktologischen Sprechstunde vor der stationären Aufnahme statt. Zwei Mitglieder des koloproktologischen Ärzteteams sind Kolleginnen und daher können wir Ihnen bei entsprechendem Wunsch eine koloproktologische Sprechstunde von Frauen für Frauen anbieten.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Anmeldung und Terminvereinbarung

Möchten Sie einen Termin in unserer Chirurgischen Sprechstunde, eine Zweitmeinung oder sich als Notfall anmelden?

Das können Sie bei uns alles auf demselben Weg:

Terminvereinbarung:
Montag bis Freitag, 7.00 – 16.00 Uhr

Tel: 0234 517 2500

Hier erreichen Sie Frau Hirsch, Frau Preuss oder Frau Krauthan, die Ihnen gerne weiterhelfen und einen Termin nach Ihren Wünschen und Bedürfnissen finden.

Außerhalb der genannten Zeiten können Sie uns gerne eine Terminanfrage per E-Mail senden. Wir melden uns dann spätestens am Morgen des nächsten Werktages bei Ihnen.

Außerhalb der oben genannten Zeiten können Sie den diensthabenden Chirurgen unserer Klinik erreichen:
Tel.: 0152 564 58 844

© 2017 Klinik für Visceralchirurgie - Robotic Surgery

Klinik für Visceralchirurgie • Robotic Surgery • Bergstraße 26 • 44791 Bochum • Tel.: 0234-517 2500