Klinik für Visceralchirurgie • Robotic Surgery • Bergstraße 26 • 44791 Bochum • Tel.: 0234-517 2500

Robotic Surgery

Diese Eingriffe können in unserer Klinik mit dem Roboter / Da Vinci® System operiert (Robotic Surgery) durchgeführt werden:

Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Grundlagen
In Deutschland erkranken jährlich ungefähr 35 von 100 000 Einwohnern an Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom). Die Erkrankung tritt meistens jenseits des 50. Lebensjahres auf. Risikofaktoren sind u. a. Rauchen, ein übermäßiger Alkoholkonsum und chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse.

Neben dem klassischen Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt es eine Reihe weiterer Tumoren, die in der Bauchspeicheldrüse entstehen können. Hier sind neben den Tumoren der endokrinen Pankreaszellen (neuroendokrine Pankreastumoren) vor allen Dingen auch die zystischen Pankreastumoren (IPMNs) zu nennen. Die beiden zuletzt genannten Tumore haben eine deutlich bessere Prognose als das Pankreaskarzinom. Trotzdem müssen auch diese Veränderungen operiert werden, da sie unbehandelt ebenfalls zu einer bedrohlichen Erkrankung werden.


Beschwerden
Die Symptome eines Bauchspeicheldrüsenkrebses sind unspezifisch. Häufig fallen diese Erkrankungen erst durch Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit oder eine gelbe Hautverfärbung auf. Frühsymtpome können eine neu aufgetretene Zuckerkrankheit oder eine Veränderung der Stuhlgewohnheiten (Durchfälle) sein.


Untersuchungen
Wenn der Verdacht auf eine tumoröse Erkrankung der Bauchspeicheldrüse geäußert wird, sollte umgehend eine hochauflösende Computertomografie durchgeführt werden. Diese Untersuchung hat die höchste Aussagekraft über krankhafte Veränderungen in der Bauchspeicheldrüse. Ergänzt wird dieses Schnittbildverfahren durch Laboruntersuchungen, eine Ultraschalluntersuchung durch den Magen (Endosonographie) und nicht selten durch eine Endoskopie des Magens und der oberen Dünndarmabschnitte.

Die besten Chancen auf eine dauerhafte Heilung bestehen, wenn zu einem frühen Zeitpunkt operiert wird. Daher ist es entscheidend, dass auch beim leisesten Verdacht auf das Vorliegen einer Tumorerkrankung im Pankreas konsequent operiert wird. Häufig gelingt es im Gegensatz zu anderen Organsystemen nicht, vor der Operation die bösartige Diagnose durch den Pathologen sichern zu lassen. Eine abwartende Haltung ist in diesen Situation aber nicht empfehlenswert, da die Erkrankung in der Regel rasch voranschreitet.


Ablauf der Operation
Die Behandlung von Patienten mit Pankreastumoren stellt einen der Schwerpunkte des Onkologischen Zentrums unseres Krankenhauses dar. Jeder Patient mit einem Bauchspeicheldrüsenkrebs wird vor Beginn der Therapie in der Interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt. Hier kommen Onkologen, Gastroenterologen, Visceralchirurgen und Strahlentherapeuten zusammen und erarbeiten ein maßgeschneidertes Therapiekonzept für jeden Patienten.

Nur die vollständige chirurgische Entfernung des Pankreaskarzinoms ermöglicht die Heilung der Erkrankung. In der überwiegenden Anzahl der Fälle ist der Kopf der Bauchspeicheldrüse betroffen. In dieser Situation muss neben der rechten Hälfte der Bauchspeicheldrüse auch der Zwölffingerdarm und die Gallenblase mit entfernt werden. Ein wichtiger Bestandteil dieser Operationen ist die Rekonstruktion der Speispassage und die Einleitung der Galle- und Pankreasflüssigkeiten in den Dünndarm.

Seltener liegen die Tumoren im Schwanz oder Körper des Pankreas. In diesen Fällen wird die linke Seite der Bauchspeicheldrüse entfernt. Häufig aber nicht immer muss die Milz in dieser Situation mit entfernt werden. Im Gegensatz zur Pankreaskopfresektion entfällt bei der Pankreaslinksresektion die aufwendige Rekonstruktion, da der Gallengang und der Zwölffingerdarm nicht mit entfernt werden müssen.

All diese komplexen Operationen führen wir in unserer Klinik minimal invasiv unter Einsatz des Da Vinci® Systems durch (Robotic Surgery).  Durch den Einsatz dieses Assistenzsystems gelingen die Operationen besonders schonend, genau und blutarm. Das sind die besten Voraussetzungen für ein schnelle Erholung und ein sehr gutes Operationsergebnis in Hinblick auf Ihre Tumorerkrankung. Wir gehören zu den ganz wenigen Zentren in Deutschland und Europa, die komplexe Bauchspeicheldrüsenoperationen in dieser minimal invasiven und schonenden Vorgehensweise anbieten können.


Alternative /  ergänzende Therapie
Es gibt für Bauchspeicheldrüsentumoren keine alternativ Heilungsmethode. Standard ist beim klassischen Pankreaskarzinom eine zusätzliche Chemotherapie, die sich über 6 Monate nach der Operation erstreckt. In Studien wird untersucht, ob durch eine Chemotherapie und/oder Strahlentherapie vor der Operation, die Aussichten auf eine dauerhafte Heilung verbessert werden können. Bisher ist die etablierte und evidenzbasierte beste Therapieoption aber die vollständige chirurgische Entfernung des Pankreastumors.


Nach der Operation (postoperativer Verlauf)
Unmittelbar nach der Operation ist vor allen Dingen eine optimale Schmerztherapie wichtig. Schmerzfreiheit führt zu einer schnelleren Wundheilung und Rekonvaleszenz. Dazu nutzen wir für die ersten Tage nach der Operation den „PDK“ (Periduralkatheter). Die Ernährung erfolgt ab dem ersten Tag über einen Ernährungskatheter, der für einige Tage nach der Operation im Dünndarm verbleibt. Der Körper muss sich zunächst auf die neue Situation umstellen. Prinzipiell darf alles gegessen werden; anfangs sollten kleine und leichte Mahlzeiten pro Tag eingenommen werden. In der ersten Zeit kann es zu einem Gewichtsverlust kommen, der später in der Regel wieder ausgeglichen wird.

Wichtig ist, dass Sie als Patient Ihre Ängste und Sorgen sowie Ihre Erwartungen offen ansprechen. Dabei unterstützen wir Sie engagiert und verständnisvoll mit unserem Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Ernährungsberatern, Psychologen, Sozialarbeitern, Seelsorgern und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Auch für Fragen der Angehörigen steht unser Team gerne zur Verfügung.

Nach der Operation verbleiben Sie in der Regel zwei Wochen stationär bei uns.  Vor der Entlassung erfolgt ein Abschlussgespräch, in dem alle Fragen der Patienten besprochen werden. Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs steht eine Anschlussheilbehandlung zu, die wir vor der Entlassung für sie organisieren.

Besteht die Notwendigkeit einer zusätzlichen Chemotherapie besprechen wir mit Ihnen und Ihrem Hausarzt wann und wo diese Therapie erfolgen soll und kann.

Zur Entlassung erhalten Sie aus dem onkologischen Zentrum unserer Klinik einen Tumornachsorgepass, aus dem zu ersehen ist, in welchen Zeitabständen welche Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden sollen.

Alle weiteren Schritte werden natürlich auch ausführlich mit Ihrem Hausarzt besprochen.


Organisatorischer Ablauf einer Pankreasoperation
Möchten Sie sich über eine Bauchspeicheldrüsenoperation in unserer Klinik informieren? Dann rufen Sie uns bitte an (Tel 0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail und Sie erhalten umgehend einen Termin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Notwendige Untersuchungen, die nicht ambulant erfolgen können, werden bereits zu diesem Zeitpunkt so terminiert, dass die Operation zeitnah nach der stationären Aufnahme erfolgen kann. Bei dringlichen Gründen ist natürlich auch eine sofortige Aufnahme möglich. Alle weiteren notwendigen Schritte werden dann im stationären Rahmen durchgeführt.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Chronische Verstopfung (Obstipation)

Grundlagen und Beschwerden
Bei der Obstipation handelt es sich um ein Symptom, das in sehr unterschiedlicher Art und Weise als störend bis hin zu quälend empfunden wird. Es gibt keine allgemeingültige Häufigkeit, wie oft man Stuhlgang absetzen muss, da die individuelle Häufigkeit sehr unterschiedlich ist. Der Begriff der Verstopfung beschreibt die Unfähigkeit, in subjektiv ausreichender Menge und Häufigkeit, Stuhlgang abzusetzen. Es gibt jedoch Kriterien, die für eine krankhafte Verstopfung sprechen:

Innerhalb der letzen 12 Monate treten in drei Monaten mindestens zwei oder mehr der folgenden Kriterien auf:

  • Weniger als 3 x pro Woche Stuhlgang
  • Starkes Pressen beim Stuhlgang
  • Sehr harter Stuhl
  • Gefühl der unvollständigen Entleerung trotz stattgehabtem Stuhlgang
  • Gefühl der Blockierung im Analkanal/Mastdarm
  • Unterstützung des Stuhlganges mit der Hand (Druck auf den Damm oder Ausräumen des Enddarmes)

Die Auswirkungen auf das körperliche und seelische Befinden können erheblich sein. Es kann zu Völlegefühl und Unwohlsein kommen. Viele betroffene Patienten stellen sich leider nicht bei einem erfahrenen Arzt vor. Das Symptom der Verstopfung ist bei uns weit verbreitet (ca. 20 % der Bevölkerung). Häufig lässt sich das Problem allein durch eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten (ballaststoffreiche Ernährung) bereits beheben. Es gibt eine Vielzahl nichtoperativer (=konservativer) und operativer Behandlungsmöglichkeiten. Grundlage hierfür ist jedoch ein ausführliches Gespräch über die Beschwerdesymptomatik (Anamnese), eine sorgfältige körperliche und auch apparative Untersuchung.

Es gibt eine große Anzahl von Ursachen für die Entwicklung einer Obstipation:

A) „Funktionelle“ Verstopfung (Ursache außerhalb des Dick- und Mastdarmes)

  • Medikamente
  • Ballaststoffarme Ernährung
  • Mangelnde körperliche Bewegung
  • Erkrankungen des Nervensystems
  • Diabetes mellitus
  • Unterfunktion der Schilddrüse, andere hormonelle Erkrankungen

B) Gestörte Transportfunktion des Darmes durch fehlerhafte nervliche Versorgung des Darmes

C) Entleerungsstörungen ( Ursachen im Beckenboden, Dickdarm oder Mastdarm)

  • Einstülpung des Mastdarmes (=Intussuszeption)
  • Aussackung des Mastdarmes (=Rektozele) als Folge einer gestörten Entleerung des Mastdarmes (=Obstruktives Defäkationssyndrom=ODS)
  • Analfissur
  • Muskuläre Erkrankungen im Beckenbodenbereich
  • Tumoren

Um die Verstopfung effektiv zu behandeln, ist es sehr wichtig die Ursache der Verstopfung genau zu eruieren.


Untersuchungen

  • An erster Stelle steht das ausführliche Gespräch über den Symptomverlauf und die Lebensgewohnheiten (Anamnese). In Abhängigkeit davon sollten folgende diagnostische Verfahren durchgeführt werden:
  • Spiegelung des Analkanals (Proktoskopie) und des Enddarmes (Rektoskopie)
  • Dickdarmspiegelung (Koloskopie)
  • Untersuchung der Stuhlentleerung mit Kontrastmittel mittels Röntgen oder Kernspintomographie (Defäkographie oder MRT-Defäkographie)
  • Bestimmung der Dickdarm-Passagezeit (Kolontransit Bestimmung, Hinton-Test)
  • Gegebenenfalls gynäkologische / urologische Untersuchung

Wir möchten betonen, dass es durchaus Geduld und Zeit erfordern kann, die Ursache für eine krankhafte Verstopfung herauszufinden. Patienten mit Obstipation werden interdisziplinär mit den Kolleginnen und Kollegen unserer gynäkologischen und urologischen Klinik in unserer wöchentlichen „Beckenbodenkonferenz“ besprochen.


Ablauf der Operation
Es gibt eine ganze Reihe von Ursachen der Verstopfung, die sehr effektiv durch eine Operation beseitigt werden kann.

Dabei kommt eine ganze Reihe von Möglichkeiten zum Tragen:

  • Überschüssige Mastdarmanteile können durch den Analkanal entfernt werden (STARR oder Trans STARR Operation)
  • Der Beckenboden kann bei einer Muskelschwäche mit einem Netz angehoben werden. Bei dieser Operation wird der Mastdarm begradigt (Rektopexie) und selten können auch überschüssige Darmanteile entfernt werden. Diese Operation erfolgt immer ohne Bauchschnitt und wir setzen für diese Eingriffe regelmäßig das Da Vinci® System ein.
  • In sehr seltenen Fällen müssen größere Anteile des Dickdarms entfernt werden, wenn eine Erkrankung dieser Darmabschnitte die Ursache für die Verstopfung ist. Auch diese Eingriffe erfolgen in unserer Klinik minimal invasiv ohne Bauchschnitt.

Alternative / ergänzende Therapieverfahren
Einige Ursachen der chronischen Verstopfung können ohne Operation konservsativ behandelt werden.

  • Einweichen des Stuhles
  • Körperliche Betätigung
  • Änderung / Ergänzung vorbestehender Medikament
  • Biofeedback-Training

Nach der Operation
Nach der Operation steht eine suffiziente Schmerztherapie in den ersten Tagen im Vordergrund. Sie können bereits am Abend der Operation wieder trinken und essen. Die Darmfunktion kommt nach den minimal invasiven Eingriffen in der Regel schnell in Gang. Zugänge (Venenzugänge, Urinkatheter) werden so schnell wie möglich entfernt, damit Sie sich wieder frei bewegen können. Der stationäre Aufenthalt dauert in der Regel nicht länger als eine Woche nach der Operation.

Vor der Entlassung wird ein ausführliches Gespräch mit Ihnen geführt, in dem geklärt wird, ob noch irgendwelche begleitenden Maßnahmen für Sie notwendig und sinnvoll sind (Medikamente, Physiotherapie etc.). Die weitere Vorgehensweise wird natürlich auch mit Ihrem behandelnden Hausarzt besprochen.


Organisatorischer Ablauf
Wenn Sie sich über eine Therapie bei chronischer Verstopfung in unserer Klinik informieren möchten, rufen Sie uns einfach an (0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail. Sie erhalten dann umgehend einen ersten Beratungstermin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der koloproktologischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Ein großer Teil der notwendigen Untersuchungen findet in unserer koloproktologischen Sprechstunde vor der stationären Aufnahme statt. Zwei Mitglieder des koloproktologischen Ärzteteams sind Kolleginnen und daher können wir Ihnen bei entsprechendem Wunsch eine koloproktologische Sprechstunde von Frauen für Frauen anbieten.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom)

Grundlagen
In Deutschland erkranken jährlich ungefähr 55 von 100.000 Einwohnern an einem kolorektalen Karzinom. Es ist das zweithäufigste Krebsleiden in der Bundesrepublik.

Die Erkrankung tritt meistens zwischen dem 50. und 80. Lebensjahr auf. Risikofaktoren sind Darmpolypen ( Adenome ), genetische Faktoren, entzündliche Darmerkrankungen ( Colitis ulcerosa, M.Crohn ), Übergewicht, fettreiche und ballaststoffarme Ernährung und Bewegungsmangel.


Beschwerden
Jede Änderung der Stuhlgewohnheiten sowie Blut- oder Schleimbeimengungen oder -auflagerungen sind sehr verdächtig und sollten abgeklärt werden. Des Weiteren können Müdigkeit, ein ungewollter Gewichtsverlust, Blutarmut und bei größeren Tumoren auch Bauchbeschwerden auftreten.


Untersuchungen
Zunächst wir eine gründliche Erhebung der Vorgeschichte und eine umfassende körperliche Untersuchung durchgeführt. Als nächstes erfolgt eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie ). Hierbei können Proben aus dem Darm gewonnen werden oder Polypen abgetragen werden.

Wird bei den o.g. Untersuchungen ein Kolonkarzinom festgestellt, sind weitere Untersuchung zur Bestimmung der Ausdehnung der Erkrankung erforderlich:

  • Röntgenuntersuchung der Lunge
  • Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes (Leber)
  • Computertomographie des Bauchraumes
  • Blutentnahme mit Tumormarkern (CEA und CA19/9)

Bei erblich bedingten Kolonkarzinom wird eine genetische Beratung und die Untersuchung des Erbguts empfohlen.


Ablauf der Operation
Nahezu alle Formen des Dickdarmkrebses können und sollen operiert werden. Die Therapie ist abhängig von der Lokalisation und der Ausdehnung des Tumors. Jeder Patient mit einem Dickdarmkrebs wird im Darmzentrum unseres Hauses vor Therapiebeginn in der interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt. Hier kommen Onkologen, Gastroenterologen, Strahlentherapeuten und Visceralchirurgen zusammen und erarbeiten ein maßgeschneidertes Konzept für jeden Patienten.

Tumoroperation am Dickdarm erfolgen in unserer Klinik ausnahmslos minimal invasiv. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, setzen wir dabei das Robotik Da Vinci® System ein.  Der Dickdarm und sein Lymphabflussgebiet werden vollständig unter Erhalt einer dünnen Hüllschicht entfernt (totale mesokolische Exzision oder CME). Dies gelingt durch den Einsatz der Robotic Surgery besonders sicher und verlässlich. Je nach Lokalisation des Tumors wird das rechte Hemikolon, der Querdarm, oder das linke Hemikolon reseziert. Bei all diesen Operationen ist kein künstlicher Darmausgang notwendig. Die abgesetzten Darmenden werden am Ende der Operation wieder miteinander verbunden.


Alternative / ergänzende Behandlung
Falls der Pathologie bei der Aufarbeitung des entfernten Darmabschnittes Metastasen in den Lymphdrüsen findet, wird eine zusätzliche Chemotherapie durchgeführt.

Finden sich während der Operation Absiedlungen des Tumors in der Leber oder in der Bauchhöhle, können diese Manifestationen in manchen Fällen direkt mit entfernt werden. Auch in diesen Fällen kommt eine zusätzliche Chemotherapie entweder als Infusionsbehandlung oder als HIPEC in Betracht.


Nach der Operation (postoperativer Verlauf)
Unmittelbar nach der Operation ist eine optimale Schmerztherapie wichtig. Die Patienten dürfen am Abend des Operationstages wieder trinken und mit dem Essen beginnen. Der Krankenhausaufenthalt beträgt im Mittel 10 Tage.

Eine Anschlussheilbehandlung ist sinnvoll, steht Ihnen zu und wird von uns organisiert. Wurde der Tumor frühzeitig erkannt und radikal entfernt, bestehen sehr gute dauerhafte Heilungschancen. Bei ausgedehnten Tumorstadien und dem Vorhandensein von Metastasen ist die Prognose schlechter, aber auch hier kann durch die multimodale Therapie Heilung erreicht werden. Neben unserem Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten und Ernährungsberatern werden Sie und Ihre Angehörigen von Psychologen, Seelsorgern und Sozialarbeiten kontinuierlich unterstützt.

Vor der Entlassung erfolgt ein Abschlussgespräch, in dem alle Fragen besprochen werden. Sie erhalten einen ausführlichen Entlassungsbrief und ein Tumornachsorgeschema, aus dem zu ersehen ist in welchen Zeitabständen welche Untersuchungen durchgeführt werden sollen.

Alle Unterlagen und Termine Ihrer Therapie halten wir für Sie sehr übersichtlich und informativ in dem speziell für Sie erarbeiteten Patientenordner „Darmkrebs“ bereit.


Organisatorischer Ablauf einer Dickdarmoperation
Wenn Sie sich über eine Darmkrebsbehandlung in unserer Klinik informieren möchten, rufen Sie uns einfach an (0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail. Sie erhalten dann umgehend einen ersten Beratungstermin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Bereits bei Ihrem ersten Termin erhalten Sie unseren Patientenordner „Darmkrebs“ in dem alle Termine, Unterlagen und Ansprechpartner sowie weiter wichtige Informationen zu dieser Erkrankung übersichtlich und informativ zusammengestellt sind.

Notwendige Untersuchungen, die nicht ambulant erfolgen können, werden bereits zu diesem Zeitpunkt so terminiert, dass die Operation zeitnah nach der stationären Aufnahme erfolgen kann. Bei dringlichen Gründen ist natürlich auch eine sofortige Aufnahme möglich. Alle weiteren notwendigen Schritte werden dann im stationären Rahmen durchgeführt.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Divertikulitis

Grundlagen
Divertikel des Dickdarms sind in westlichen Industrieländern häufig und nehmen mit dem Alter zu. Bei jedem  dritten  60-jährigen in Deutschland finden sich Divertikel am Dickdarm. Dabei handelt es sich um erworbene Ausstülpungen der Schleimhaut durch Gefäßlücken in der Darmwandmuskulatur. Zu 85-95% ist das Kolon sigmoideum (Sigma / S-Darm) der befallene Darmabschnitt. 80% der Divertikelträger bleiben zeitlebens ohne Beschwerden, man spricht von einer (asymptomatischen) Divertikulose.

Als Divertikelkrankheit bezeichnet man die Divertikelentzündung (Divertikulitis) mit Ihren möglichen Komplikationen:

  • Divertikeldurchbruch (Perforation)
  • Eiteransammlungen um den Dickdarm (Abszeß)
  • divertikulitische Stenose (Enge)
  • divertikulitische Fistel
  • Divertikelblutung

Komplikationen werden bei ca. 10% der Divertikelträger beobachtet und können lebensbedrohlich sein.


Beschwerden
Die Divertikulitis hat folgende charakteristische Beschwerden:

  • Linksseitige Unterbauchschmerzen
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit

Bei einer Bauchfellentzündung als Folge der seltenen freien Divertikelperforation kann es zu starken Schmerzen des gesamten Bauches und deutlicher Verschlechterung des Allgemeinzustandes kommen.

Nach wiederholten Entzündungen, die teilweise auch unerkannt ablaufen können, kann sich durch narbige Veränderungen der Darmwand mit entsprechender Einengung des Darmrohres ein drohender Darmverschluss einstellen, Verstopfung (zum Teil im Wechsel mit Durchfällen) und Bauchkrämpfe sind die typischen Symptome.

Bei einer Divertikelblutung kommt es zu mehr oder weniger starken Blutabgängen durch den After, zumeist ohne sonstige Beschwerden.


Untersuchungen
Wenn Ihre Vorgeschichte oder die klinische Untersuchung den Verdacht auf eine akute Divertikelentzündung / Divertikulitis nahe legen, sollten prinzipiell folgende Untersuchungen erfolgen:

  • Entzündungswerte im Blut (Blutbild, CRP)
  • Ultraschalluntersuchung des Bauches
  • Ggf. Computertomographie (CT) des Bauchraumes
  • Darmspiegelung (Koloskopie)

Ablauf der Operation
Nur die komplizierten Fälle einer Divertikulitis müssen operiert werden. Die Operation wird in unserer Klinik als endoskopischer / minimalinvasiver Eingriff durchgeführt. Hierzu werden über kleine Hautschnitte (Schlüsselloch-Chirurgie) CO2-Gas in die Bauchhöhle eingeleitet und Arbeitsgeräte, Kamera, Licht etc. eingebracht. Hierüber wird der S-Darm mobilisiert und dann über einen kleinen Bergeschnitt über dem Schambein entfernt. Die Darmneuverbindung der entstandenen Darmenden erfolgt sicher und standardisiert mit einer Klammernahtmaschine. Das Da Vinci®-Systems verbessert in besonders schwierigen Situationen die Operationsbedingungen.


Alternative / ergänzende Behandlung
Die Divertikulose ohne Entzündung ist nicht behandlungsbedürftig. Es empfiehlt sich aber, auf eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Trinkmenge und körperliche Bewegung zu achten.

Die Therapieform der Divertikulitis ist abhängig von der Ausprägung der Entzündung, die sich im CT darstellt sowie dem Auftreten der anderen oben genannten Komplikationen.

Die unkomplizierte Divertikulitis – häufig nur mit mäßigen Schmerzen ohne Fieber / Krankheitsgefühl – lässt sich in den meisten Fällen durch eine Antibiotika-Gabe über wenige Tage und Schonkost zur Ausheilung bringen. Die Beschwerden gehen dann rasch zurück und Sie erholen sich schnell.

Ob und wann eine erneute Entzündung auftritt (Rezidiv), wie schwer diese verläuft oder ob sich Komplikationen einstellen, kann jedoch nicht vorhergesagt werden.
Eine Operation im Sinne einer Entfernung des erkrankten Darmabschnittes – also in aller Regel eine Entfernung des S-Darmes – sollte durchgeführt werden bei:

  • anhaltenden Beschwerden unter der konservativen Behandlung einer akuten Divertikulitis
  • Auftreten einer akuten komplizierten Divertikulitis, d. h. bei Ausbildung eines Eiterherdes (Abszess) und bei Auftreten einer Perforation oder Fistel.
  • symptomatischer narbiger Engstellung (Stenose) nach wiederholten Divertikulitiden

Nach der Operation (postoperativer Verlauf
Alle Bemühungen nach der Operation zielen auf eine möglichst rasche Rekonvaleszenz. Nach der Operation bekommen Sie eine standardisierte und schonende Schmerztherapie. Der Kostaufbau erfolgt zügig. Am Operationstag dürfen Sie trinken und schon wieder leicht essen. Alle Zugänge wie z.B. Venenzugänge werden bereits in den ersten Tagen nach der Operation wieder entfernt. Bereits am OP-Tag dürfen und sollen Sie wieder aufstehen.

Einen normalen Verlauf vorausgesetzt, liegt die Dauer des Krankenhausaufenthaltes nach der Operation bei ca. 7 Tagen. Bei Entlassung sollten sich Ihre Wundschmerzen auf ein Minimum reduziert haben. Die vollständige Normalisierung Ihrer Darmtätigkeit und Stuhlgewohnheiten können in Einzelfällen mehrere Wochen dauern, anhaltende Einschränkungen sind aber nicht zu erwarten. Die Arbeitsunfähigkeit nach Ihrem Klinikaufenthalt dauert in der Regel ein bis zwei Wochen.


Organisation der Behandlung in unserer Klinik
Möchten Sie sich über eine Operation bei Divertikulitis in unserer Klinik informieren? Dann rufen Sie uns bitte an (Tel 0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail und Sie erhalten umgehend einen Termin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Notwendige Untersuchungen, die nicht ambulant erfolgen können, werden bereits zu diesem Zeitpunkt so terminiert, dass die Operation zeitnah nach der stationären Aufnahme erfolgen kann.

Viele Patienten kommen mit den oben aufgeführten Beschwerden notfallmäßig / auf dringliche Einweisung durch den Hausarzt zur stationären Aufnahme und bleiben direkt im Krankenhaus.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im ZAM mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem Hausarzt / Facharzt
  • Ergebnisse ambulant durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Medikamentenliste und Allergiepass (falls vorhanden)

Lebertumore (Lebermetastasen)

Grundlagen
Es gibt eine ganze Reihe von Befunden in der Leber, die operativ entfernt werden können bzw. sollten:

  • Lebermetastasen anderer Karzinome (z.B. Darmkrebs)
  • Primäre Leberzellkarzinome (HCC und CCC)
  • Gutartige Lebertumore (Adenome, FNH)
  • Bestimmte Leberzysten (z.B. Echinokokkuszysten)

Beschwerden
Lebertumoren machen in den meisten Fällen erst sehr spät und dann sehr unspezifische Beschwerden. Hier sind rechtsseitige Oberbauchbeschwerden, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit und Gelbsucht zu nennen.


Untersuchungen
Die Augusta-Kliniken Bochum verfügen über alle hochmodernen Diagnostika und Behandlungsmethoden, die im Rahmen der Leberchirurgie erforderlich sind. Dazu gehört eine gute Endoskopieabteilung und hervorragende, sich ergänzende bildgebende Untersuchungsmethoden wie die Kontrastmittelsonographie, das Kernspintomogramm (MRT) und die hochauflösende Computertomografie (CT).

Um für Sie die optimale Behandlungsstrategie zu entwickeln und sie adäquat und individuell zu beraten, werden vor einer Operation ihre Befunde in einer interdisziplinären Tumorkonferenz bewertet.  Hier diskutieren Spezialisten unterschiedlicher Fachgebiete wie Gastroenterologen, Onkologen, Radiologen, Pathologen und Chirurgen über die bestmögliche Vorgehensweise in Ihrem persönlichen Fall. Dabei werden nicht nur die aktuellen Befunde, sondern auch ihr Lebensalters und ihrer Begleiterkrankungen mit berücksichtig. Anschließend werden die Ergebnisse mit Ihnen ausführlich besprochen, um zu einer gemeinsamen Entscheidung zu kommen.


Ablauf der Operation
Sollte in Ihrem Fall die Möglichkeit der Operation gegeben sein, wird diese durch ein erfahrenes Team geplant. Leberchirurgie stellt hohe Anforderungen an das gesamte behandelnde Team. Operationen an der Leber werden bei uns regelmäßig und in hoher Behandlungsqualität ausgeführt. In vielen Fällen wird die Operation in minimalinvasiver Technik als Robotic Surgery durchgeführt. Durch den Einsatz des Da Vinci® Systems können wir in unserer Klinik auch hochkomplexe Lebereingriffe (z.B. Hemihepatektomien) ohne großen Bauchschnitt durchführen.


Alternative/ergänzende Behandlung
Es gibt eine ganze Reihe von modernen alternativen Behandlungsmethoden von Lebertumoren, wenn eine operative Therapie nicht sinnvoll oder möglich erscheint. Unsere radiologische Abteilung ist in lokal interventionellen Verfahren wie der CT-gesteuerte Leberpunktion, der Chemoembolisation (TACE) und der Radiofrequenzablation (RFA) sehr erfahren. Durch unsere Strahlentherapeuten ist eine stereotaktische Bestrahlung von Lebertumoren ebenfalls möglich. In enger Kooperation werden diese interventionellen Verfahren auch mit der Leberchirurgie kombiniert, um Ihnen die bestmögliche Therapie zu ermöglichen.


Nach der Operation (postoperativer Verlauf)
Nach ausgedehnten Leberresektion werden unserer Patienten zunächst für eine kurze Zeit (oft weniger als ein Tag) auf der Intensivstation I12 überwacht. Unmittelbar nach der Operation ist vor allen Dingen eine optimale Schmerztherapie wichtig. Schmerzfreiheit führt zu einer schnelleren Wundheilung und Rekonvaleszenz. Dazu bekommen die meisten Patienten nach großen Leberresektionen einen Periduralkatheter (PDK). Sie können bereits am OP Tag wieder trinken und mit dem Essen beginnen. Die Mobilisation gelingt gerade nach minimal invasiven Eingriffen bereits am ersten postoperativen Tag. In der Regle bleiben Sie 8-10 Tage in unserer Klinik, nachdem wir Sie an der Leber operiert haben.

Die Bewältigung der Diagnose eines bösartigen Lebertumors und der Therapiefolgen ist anstrengend und schwierig. Wichtig ist, dass Patienten ihre Ängste und Sorgen sowie Ihre Erwartungen offen ansprechen. Dabei unterstützen wir Sie engagiert und verständnisvoll mit unserem Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Ernährungsberatern, Psychologen, Sozialarbeitern, Seelsorgern und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Nicht zuletzt ist die Unterstützung der Familie entscheidend, damit die Patienten postoperativ schnell wieder eine hohe Lebensqualität erlangen. Auch für Fragen der Angehörigen steht unser Team gerne zur Verfügung.

Vor der Entlassung erfolgt ein Abschlussgespräch, in dem alle Fragen der Patienten besprochen werden. Patienten mit Leberresektionen steht eine Anschlussheilbehandlung in einer stationären oder ambulanten Rehabilitationseinrichtung zu, die wir vor der Entlassung für sie organisieren.

Jeder Patient erhält bei der Entlassung einen ausführlichen Entlassungsbrief sowie den Operationsbericht für den einweisenden Arzt. Hier werden alle relevanten Informationen wie z.B. Medikamente, Rehabilitationsmaßnahmen und eine Empfehlung zur Durchführung einer Tumornachsorge aufgeführt. Der Patient erhält aus dem onkologischen Zentrum unserer Klinik einen Tumornachsorgepass, aus dem zu ersehen ist in welchen Zeitabständen welche Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden sollen.


Organisatorischer Ablauf
Möchten Sie sich über einen Lebereingriff in unserer Klinik informieren? Dann rufen Sie uns bitte an (Tel 0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail und Sie erhalten umgehend einen Termin. Fast alle Patienten, die mit einem Lebertumor in unsere Klinik kommen, werden über unser Zentrales-Aufnahme-Management vor der stationären Aufnahme für die Operation vorbereitet. Notwendige Untersuchungen, die nicht ambulant erfolgen können, werden bereits zu diesem Zeitpunkt so terminiert, dass die Operation zeitnah nach der stationären Aufnahme erfolgen kann.

Bei dringlichen Gründen ist natürlich auch eine sofortige Aufnahme möglich. Alle weiteren notwendigen Schritte werden dann im stationären Rahmen durchgeführt.

Folgende Unterlagen sollten sie zu Ihren Terminen in unserer Klinik bitte mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Alle Ergebnisse der ambulant durchgeführten Untersuchungen

Magenkrebs (Magenkarzinom)

Grundlagen
In Deutschland erkranken jährlich ungefähr 20 von 100 000 Einwohnern an Magenkrebs (Magenkarzinom). Die Erkrankung tritt meistens jenseits des 50. Lebensjahres auf. Risikofaktoren sind u. a. Ernährungsgewohnheiten, Rauchen und chronische Entzündungen des Magens.


Beschwerden
Die Symptome eines Magenkarzinoms sind uncharakteristisch. Es kann u. a. zu neu auftretenden Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme kommen. Diese Beschwerden können auch durch viele andere Erkrankungen hervorgerufen werden. Daher sollte bei Oberbauchbeschwerden, die länger als 2 Wochen anhalten, unbedingt eine Magenspiegelung (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie = ÖGD) und Entnahme von Gewebeproben erfolgen. Nur so kann ein Magenkrebs ausgeschlossen bzw. früh erkannt werden.


Untersuchungen
Die Magenspiegelung wird durch einen erfahrenen Endoskopiker in einem Kurzschlaf durchgeführt und ist daher nicht unangenehm (bei Ihnen ist die ÖGD vielleicht bereits ambulant durchgeführt worden). Es werden Gewebeproben entnommen und im Pathologischen Institut an den Augusta Kliniken Bochum (Prof. Dr. med. S. Phillippou) untersucht.

Bestätigt sich die Diagnose Adenokarzinom des Magens (Magenkrebs) sind weitere Untersuchungen notwendig, um die Ausdehnung der Erkrankung, das sogenannte Tumorstadium, zu bestimmen:

  • Computertomographie des Bauch- und Brustraumes
  • Ultraschalluntersuchung der Magenwand mit dem Endoskop (Endosonographie)
  • Bauchspiegelung (sogenannte staging Laparoskopie)

Mit diesen Untersuchungen erfahren wir, wie weit sich der Krebs in der Magenwand ausgedehnt hat und ob Absiedlungen in den Lymphknoten oder in entfernten Organen (sogenannte Metastasen) vorliegen. Die Bestimmung des individuellen Tumorstadiums (staging) ist besonders wichtig, da sich daran das Therapiekonzept für jeden einzelnen Patienten orientiert.


Ablauf der Operation
Die Behandlung von Patienten mit Magenkarzinomen stellt einen der Schwerpunkte des Onkologischen Zentrums unseres Krankenhauses dar. Jeder Patient mit einem Magenkrebs wird vor Beginn der Therapie in der Interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt. Hier kommen Onkologen, Gastroenterologen, Chirurgen und Strahlentherapeuten zusammen und erarbeiten ein maßgeschneidertes Therapiekonzept für jeden Patienten.

Nur die vollständige chirurgische Entfernung des Magenkarzinoms ermöglicht die Heilung der Erkrankung. In den meisten Fällen kann ein kleiner Teil des Magens belassen werden. Das macht die Operation deutlich ungefährlicher und verbessert Ihre Lebensqualität nach dem Eingriff. Mit dem Magen müssen vor allen Dingen die umgebenden Lymphknoten vollständig entfernt werden. Bei Magenkrebs im Mageneingang wird auch der untere Teil der Speiseröhre mit entfernt. In den seltenen Fällen, in denen der gesamte Magen entfernt werden muss, bilden wir einen Ersatzmagen aus dem oberen Dünndarm.

All diese komplexen Operationen führen wir in usnerer Klinik minimal invasiv unter Einsatz des Da Vinci® Systems durch (Robotic Surgery).  Durch den Einsatz dieses Assistenzsystems gelingen die Operationen besonders schonend, genau und blutarm. Das sind die besten Voraussetzungen für ein schnelle Erholung und ein sehr gutes Operationsergebnis in Hinblick auf Ihre Tumorerkrankung.

Magenkrebs kann zu Absiedlungen in der gesamten Bauchhöhle führen (sogenannte Peritonealkarzinose). Als eine von wenigen Tumorzentren in Deutschland bietet unsere Klinik hier im interdisziplinär ausdiskutierten Einzelfall und Sondersituationen die Möglichkeit der Bauchfellentfernung (sog. Peritonektomie) in Kombination mit einer Chemotherapie des Bauchraumes während der Operation (sogenannte HIPEC) als Therapiemaßnahme an. Auch diese Kombinationseingriffe sind bei uns als minimal invasiver Eingriff etabliert und standardisiert.


Alternative /  ergänzende Therapie
Mehr als die Hälfte aller Patienten mit Magenkrebs erhält heute vor und nach der Operation eine Chemotherapie. Die Operation verzögert sich durch diese Chemotherapie um einige Wochen und dies beunruhigt verständlicherweise viele Patienten mit Magenkrebs. Trotzdem ist diese Vorgehensweise sinnvoll und richtig, da große Untersuchungen gezeigt haben, dass die Heilungschancen durch diese sogenannte multimodale Therapie erheblich verbessert werden können. Die Strahlentherapie kommt beim Magenkrebs nur in Ausnahmefällen zur Anwendung.


Nach der Operation (postoperativer Verlauf)
Unmittelbar nach der Operation ist vor allen Dingen eine optimale Schmerztherapie wichtig. Schmerzfreiheit führt zu einer schnelleren Wundheilung und Rekonvaleszenz. Dazu nutzen wir auch den „PDK“ (Periduralkatheter). Die Ernährung erfolgt ab dem ersten Tag über einen Ernährungskatheter, der für einige Tage nach der Operation im Dünndarm verbleibt. Der Körper muss sich zunächst auf die neue Situation ohne Magen umstellen. Prinzipiell darf alles gegessen werden; anfangs sollten 6 – 8 kleine Mahlzeiten pro Tag eingenommen werden. In der ersten Zeit kann es zu einem Gewichtsverlust kommen, der später in der Regel wieder ausgeglichen wird.

Wichtig ist, dass Sie als Patient Ihre Ängste und Sorgen sowie Ihre Erwartungen offen ansprechen. Dabei unterstützen wir Sie engagiert und verständnisvoll mit unserem Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Ernährungsberatern, Psychologen, Sozialarbeitern, Seelsorgern und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Auch für Fragen der Angehörigen steht unser Team  gerne zur Verfügung.

Nach der Operation verbleiben Sie in der Regel zwei Wochen stationär bei uns.  Vor der Entlassung erfolgt ein Abschlussgespräch, in dem alle Fragen der Patienten besprochen werden. Patienten mit Magenkrebs steht eine Anschlussheilbehandlung zu, die wir vor der Entlassung für sie organisieren.

Zur Entlassung erhalten Sie aus dem onkologischen Zentrum unserer Klinik einen Tumornachsorgepaß, aus dem zu ersehen ist, in welchen Zeitabständen welche Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden sollen.


Organisatorischer Ablauf einer Magenoperation
Möchten Sie sich über eine Magenoperation in unserer Klinik informieren? Dann rufen Sie uns bitte an (Tel 0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail und Sie erhalten umgehend einen Termin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Notwendige Untersuchungen, die nicht ambulant erfolgen können, werden bereits zu diesem Zeitpunkt so terminiert, dass die Operation zeitnah nach der stationären Aufnahme erfolgen kann. Bei dringlichen Gründen ist natürlich auch eine sofortige Aufnahme möglich. Alle weiteren notwendigen Schritte werden dann im stationären Rahmen durchgeführt.

Zeigt sich im Rahmen der Diagnostik die Notwendigkeit einer Vorbehandlung, (Chemotherapie), werden für Sie alle anfallenden Termine gemacht und Kontakte hergestellt, so dass der gesamte Behandlungsplan für Sie ersichtlich und organisiert ist.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom)

Grundlagen
In Deutschland erkranken jährlich ungefähr 65.000 Menschen an einem kolorektalen Karzinom. Es ist das zweithäufigste Krebsleiden in der Bundesrepublik.

Die Erkrankung tritt meistens zwischen dem 50. und 80. Lebensjahr auf. Risikofaktoren sind Darmpolypen (Adenome), genetische Faktoren, entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, M.Crohn), Übergewicht, fettreiche und ballaststoffarme Ernährung und Bewegungsmangel.


Beschwerden
Jede Änderung der Stuhlgewohnheiten sowie Blut- oder Schleimbeimengungen oder -auflagerungen sind sehr verdächtig und sollten abgeklärt werden. Des Weiteren können Müdigkeit, ein ungewollter Gewichtsverlust, Blutarmut und bei größeren Tumoren auch Bauchbeschwerden  auftreten.


Untersuchungen
Zunächst wir eine gründliche Erhebung der Vorgeschichte durchgeführt. Der Enddarm wird mit dem Finger untersucht. Als nächstes erfolgt eine Darmspiegelung (Koloskopie). Hierbei können Proben aus dem Darm gewonnen werden oder Polypen abgetragen werden.

Wird bei den o.g. Untersuchungen ein Rektumkarzinom festgestellt, sind weitere Untersuchung zur Bestimmung der Ausdehnung der Erkrankung erforderlich:

  • Röntgenuntersuchung der Lunge
  • Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes ( Leber )
  • Endosonographie des Mastdarmes (Ultraschall von innen)
  • Kernspintomographie des Beckens
  • Blutentnahme mit Tumormarkern ( CEA )

Bei erblich bedingten Rektumkarzinom wird eine genetische Beratung und die Untersuchung des Erbguts empfohlen.


Ablauf der Operation
Nahezu alle Formen des Mastdarmkrebses können und sollen operiert werden. Die Therapie ist abhängig von der Lokalisation und der Ausdehnung des Tumors. Jeder Patient mit einem Mastdarmkrebs wird im Darmzentrum unseres Hauses vor Therapiebeginn in der interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt. Hier kommen Onkologen, Gastroenterologen, Strahlentherapeuten und Visceralchirurgen zusammen und erarbeiten ein maßgeschneidertes Konzept für jeden Patienten.

Sehr kleine Tumore können transanal im Sinne einer TEM (transanale endoskopische Mikrochirurgie) vollständig entfernt werden. Alle anderen Rektumkarzinome werden radikal onkologisch reseziert.

Diese Tumoroperation erfolgt in unserer Klinik ausnahmslos minimal invasiv. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, setzen wir dabei das Robotik Da Vinci System ein.  Der Mastdarm und sein Lymphabflussgebiet werden vollständig unter Erhalt einer dünnen Hüllschicht entfernt (totale mesorektale Exzision oder TME). Dies gelingt durch den Einsatz der Robotic Surgery besonders sicher und verlässlich. Die direkt benachbarten Nerven, die für die Blasen- und Sexualfunktion zuständig sind, können perfekt geschont werden.

Nach der Entfernung des Mastdarmes wird der Dickdarm des Patienten knapp oberhalb des Schließmuskelapparates wieder angeschlossen. Diese neue Verbindung sollte für eine kurze Zeit (6 Wochen) durch einen vorübergehenden Darmausgang (Ileostoma) geschützt werden, um unkompliziert abheilen zu können.

Eine Entfernung des Schließmuskelapparates mit der Anlage eines dauerhaften seitlichen Darmausganges ist erfreulicherweise in unseren Händen eine Rarität (nur etwa 5 % aller Patienten mit Mastdarmkrebs).


Alternative / ergänzende Behandlung
In vielen Kliniken werden etwa 70 % der Patienten mit einem Mastdarmkrebs vor der Operation kombiniert bestrahlt und chemotherapiert. Diese Kombinationstherapie führt allerdings häufig zu einer bleibenden deutlichen Einschränkung der Lebensqualität in Hinblick auf Blasen-, Sexual- und Stuhlentleerungsfunktion. Wir versuchen daher möglichst selten vor der Operation zu bestrahlen. Nur Rektumkarzinome, die unmittelbar bis an den Schließmuskel heranreichen, werden auch in unserem onkologischen Zentrum kombiniert behandelt (etwa 20% aller Patienten mit Mastdarmkrebs).

Findet der Pathologe bei der Aufarbeitung des Resektates Lymphknotenmetastasen, empfehlen wir nach der Operation eine Chemotherapie über sechs Monate. Mit dieser Behandlung kann die Wahrscheinlichkeit der dauerhaften Heilung auch in dieser Situation auf fast 80% gesteigert werden.


Nach der Operation (postoperativer Verlauf)
Unmittelbar nach der Operation ist eine optimale Schmerztherapie wichtig. Die Patienten  dürfen am Abend des Operationstages wieder trinken und Essen. Der Krankenhausaufenthalt beträgt im Mittel 12 Tage.

Nach einer perfekten Tumoroperation bestehen sehr gute dauerhafte Heilungschancen. Von den Patienten, die wir mit Robotic Surgery am Rektumkarzinom operieren, bekommen nur etwa 2 % ein lokales Tumorrezidiv, obwohl wir in 80% der Fälle auf eine präoperative Bestrahlung verzichten. Dies ist im nationalen und internationalen Vergleich ein herausragend gutes Ergebnis.

Eine Anschlussheilbehandlung ist sinnvoll, steht Ihnen zu und wird von uns organisiert. Neben unserem Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten und Ernährungsberatern werden Sie und Ihre Angehörigen von Psychologen, Seelsorgern und Sozialarbeiten unterstützt.

Vor der Entlassung erfolgt ein Abschlussgespräch, in dem alle Fragen besprochen werden. Sie erhalten einen ausführlichen Entlassungsbrief und einen Tumornachsorgeschema, aus dem zu ersehen ist in welchen Zeitabständen welche Untersuchungen durchgeführt werden sollen.

Alle Unterlagen und Termine Ihrer Therapie halten wir für Sie sehr übersichtlich und informativ in dem speziell für Sie erarbeiteten Patientenordner „Darmkrebs“ bereit.


Organisatorischer Ablauf einer Mastdarmoperation
Wenn Sie sich über eine Darmkrebsbehandlung in unserer Klinik informieren möchten, rufen Sie uns einfach an (0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail. Sie erhalten dann umgehend einen ersten Beratungstermin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Bereits bei Ihrem ersten Termin erhalten Sie unseren Patientenordner „Darmkrebs“ in dem alle Termine, Unterlagen und Ansprechpartner sowie weiter wichtige Informationen zu dieser Erkrankung übersichtlich und informativ zusammengestellt sind.

Notwendige Untersuchungen, die nicht ambulant erfolgen können, werden bereits zu diesem Zeitpunkt so terminiert, dass die Operation zeitnah nach der stationären Aufnahme erfolgen kann. Bei dringlichen Gründen ist natürlich auch eine sofortige Aufnahme möglich. Alle weiteren notwendigen Schritte werden dann im stationären Rahmen durchgeführt.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Nebennierentumore (Nebennierenadenome)

Grundlagen der Erkrankung
Die Nebennieren liegen beidseits oberhalb der Nieren und sind ca. 8 -10 g schwer. Sie bestehen aus dem Nebennierenmark und der Nebennierenrinde und produzieren verschiedene Hormone (Botenstoffe):

  • Katecholamine (Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin ® Stresshormone)
  • Kortison (wichtig für viele Stoffwechselvorgänge, Zuckerstoffwechsel, Immunmodulation, Stresshormon)
  • Aldosteron (reguliert die Salzausscheidung in der Niere und den Blutdruck)
  • Geschlechtshormone (Androgene, Östrogene)

In den Nebennieren können verschiedene gut- oder bösartige Raumforderungen (Tumore) vorkommen:

  • Nebennierenadenome sind mit ca. 50% am häufigsten und sind gutartig.
  • Phäochromozytome im Nebennierenmark produzieren Adrenalin.
  • Nebennierenkarzinome sind bösartig, aber sehr selten.
  • Metastasen (Absiedlungen) von Tumoren aus anderen Organen

Nebennierentumore sind teilweise hormoninaktiv, teilweise produzieren sie aber auch bestimmte Hormone im Überschuss.


Beschwerden (Symptome)
Häufig machen Nebennierentumore gar keine Beschwerden und werden zufällig bei Untersuchungen aus anderen Gründen (z.B. bei der Computertomographie) entdeckt. Diese Zufallsbefunde nennt man Inzidentalome, sie sind meistens gutartig und machen nicht krank.

Sind Nebennierentumore jedoch hormonaktiv, so machen sie sich über Symptome des jeweiligen Hormonüberschusses bemerkbar:

  • Conn-Adenome (primärer Hyperaldosteronismus) produzieren übermäßig Aldosteron. Dadurch kommt es zu einem erhöhten Blutdruck und Störungen des Kaliumhaushalts, was zu Muskelschwäche, Muskelkrämpfen, vorübergehenden Lähmungen, Kopfschmerzen, gesteigertem Durst und gesteigerten Urinmengen führen kann.
  • Cushing-Adenome (adrenales Cushing-Syndrom) produziere im Überschuss Kortison. Folgen können Stammfettsucht, Stiernacken, Mondgesicht, Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, Osteoporose, Depressionen, typische Hautveränderungen, Immunschwäche und Muskelschwäche sein.
  • Tumore, die Östrogen (weibliches Geschlechtshormon) produzieren, können bei Männern zu Hodenschrumpfung, Unfruchtbarkeit, Ausbildung einer weiblichen Brust oder eines weiblichen Behaarungsmusters führen.
  • Tumore, die Androgene (männliches Geschlechtshormon) produzieren, können bei Frauen zu einem männlichen Behaarungsmuster, Akne, Zyklusstörungen, Unfruchtbarkeit etc. führen.
  • Phäochromozytome produzieren Katecholamine, was u.a. einen erhöhten Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, vermehrtes Schwitzen und Gewichts-verlust zur Folge haben kann.

Untersuchungen (Diagnostik)
Bildgebende Diagnostik:

  • Ultraschall
  • Computertomographie (CT)
  • Kernspinntomographie (MRT)

Bestimmung von bestimmten Hormonen und Hormonvorstufen in Blut und Urin sowie Stimulations- bzw. Hemmtests von bestimmten Hormonen


Ablauf der Operation
Abhängig von Größe und Hormonaktivität des Tumors sowie bei Hinweisen, die den Verdacht auf einen bösartigen Tumor nahelegen, wird in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den internistischen ärztlichen Kollegen die Indikation zur Operation gestellt. Wird ein gutartiges Adenom vermutet, so muss meist nur der betroffene Teil der Nebenniere und nicht das ganze Organ entfernt werden. Bei dem seltenen Verdacht auf einen bösartigen Tumor (Karzinom) muss immer die gesamte Nebenniere und ggf. auch benachbarte, mitbetroffene Organe / Lymphknoten entfernt werden.

In den allermeisten Fällen kann die Operation minimalinvasiv / laparoskopisch (Schlüsselloch-Chirurgie) durchgeführt werden. Der Einsatz des Robotik-Systems (DaVinci) kann dabei die Operationsbedingungen und das operative Ergebnis deutlich verbessern. Dieser Eingriff erfolgt ausnahmslos in Vollnarkose, ein Aufenthalt auf der Intensivstation ist in der Regel nicht nötig, ebenso wenig die Platzierung einer Drainage in die Bauchhöhle.

In jedem Fall wird das entfernte Gewebe vom Pathologen feingeweblich untersucht, sodass eine sichere Aussage über die Natur des Tumors gemacht werden kann.


Alternative / ergänzende Behandlungen
Wenn Nebennierentumore nicht hormon-aktiv sind, eine gewisse Größe nicht überschreiten und keine Hinweise auf einen bösartigen Tumor bestehen, so ist keine Operation notwendig und es werden lediglich regelmäßige Verlaufskontrollen empfohlen.

Wenn operiert wurde, so muss die Hormonproduktion des verbliebenen Nebennierengewebes im Verlauf endokrinologisch überwacht werden.

Gegebenenfalls müssen Hormone, wie Kortison oder Geschlechtshormone, in Form von Tabletten substituiert werden. Auch der Blutdruck sollte im Verlauf kontrolliert werden.

Bösartige, fortgeschrittene Nebennierenkarzinome werden ggf. mittels Chemotherapie und lokaler Bestrahlung nachbehandelt.


Nach der Operation
Alle Bemühungen nach der Operation zielen auf eine möglichst rasche Genesung hin. Nach der Operation bekommen Sie eine standardisierte und schonende Schmerztherapie. Sie können noch am Abend des OP-Tags wieder normal essen. Ebenso dürfen und sollen sie bereits am OP-Tag wieder aufstehen. Alle Zugänge – z.B. Venenzugang und Urinkatheter – werden bereits in den ersten Tagen nach der Operation wieder entfernt.

Einen normalen Verlauf vorausgesetzt, liegt die Dauer des Krankenhausaufenthaltes nach der Operation bei ca. 5 Tagen. Bei Entlassung sollten sich Ihre Wundschmerzen auf ein Minimum reduziert haben.


Organisation der Behandlung in unserer Klinik
Wenn Sie sich über eine Nebennierenoperation in unserer Klinik informieren möchten, rufen Sie uns einfach an (0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail. Sie erhalten dann umgehend einen ersten Beratungstermin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Refluxerkrankungen (Sodbrennen)

Grundlagen
Sodbrennen ist ein sehr häufiges Krankheitsbild in Deutschland. Die Ursache ist ausnahmslos ein Rückfluss (Reflux) von Magensäure in die Speiseröhre. Die anatomische Grundlage ist immer ein Zwerchfellbruch. Dadurch rutschen mehr oder weniger große Anteile des Magens in den Brustraum. Infolge dessen dichtet die Speiröhre zum Magen hin nicht mehr ausreichend ab und die Magensäure kann in die Speiseröhre zurücklaufen.


Beschwerden
Sodbrennen bezeichnet einen brennenden Schmerz hinter dem Brustbein. Dieser tritt vor allen Dingen mit einer gewissen Verzögerung nach der Nahrungsaufnahme ein. Verstärkt treten die Beschwerden im Liegen und somit vor allen Dingen in der Nacht auf. Bei ausgeprägten Befunden können die Beschwerden aber auch tagsüber, unabhängig von der Nahrungsaufnahme und ununterbrochen bestehen.


Untersuchungen
An erster Stelle in der Diagnostik bei Patienten mit Sodbrennen steht die Spiegelung (Endoskopie) der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms (ÖGD). Bei dieser Untersuchung sieht man häufig eine Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut und der Befund eines Zwerchfellbruches wird gesichert.

Vor einer Operation sollte das Ausmaß des Säurerückflusses aus dem Magen durch eine weitere Untersuchung, die sogenannte 24h PH-Metrie objektiviert werden.

In seltenen Fällen kann es sinnvoll sein eine Druckmessung in der Speiseröhre (eine Manometrie) durchzuführen, um seltene Differentialdiagnosen wie z.B. eine Achalasie auszuschließen.


Ablauf der Operation
Durch die geeignete chirurgische Maßnahme, die sogenannte Fundoplikation, gelingt es in fast allen Fällen die Krankheit dauerhaft zu heilen. Bei der Operation wird zum einen der Zwerchfellbruch verschlossen (Hiatoplastik). Zum anderen wird der obere Teil des Magens teilweise um den unteren Teil der Speiseröhre gelegt (Semifundoplikatio), um eine sichere Abdichtung zu erreichen und den Reflux der Magensäure in die Speiseröhre zu verhindern.

Dieser Eingriff wird in unserer Klinik ausschließlich in der minimal invasiven Schlüssellochtechnik durchgeführt. In komplizierten Fällen (z.B. nach stattgehabten Voroperationen) kann es sehr hilfreich sein, das Da Vinci® System auch bei diesen Operationen einzusetzen.


Alternative /  ergänzende Therapie
Initial wird das Sodbrennen sinnvollerweise mit Tabletten behandelt. Die Wirkstoffgruppe der Prazole (z.B. Pantoprazol) reduziert die Ausschüttung der Magensäure sehr effektiv und lindert somit effektiv die Beschwerden.

Wie wir heute wissen, dürfen diese Tabletten aber auf keinen Fall dauerhaft über Jahre eingenommen werden. Die langjährige Einnahme kann zu erheblichen und schwerwiegenden Nebenwirkungen führen.

Es kann aber durchaus gelingen, durch Umstellungen der Lebensgewohnheiten (Gewichtsreduktion, Nikotinkonsum beenden, diätetische Umstellungen) die Beschwerden auch ohne eine Operation deutlich zu lindern. Insofern ist es sehr sinnvoll, zunächst die o.g. Tabletten einzusetzen um dann zu versuchen, durch die genannten Maßnahmen die betroffenen Patienten in einen Zustand zu bringen, in dem sie auch nach dem wichtigen Ausschleichen der Medikamente beschwerdefrei bleiben.

Wenn diese konservativen Maßnahmen nicht zu einem dauerhaften Erfolg ohne Medikamenteneinnahme führen, sollte die Indikation zur o.g. Operation unbedingt gestellt werden.


Nach der Operation (postoperativer Verlauf)
Unmittelbar nach der Operation kümmern wir uns darum, dass Sie keine Schmerzen haben. Dies gelingt nach der minimal invasiven Vorgehensweise verlässlich und nebenwirkungsfrei. Sie können am Abend des Operationstages frei trinken und häufig bereits auch schon wieder etwas essen. Katheter oder Drainagen benötigen Sie nach der Operation nicht. Bereits am Tag nach der Operation können Sie sich auf der Station frei bewegen und haben nur noch wenig Einschränkungen. Wir verwenden ausschließlich selbstauflösende Fäden zum Verschluss der kleinen Wunden. Daher entfällt das unangenehme und lästige Fädenziehen in unserer Klinik. Die meisten Patienten verlassen nach drei Tagen unserer Klinik.

Vor der Entlassung erfolgt ein ausführliches Entlassungsgespräch. Eine weiterführende Medikation ist selten notwendig. In der Regel haben Sie 7-10 Tage nach der Operation vollständig erholt und können zu diesem Zeitpunkt wieder arbeiten und Sport treiben.


Organisatorischer Ablauf einer Refluxoperation
Möchten Sie sich über eine Refluxoperation in unserer Klinik informieren? Dann rufen Sie uns bitte an (Tel 0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail und Sie erhalten umgehend einen Termin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Speiseröhrenkrebs (Oesophaguskarzinom)

Grundlagen
In Europa erkranken jährlich 10 von 100.000 Einwohnern an Speiseröhrenkrebs. Männer (vor allem >55 Jahre) sind etwa 4-mal häufige betroffen als Frauen. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Formen:

  • das Plattenepithelkarzinom (ca. 40% der Karzinome) entsteht aus dem Deckgewebe
  • das Adenokarzinom (ca. 60%), das aus dem  Drüsengewebe entsteht.

Die genauen Ursachen für Speiseröhrenkrebs sind bis jetzt nicht geklärt. Die häufigsten Risikofaktoren des Plattenepithelkarzinoms sind übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen, beim Adenokarzinom – Übergewicht und gastroösophageale Refluxkrankheit (chronisches Sodbrennen).


Beschwerden
Die Symptome treten oft erst spät auf und sind unspezifisch. Die häufigsten Beschwerden sind Schluckstörung (Dysphagie) – meistens zunächst bei festen Speisen, später auch bei breiigen und bei flüssigen Speisen. Dazu können Schmerzen oder Druckgefühl hinter dem Brustbein, Gewichtsverlust, allgemeine Schwäche und Blutarmut kommen.


Untersuchungen
Bei den oben genannten Beschwerden und insbesondere bei gleichzeitigem Vorliegen der entsprechenden Risikofaktoren sollte man die folgenden Untersuchungen zur weiteren Abklärung und Ausschluss einer bösartigen Erkrankung der Speiseröhre durchführen:

  • Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD, „Magenspiegelung“). Mit einem flexiblen Instrument (Endoskop) wird die Speiseröhre von Innen untersucht. Tumoren können sicher erkannt und durch Probeentnahmen gesichert werden. Beim Nachweis des Ösophaguskarzinoms werden weitere Untersuchungen zur Bestimmung der Tumorausbreitung durchgeführt, um die individuelle Behandlungsmethode festlegen zu können.
  • Endosonographie. Die Untersuchung ist einer ÖGD ähnlich. Am Ende des Endoskopes sitzt dabei eine Ultraschallsonde. Die Endosonographie ermöglicht sehr präzise die lokale Tumorausbreitung in die Tiefe der Speiseröhrenwand zu bestimmen und kann auch lokale Lymphknotenauffälligkeiten detektieren. Ggfs. ist auch eine Probeentnahme gesteuert über die Endosonographie (Feinnadel-Punktion) sinnvoll.
  • Computertomographie des Brust- und Bauchraumes (CT).  Mit Hilfe der Computertomographie kann man die lokale Tumorausdehnung und auch mögliche Tumorabsiedlungen in anderen Organen (Metastasen) sehen.
  • Bauchspiegelung (sogenannte Staging – Laparoskopie). Durch eine Spiegelung der Bauchhöhle in Narkose kann die exakte Tumorausbreitung im Bauchraum (Bauchfell, Leber, Lymphknoten) sicher erkannt werden. Auch dabei können im Bedarfsfall Gewebeproben entnommen werden.

Je nach Tumorlokalisation und –Ausdehnung können auch weitere Untersuchungen notwendig sein, z. B. Bronchoskopie (Spiegelung der Luftröhre und Lunge) zum Ausschluss des Luftröhrenbefalls durch den Speiseröhrenkrebs.


Ablauf der Operation
Die Behandlung von Patienten mit Speiseröhrenkrebs stellt einen der Schwerpunkte des Onkologischen Zentrums unseres Krankenhauses dar. Jeder Patient mit einem Speiseröhrenkrebs wird vor Beginn der Therapie in der Interdisziplinären Tumorkonferenz. Hier kommen Onkologen, Gastroenterologen, Viszeralchirurgen und Strahlentherapeuten zusammen und erarbeiten ein maßgeschneidertes Therapiekonzept für jeden Patienten.

In unserer Klinik ist diese große und anspruchsvolle Operation ein Routineeingriff, sodass alle Beteiligten (Chirurgen, Anästhesisten, Pflege- und OP-Personal) mit den prä-, intra- und postoperativen Abläufen gut vertraut sind.

Während der Operation wird ein Teil der Speiseröhre mit dem Tumor und den umgebenden Lymphknoten entfernt und das fehlende Stück der Speiseröhre in der Regel durch den hochgezogenen Magen ersetzt. Selten muss ein Stück des Dickdarmes die entfernte Speiseröhre ersetzen (z.B. bei voroperiertem Magen).

Routinemäßig erfolgt die Operation – bei welcher sowohl im Bauchraum, als auch in der Brusthöhle operiert werden muss – in unserer Klinik minimalinvasiv (Schlüsselloch-Methode) mit  dem Robotik Da Vinci® System. D.h. es muss weder der Bauch- noch der Brustraum über einen großen Schnitt eröffnet werden. Die vollständige Entfernung des Tumors gelingt mit der Robotic Surgery besonders sicher und schonend.


Alternative / ergänzende Therapie
Viele Patienten mit Speisröhrenkrebs werden vor der Operation kombiniert strahlen- und chemotherapiert (Adeno-  und Plattenepithelkarzinom). Die notwendige Operation verschiebt sich dadurch um mehrere Wochen. Allerdings verbessern sich durch diese kombinierte aufwendige Therapie die Heilungschancen deutlich.


Nach der Operation (postoperativer Verlauf)
Durch die minimal invasive Vorgehensweise erholen Sie sich von dem Eingriff signifikant schneller und es kommt deutlich seltener zu Komplikationen im Heilungsverlauf. Trotzdem sind Sie nach diesem großen Eingriff für einen oder zwei Tage auf die Intensivstation. Hier ist vor allen Dingen eine optimale Schmerztherapie wichtig. Schmerzfreiheit führt zu einer schnelleren Wundheilung und Rekonvaleszenz. Dazu nutzen wir in den ersten Tagen nach der Operation „PDK“ (Periduralkatheter). Die Ernährung erfolgt direkt ab dem ersten Tag über einen Ernährungskatheter. Sehr schnell darf dann wieder alles gegessen werden, allerdings sollten zunächst 6 – 8 kleine Mahlzeiten pro Tag eingenommen werden.

Wichtig ist, dass Patienten ihre Ängste und Sorgen sowie Ihre Erwartungen offen ansprechen. Dabei unterstützen wir Sie engagiert und verständnisvoll mit unserem Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Ernährungsberatern, Psychologen, Sozialarbeitern, Seelsorgern und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Auch für Fragen der Angehörigen steht unser Team gerne zur Verfügung.

Nach der Operation verbleiben sie in der Regel zwei Wochen stationär bei uns.

Vor der Entlassung erfolgt ein Abschlussgespräch, in dem alle Ihre Fragen  besprochen werden. Patienten mit Speiseröhrenkrebs steht eine Anschlussheilbehandlung zu, die wir für sie organisieren.

Sie erhalten von uns einen Tumornachsorgepass, aus dem zu ersehen ist in welchen Zeitabständen welche Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden sollen.

Die weiteren Schritte werden vor allen Dingen auch mit Ihrem Hausarzt abgesprochen.


Organisatorischer Ablauf einer Speiseröhrenoperation
Wenn Sie sich über eine Speiseröhrenoperation in unserer Klinik informieren möchten, rufen Sie uns einfach an (0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail. Sie erhalten dann umgehend einen ersten Beratungstermin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der Chirurgischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Notwendige Untersuchungen, die nicht ambulant erfolgen können, werden bereits zu diesem Zeitpunkt so terminiert, dass die Operation zeitnah nach der stationären Aufnahme erfolgen kann. Bei dringlichen Gründen ist natürlich auch eine sofortige Aufnahme möglich. Alle weiteren notwendigen Schritte werden dann im stationären Rahmen durchgeführt.

Zeigt sich im Rahmen der Diagnostik die Notwendigkeit einer Vorbehandlung (z.B. Strahlen-Chemotherapie) werden wir für Sie alle anfallenden Termine vereinbaren und Kontakte herstellen, so dass der gesamte Behandlungsplan für Sie ersichtlich und organisiert ist!

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Stuhlinkontinenz

Grundlagen
Die Unfähigkeit, willentlich Darmgase, flüssigen oder geformten Stuhl voneinander zu unterscheiden, zu halten oder unter Kontrolle willkürlich abzusetzen, bezeichnet man als Stuhlinkontinenz.

Es gibt eine große Anzahl von Ursachen für die Entwicklung einer Stuhlinkontinenz. Die Fähigkeit, den Stuhl zu halten und bei Bedarf kontrolliert zu entleeren ist multifaktoriell und sehr komplex:

  • gesundes Schließmuskelsystem
  • gesunder Beckenboden
  • gesundes Nervensystem
  • gesunder Mastdarm und Dickdarm

Tritt in einem oder mehreren dieser Systeme eine Störung auf, kann dies zur Inkontinenz führen. Diese Störungen können wiederum vielfältiger Natur sein:

  • Medikamente
  • Zuckererkrankung (Diabetes mellitus)
  • Vorausgegangener Schlaganfall
  • Multiple Sklerose
  • Vorausgegangene Operationen im Afterbereich, Dammbereich, am Enddarm oder an der Prostata
  • Vorausgegangene Bestrahlungen im Beckenbereich
  • Geschwulst
  • Entzündungen im Enddarm-/Afterbereich
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z. B. M. Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Hämorrhoiden
  • Mastdarmvorfall
  • Schließmuskelverletzungen (v. a. nach Entbindung)

Beschwerden
Es werden drei Schweregrade der Stuhlinkontinenz unterschieden

I°          unwillkürlicher Abgang von Luft oder Schleim

II°        Unfähigkeit, flüssigen Stuhl willentlich zu halten

III°       Unfähigkeit, festen Stuhl willentlich zu halten

Die Auswirkungen der Stuhlinkontinenz können das gesellschaftliche und berufliche Leben erheblich einschränken und zu einer schlechten Lebensqualität führen, je nach Ausprägung und persönlichem Empfinden. Problematisch dabei ist, dass viele Patienten Hemmungen haben, sich einer ärztlichen Behandlung zu unterziehen, da ihnen ihr Problem ausgesprochen peinlich ist.  Dabei ist dieses Problem häufig (ca. 20% der Erwachsenen!) und keineswegs betrifft es nur alte Menschen. Es ist besonders bedauerlich, wenn Menschen mit diesem Leiden oft jahrelang nicht behandelt werden, da es gute Behandlungsmöglichkeiten gibt. Grundlage hierfür ist jedoch ein ausführliches Gespräch über die Beschwerdesymptomatik (Anamnese), eine sorgfältige körperliche und auch apparative Untersuchung.


Untersuchungen
Weisen die von Ihnen geäußerten Beschwerden auf eine Stuhlinkontinenz hin, sollten folgende Untersuchungen durchgeführt werden:

  • Sorgfältige körperliche Untersuchung und gründlich Erhebung Ihrer Krankheitsgeschichte
  • Spiegelung des Analkanals (Proktoskopie) und des Enddarmes (Rektoskopie)
  • Dickdarmspiegelung (Koloskopie)

Die Spiegelung des Analkanals, des Enddarms und des gesamten Dickdarms gehören dabei zu den grundlegenden gerätetechnischen Untersuchungsverfahren bei Stuhlinkontinenz. Eine Vorbereitung ist vor einer Proktoskopie nicht notwendig. Vor einer Spiegelung des Mastdarmes muss ein Klistier (kurz vor der Untersuchung) gegeben werden. Vor einer Spiegelung des gesamten Darmes muss eine Reinigung des gesamten Dick- und Enddarmes am Vortag der Untersuchung durch Trinken von Spülflüssigkeit erfolgen.

  • Ultraschalluntersuchung des Schließmuskels (Endosonographie)

Diese Untersuchung ist schmerzlos, nicht belastend und bedarf keiner speziellen Vorbereitung.

Mit diesen Untersuchungen können in den meisten Fällen die Ursachen der Stuhlinkontinenz gefunden werden, manchmal allerdings bleibt die Ursache auch unklar.

Wichtig ist dabei zu betonen, dass die Durchführung der Untersuchungen in mehreren Schritten erfolgt. Ob und wann welche Untersuchung durchgeführt werden sollte, muss nach und nach entschieden werden. Sollten zudem gynäkologische oder urologische Probleme bestehen, werden die Krankheitsfälle interdisziplinär mit den Kolleginnen und Kollegen unserer gynäkologischen und urologischen Klinik in unserer wöchentlichen Beckenbodenkonferenz besprochen. Sowohl Patient als auch Arzt brauchen manchmal Geduld zum Herausfiltern der Ursache und des besten Behandlungskonzeptes bei der Stuhlinkontinenz.


Ablauf der Operation
Findet sich eine für die Stuhlinkontinenz verantwortliche Ursache, die mittels einer Operation mit großer Wahrscheinlichkeit beseitigt werden kann, sollte diese auch durchgeführt werden.

Dabei kommt eine ganze Reihe von Möglichkeiten zum Tragen:

  • Reparatur von Schäden des Schließmuskels, v. a. bei Schließmuskelschäden nach Dammschnitt
  • Raffung /Entfernung von Mastdarmanteilen bei einem Mastdarmvorfall (minimal invasiv durch die Bauchhöhle (anteriore Rektopexie) oder nur durch den Analkanal (STARR Operation, Operation nach Altemeyer)
  • Hämorrhoidenoperation
  • Entfernung von Dickdarmanteilen durch Bauchspiegelung (Laparoskopie)
  • Sakrale Nervenstimulation (Nervenschrittmacher für den Schließmuskel): elektrische Impulse regen Nerven an, die zu der Beckenbodenmuskulatur und zu den Schließmuskeln laufen.
  • Einsetzen eines künstlichen Schließmuskels (Artificial bowel sphincter)

Ob und welche operative Methode bei Ihnen durchgeführt werden muss, ergibt sich im Verlauf der Diagnosefindung und ausführlichen Besprechung mit Ihnen und Ihren gegebenenfalls weiteren betreuenden Ärzten. Zusammenfassend soll hier noch einmal festgehalten werden, dass wir fast 90% der Patienten mit der adäquaten Operationsmethode helfen können.


Alternative / ergänzende Behandlungsformen
Initial wird fast immer ein konservativer Behandlungsversuch gerechtfertigt sein.

  • Eindicken des Stuhles

Hier spielen Maßnahmen in der Ernährungsumstellung eine wesentliche Rolle. Ziel ist es, den Stuhlgang einzudicken und dadurch den ungewollten Abgang von flüssigem Stuhl und Gasen zu vermeiden, bzw. zu verringern. Wesentlich dabei ist unter anderem die Nahrungszufuhr in Form von ballaststoffarmer, faserreichen Kost und von Quellmitteln.

  • Änderung / Ergänzung vorbestehender Medikamente

Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Internisten, Neurologen, ggfls. auch Gynäkologen und Urologen.

  • Beckenbodentraining

Ziel ist die Verbesserung des muskulären Verschlusssystems durch gezielte Gymnastik.

  • Biofeedback-Training

Ziel des sogenannten Biofeedback-Trainings ist es, durch apparative Rückkoppelung zu erlernen, den Schließmuskel gezielt und richtig anzuwenden. Dies erfolgt mittels einer technischen Vorrichtung, in die sie sorgfältig eingewiesen werden und die einfach zu Hause anzuwenden ist.


Nach der Operation
Wir versuchen alle Eingriffe so schonend wie möglich durchzuführen. Daher ist die Erholungsphase nach den o.g. Eingriffen erfreulich kurz. In der Regel können Sie nach wenigen Tagen die Klinik wieder verlassen. Essen und Trinken können Sie bereits am Abend der Operation. Auf eine gute Schmerztherapie wird selbstverständlich durchgehend geachtet. Nach allen o.g. Eingriffen können Sie Ihren Darm in den ersten Tagen nach der Operation problemlos entleeren.

Vor der Entlassung findet ein ausführliches Abschlussgespräch statt. Sollten weitere ergänzende Maßnahmen notwendig sein, wird das mit Ihnen und Ihrem Hausarzt geplant und in die Wege geleitet.

Wir freuen uns, wenn wir alle Patienten, die wir wegen einer Stuhlinkontinenz operiert haben, nach drei Monaten und nach einem Jahr in unserer proktologischen Sprechstunde nochmals zur Kontrolle sehen dürfen.


Organisatorischer Ablauf
Möchten Sie sich über eine Inkontinenz Therapie in unserer Klinik informieren? Dann rufen Sie uns bitte an (Tel 0234 517 2501) oder schreiben Sie eine E-Mail und Sie erhalten umgehend einen Termin.

Alle Patienten, die sich geplant bei uns vorstellen, werden zunächst in der koloproktologischen Sprechstunde gesehen und dann im ZAM vorbereitet. Somit können wir gewährleisten, dass Ihr stationärer Aufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich abläuft.

Ein großer Teil der notwendigen Untersuchungen findet in unserer koloproktologischen Sprechstunde vor der stationären Aufnahme statt. Zwei Mitglieder des koloproktologischen Ärzteteams sind Kolleginnen und daher können wir Ihnen bei entsprechendem Wunsch eine koloproktologische Sprechstunde von Frauen für Frauen anbieten.

Folgende Unterlagen sollten sie zur stationären Aufnahme bzw. zu ihrem Termin im Zentralen-Aufnahme-Management mitbringen:

  • Eine Einweisung zur stationären Behandlung von ihrem behandelnden niedergelassenen Kollegen
  • Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen (falls vorhanden)
  • Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente

Anmeldung und Terminvereinbarung

Möchten Sie einen Termin in unserer Chirurgischen Sprechstunde, eine Zweitmeinung oder sich als Notfall anmelden?

Das können Sie bei uns alles auf demselben Weg:

Terminvereinbarung:
Montag bis Freitag, 7.00 – 16.00 Uhr

Tel.: 0234 517 2501

Hier erreichen Sie Frau Hirsch, Frau Preuss oder Frau Krauthan, die Ihnen gerne weiterhelfen und einen Termin nach Ihren Wünschen und Bedürfnissen finden.

Außerhalb der genannten Zeiten können Sie uns gerne eine Terminanfrage per E-Mail senden. Wir melden uns dann spätestens am Morgen des nächsten Werktages bei Ihnen.

Außerhalb der oben genannten Zeiten können Sie den diensthabenden Chirurgen unserer Klinik erreichen:
Tel.: 0152 564 58 844

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Klinik für Visceralchirurgie • Robotic Surgery • Bergstraße 26 • 44791 Bochum • Tel.: 0234-517 2500